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Hitzespot Wohnraum – Gebäude klimaresilient gestalten

Steigende Temperaturen machen Wohnräume zunehmend zur Hitzefalle. Wie Gebäude und Quartiere klimaresilient gestaltet werden können und welche Lösungen bereits heute erfolgreich umgesetzt werden, zeigte ein Gesprächsabend in Mainz.

Lena Pröhl
21.08.2026 3min
"Modernes Wohngebäude mit geneigtem Wellblechdach und grünem Fensterrahmen. Das Gebäude hat eine helle Holzfassade, große Glasflächen und ist umgeben von Rasenfläche mit jungen Bäumen. Im Hintergrund Wald."
Modernes Schwarzwaldhaus, AMUNT Nagel Theissen
© Brigida González

Die Folgen des Klimawandels zeigen sich längst nicht mehr nur im Stadtbild. Sie sind auch in einzelnen Gebäuden deutlich spürbar. Steigende Temperaturen führen immer häufiger zu überhitzten Wohnräumen – insbesondere in dicht bebauten Stadtquartieren, wo versiegelte Flächen Wärme speichern und die nächtliche Abkühlung erschweren. Wie lassen sich Gebäude und Wohnumfelder so gestalten, dass sie nachhaltig, klimaangepasst und lebenswert bleiben? Welche Rolle spielt dabei eine qualifizierte Energieberatung? Und wie kann klimaresilientes Bauen und Sanieren in der Praxis gelingen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein Gesprächsabend der Landesbausparkasse Süd im Zentrum Baukultur in Mainz.

Das Thema Hitze betreffe nicht mehr nur Südeuropa, betonte Immobilienökonomin Alexandra May, die durch den Abend führte. Auch in Deutschland nehme die Zahl heißer Tage kontinuierlich zu – mit spürbaren Folgen für Gesundheit und Lebensqualität. Hier setze der Hitzeaktionsplan der Landesregierung Rheinland-Pfalz an, erläuterte Felix Edlich, Leiter der Bauabteilung im Ministerium der Finanzen.  

Ziel sei es, die gesundheitlichen Auswirkungen extremer Hitze zu minimieren. Darüber hinaus würden mit dem Wettbewerb „WEGBEREITER 2040!“ Pilotprojekte für klimagerechtes Wohnen angestoßen, darunter die Sanierung des Bestandsgebäudes „Am Knappengraben 2–18“ in Neustadt an der Weinstraße. 

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 "Innenbereich mit heller Holzfassade und grünem Fensterrahmen. Weiße Vorhänge verdecken teilweise die Glasfläche. Holzterrasse davor."
Modernes Schwarzwaldhaus, AMUNT Nagel Theissen
© Brigida González
Heller Wohnraum mit Holzdecke und Wänden in Naturholztönen. Grüner Fensterrahmen mit weißen Vorhängen. Terracottafarbiges Sofa mit Kissen an grüner Sitzbank. Minimalistisches Design."
Modernes Schwarzwaldhaus, AMUNT Nagel Theissen
© Brigida González
"Großzügiger offener Wohnbereich mit Holzdecke, Holzwänden und grünem Strukturelement. Grüne Küchenzeile mit Holzarbeitsplatte. Heller Terrakotta-Treppen-Element links. Weiße Vorhänge an großen Fenstern."
Modernes Schwarzwaldhaus, AMUNT Nagel Theissen
© Brigida González

Sieben Modellprojekte für die Hitzevorsorge

Einen Einblick in die Forschungsinitiative „Urban Heat Labs“ gab Bastian Wahler-Zak vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Bundesweit werden sieben Modellprojekte gefördert, die innovative Ansätze zur Hitzevorsorge entwickeln und erproben. Die Bandbreite reicht von sogenannten „Cooling Points“ wie im Mauerpark in Berlin über quartiersbezogene Maßnahmen zur Stärkung der Hitzeresilienz in der Schlenhofstraße in Essen bis hin zu technischen Verschattungslösungen wie dem Projekt „Drahtseilakt“ in Halle (Saale).

Auch die Stadt Mainz beteiligt sich an dem Modellvorhaben. Paul Grünebach, Abteilungsleiter Klimaschutz und Klimaanpassung im Grün- und Umweltamt, stellte ein digitales Monitoring-Tool vor, das den städtischen Fachämtern künftig ermöglichen soll, Klimaanpassungsmaßnahmen systematisch zu erfassen, ihre Wirksamkeit zu visualisieren und auf dieser Grundlage weiterzuentwickeln. 

Lowtech-Prinzipien im Wohnungsbau

Welche Möglichkeiten nachhaltige Architektur bietet, zeigte Jan Theissen von AMUNT Nagel Theissen Architekten und Designer (Stuttgart) anhand eines Einfamilienhauses im Nordschwarzwald. Der Neubau setzt konsequent auf Lowtech-Lösungen: Lüftungsschächte sorgen für natürliche Kühlung, innen- und außenliegende Vorhänge übernehmen die Verschattung. Natürliche Baustoffe wie Holz und Lehm schaffen ein angenehmes Raumklima. Der beim Aushub gewonnene Lehm wurde unter anderem für die markante Wendeltreppe ins Obergeschoss wiederverwendet. Ergänzt wird das Konzept durch eine Wärmepumpe und eine Photovoltaikanlage. 

: "Panel-Diskussion mit fünf Personen am Tisch. Im Hintergrund großer Beamer-Bildschirm mit Projektinformationen. Publikum sitzt im Vordergrund, einige Personen tragen Jacken."
Gesprächsabend der Landesbausparkasse Süd im Zentrum Baukultur in Mainz
© Vanessa Evard

Nutzer:innenverhalten als bauliche Ergänzung

In der abschließenden Gesprächsrunde hoben die Teilnehmenden die Bedeutung eines ganzheitlichen Ansatzes hervor. Nachhaltigkeit und Hitzeschutz müssten konsequent zusammengedacht, Gebäude klimaresilient weiterentwickelt und der Gebäudebestand qualifiziert werden. Neben baulichen Maßnahmen spiele auch das Nutzerverhalten eine wichtige Rolle – etwa durch konsequentes nächtliches Lüften während Hitzeperioden.

Die Veranstaltung machte deutlich: Die Klimakrise und ihre Folgen sind längst Realität. Damit unsere Städte und Wohnräume auch künftig lebenswert bleiben, müssen Gebäude und Quartiere schon heute an die Herausforderungen eines sich wandelnden Klimas angepasst werden. 

Porträt einer Frau mit Brille in Innenraum Freundlich lächelnde Frau im Business-Outfit vor hellem Hintergrund.
© Birgit Kastler

Lena Pröhl

Team Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Architektenkammer Rheinland-Pfalz DAB Redaktion Rheinland-Pfalz

Lena Pröhl ist Journalistin, M.A., und arbeitet im Team Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Architektenkammer Rheinland-Pfalz.

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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