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Klimaresilienz und Hitzeschutz: Bremens Weg zur klimaangepassten Stadt

Bremens Klimamanager Stefan Wittig erläutert, wie Grünflächen, Dachbegrünung und intelligentes Wassermanagement die Hansestadt künftig bei Hitze und Starkregen schützen sollen.

Stefan Wittig
05.08.2026 4min
"Luftaufnahme eines modernen, gut ausgestatteten Stadtplatzes an einem sonnigen Tag. Der Platz ist mit hellem Naturstein gepflastert. Im Vordergrund verlaufen mehrere lange, rechteckige Hochbeete mit dunkelgrünem Metallgeländer und Bepflanzung. Weiße Metallstraßenlaternen stehen verteilt auf dem Platz. Am Rand des Platzes sind historische rote Backsteingebäude verschiedener Größen sichtbar. Auf dem Platz sind mehrere Menschen zu sehen, darunter ein Fahrradfahrer. Die Szene wirkt offen, modern gestaltet und öffentlich zugänglich."
Klimaangepasster Umbau: Die drei neuen Tiefbeete in der Dechanatstraße in Bremen mit Bäumen und Stauden.
© Projektbüro Innenstadt Bremen / Christian Burmester

Die Folgen des Klimawandels sind auch in Bremen schon deutlich spürbar: Häufigere und längere Hitzewellen, Starkregen und Trockenperioden stellen neue Herausforderungen für unsere Stadt dar und belasten die Gesundheit der Menschen. Um die Lebensqualität in Bremen langfristig zu sichern und die städtischen Infrastrukturen fit für die Zukunft zu machen, verfolgt Bremen eine umfassende Klimaanpassungsstrategie und setzt gezielt auf Maßnahmen zum Hitzeschutz.

Klimaanpassungsstrategie und Hitzeaktionsplan

Die Freie Hansestadt Bremen hat 2025 erneut eine integrierte Klimaanpassungsstrategie beschlossen. Ziel ist es, die Stadt widerstandsfähig gegen die Folgen des Klimawandels zu machen und die negativen Auswirkungen möglichst gering zu halten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Schutz der Gesundheit vor zunehmender Hitze. Deshalb wurde 2024 der Hitzeaktionsplan Bremen/Bremerhaven vom Bremer Senat verabschiedet.

Klimarisiken und Handlungsdruck

Die Zahl der Hitzetage steigt seit Jahren und besonders dicht bebaute Quartiere entwickeln sich zu urbanen Wärmeinseln. Gleichzeitig gefährden Starkregenereignisse zunehmend die städtischen Infrastrukturen. Deshalb wird die Bremer Strategie regelmäßig weiterentwickelt, um neue wissenschaftliche Erkenntnisse und veränderte Risiken zu berücksichtigen. Unser Ziel: Eine Stadt, die auf Extremwetter vorbereitet ist und auch in Zukunft eine hohe Lebensqualität bietet. 

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Maßnahmen zur Klimaanpassung und zum Hitzeschutz im Überblick

  1. Mehr Grünflächen und Stadtbäume: Die Ausweitung und Pflege von Grünflächen sowie die gezielte Pflanzung klimaresilienter Bäume sind zentrale Maßnahmen. Sie spenden Schatten, verbessern das Mikroklima und reduzieren die Aufheizung in der Stadt.
  2. Entsiegelung und Schwammstadtprinzip: Durch die Entsiegelung von Flächen und die Förderung wasserdurchlässiger Beläge wird die Versickerung von Regenwasser verbessert. Das Schwammstadtprinzip hilft, Trockenheitsschäden zu vermeiden, und sorgt für eine natürliche Kühlung.
  3. Fassaden- und Dachbegrünung: Die Stadt unterstützt die Begrünung von Dächern und Fassaden, um die Hitze in dicht bebauten Quartieren zu senken. Das Förderprogramm Schwammstadt und Angebote der Bremer Umwelt Beratung helfen privaten Grundstückseigentümer:innen bei der Umsetzung.
  4. Kühlende Freiräume und Wasserflächen: Parks, Wasserflächen und Frischluftschneisen sorgen für Abkühlung und sind weitere Bausteine der Schwammstadt.
  5. Klimaanpassung in der Bauleitplanung: Klimaanpassung wird bei der Planung neuer Bauprojekte von Anfang an mitgedacht. Der Klimaanpassungscheck hilft, Risiken zu erkennen und passende Lösungen zu finden. 

Gute Beispiele der Klimaanpassung und Schwammstadtprojekte in Bremen

Klimaangepasste Dechanatstraße

Durch den klimaangepassten Umbau der Dechanatstraße wird die Hitzebelastung in der Straße deutlich reduziert und der anliegende Schnoor ist bei Starkregen künftig besser geschützt. 

Klimaangepasste Umgestaltung der Rasteder Straße

Im Zuge einer Kanalsanierung wird im Straßenraum ein versickerungsfähiges Pflaster eingebaut und es werden vier neue Baumstandorte in vier Tiefbeeten angelegt, um Regenwasserbewirtschaftung und Stadtklima zu verbessern.

Neue Stadtbäume am Delmemarkt

Fünf Weiß-Eschen nach dem Stockholmer Modell sorgen für mehr Schatten und ein angenehmeres Klima an heißen Tagen. Die Bäume tragen dazu bei, den Platz an Hitzetagen angenehmer zu machen.

Entsiegelung und urbane Landwirtschaft auf der Überseeinsel

Die Gemüsewerft auf der Überseeinsel verbindet urbane Landwirtschaft mit sozialer Arbeit und Klimaanpassung. Durch die Entsiegelung einer Fläche, das Pflanzen klimaresilienter Arten und die Integration von Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Unterstützungsbedarf zeigt das Projekt auf, wie grüne Infrastruktur nicht nur ökologisch, sondern auch gesellschaftlich wirksam sein kann.

Gartenstadt Werdersee – Klimaanpassung durch integriertes Regenwassermanagement

Im Neubauquartier Gartenstadt Werdersee wurden Schwammstadtbausteine von Beginn an mitgeplant. Es verbindet als ein neues Wohnquartier Klimaanpassung, nachhaltige Stadtentwicklung und soziale Durchmischung. Bereits im Bebauungsplan wurden gezielt Maßnahmen zur Starkregenvorsorge und zum Regenwassermanagement verankert, um das Quartier klimaangepasst und umweltgerecht zu gestalten. 

Naturnahe Entwässerung und Gründach an der neuen Oberschule Ohlenhof

Der Neubau der Oberschule Ohlenhof verfügt über ein ca. 2.200 qm großes extensives Gründach. Das anfallende Regenwasser wird dort zunächst gespeichert und dann offen über kaskadenmäßig miteinander verbundene Regenrückhaltebecken und Mulden in einen Graben geleitet.

Klimaanpassung und Hitzeschutz sind zentrale Aufgaben für die Bremer Stadtentwicklung. Bremen zeigt, wie Klimaanpassung strategisch, wissenschaftlich fundiert und praxisnah umgesetzt werden kann. Durch eine Kombination aus strategischer Planung, gezielten Förderprogrammen und innovativen Pilotprojekten wird die Stadt schrittweise klimaresilienter gestaltet. Architekt:innen und Planer:innen sind dabei wichtige Partner, um nachhaltige und zukunftsfähige Lösungen für klimaresiliente Räume zu entwickeln und umzusetzen. Die Herausforderungen wachsen – Bremen geht sie aktiv an. 

Stefan Wittig

Klimaanpassungsmanager

Kommunaler Klimaanpassungsmanager bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen. Stefan Wittig gestaltet aktiv die Zukunft seiner Stadt – mit fundierten Daten, klar ausgerichteter Strategie und viel Dialog.

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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