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Eisenhüttenstadt neu entdeckt

Was macht eine Stadt lebenswert? Dieser Frage gingen 25 Auszubildende des Oberstufenzentrums Eisenhüttenstadt im Rahmen des Stadtentdecker-Projekts nach.

Martin Maleschka
15.07.2026 3min
Bild 9.1 (Pinke Tür): "Eine leuchtend pinke Tür mit strukturierter Oberfläche. Eine Hand mit Schlüssel öffnet sie. Links ist das Muster eines Baumes auf der Oberfläche geprägt sichtbar."  Bild 9.2 (Verfallenes Gebäude): "Innenansicht eines leerstehenden Gebäudes mit Holztürahmen und beschädigtem Boden. Ein Besucher steht in der Ferne. Aufnahme in Farbe mit rötlichem Licht."  Bild 9.3 (Illustration auf Tablet): "Nahaufnahme einer bunten Illustration auf einem Tablet-Bildschirm. Die Grafik zeigt 'Eisenhüttenstadt' in farbenfrohem Design mit Menschen, Häusern und Ornamenten in Orange, Blau und Grün."
Zum Projekt gehörte auch die Erkundung leer stehender Gebäude mit besonderer architektonischer Atmosphäre. Aus den Beobachtungen vor Ort entwickelten die Auszubildenden Ideen und Zukunftsbilder für Eisenhüttenstadt. © Martin Maleschka

Gemeinsam mit Architekt und Künstler Martin Maleschka erkundeten die Auszubildenden Orte in Eisenhüttenstadt und Fürstenberg (Oder), die ihnen wichtig sind – von Wohngebieten und Freizeitorten über Landschaftsräume bis hin zu Relikten des Stadtumbaus. Die Exkursionen wurden zum Ausgangspunkt für Gespräche über die Geschichte der Stadt, ihre heutigen Qualitäten und mögliche Zukunftsperspektiven. Grundlage des Projekts waren die Erfahrungen und Beobachtungen der Teilnehmenden selbst.

Bild 2.1 (Gebäude mit Gruppe): "Eine weiße Kapelle mit roten Dachziegeln und verziertem Eingang steht vor bewölktem Himmel. Eine Gruppe von etwa 20 Personen verschiedener Altersgruppen posiert davor. Untertitel verweist auf ein Stadtendeckerprojekt mit der Eisenhüttenstadt."  Bild 2.2 (Radfahrer und Baumstamm): "Mehrere Personen fahren Fahrrad auf einem Waldweg mit Herbstlaub. Im Vordergrund ist ein großer Baumstamm mit rotem Zielkreis-Muster sichtbar. Untertitel erwähnt eine Outskirt-Radtour mit der Wohnungsgenossenschaft."  Bild 2.3 (Gedenkort): "Ein graues Gedenkmonument steht unter Bäumen. Eine Person fährt mit dem Fahrrad vorbei. Ein blauer Text-Overlay mit Anführungszeichen ist sichtbar."
Auftakt des Stadtentdecker-Projekts mit Auszubildenden des Oberstufenzentrums Eisenhüttenstadt und Projektleiter Martin Maleschka. Mit geliehenen Fahrrädern erkundete die Gruppe zunächst Orte außerhalb des Stadtzentrums. © Martin Maleschka
Bild 3.1 (Person vor Wald mit Text): "Eine Person steht mit ausgebreiteten Armen vor einem Wald mit Büschen in Blau- und Gelbtönen. Darüber ein pinkfarbener Text-Overlay mit Fragen zu Miniaturanlagen. Standortangabe: Eisenhüttenstadt."  Bild 3.2 (Astronaut und Gruppe): "Eine Illustration eines Astronauten schwebt über einer Gruppe von etwa 20 Personen, die vor bunten geometrischen Wandillustrationen stehen. Der Himmel ist hellblau. Ein orangefarbener Text-Overlay oben."  Bild 3.3 (Mosaik-Mauer mit Person): "Eine farbenfrohe Mosaikmauer mit orangefarbenen und blauen Mustern. Ein Mann posiert neben der Wand und zeigt darauf. Ein türkisfarbener Text-Kasten unten."
Eine frühere Minigolfanlage wurde zum Beispiel dafür, wie sich öffentliche Orte verändern – und welche Potenziale dennoch sichtbar bleiben. Das Mosaik wurde von den Teilnehmenden als identitätsstiftender Ort und beliebtes Fotomotiv wahrgenommen. © Martin Maleschka
Bild 4.1 (Radfahrer auf Brücke): "Rückansicht eines Radfahrers mit Rucksack, der auf einer Metallbrücke steht und auf die Landschaft blickt. Im Hintergrund Fluss und grüne Wiesen. Grüner Text-Overlay unten."  Bild 4.2 (Fahrradgruppe im Naturschutzgebiet): "Eine Gruppe von etwa 10 Fahrradfahrern in einem grünen Naturschutzgebiet mit Fluss. Mehrere Bäume und Wildkräuter umgeben die Szene. Text-Kasten verweist auf Naturschutz und das Jahr 1945."  Bild 4.3 (Zwei Mädchen): "Zwei Mädchen posieren lächelnd nebeneinander vor grüner Natur und bewölktem Himmel. Die eine trägt einen grünen Cardigan, die andere ein schwarzes Shirt. Text 'diese.' sichtbar."
Zwischen Eisenhüttenstadt und Fürstenberg wurden auch Landschaftsräume und Wegebeziehungen erkundet. Die Oderwiesen zählen für viele Teilnehmende zu den Orten mit hoher Aufenthaltsqualität und besonderem Naturbezug. © Martin Maleschka
Bild 5.1 (Fluss und Radfahrer): "Vier Fahrradfahrer mit Fahrrädern stehen an einem Fluss. Im Hintergrund flache Feldlandschaft. Hellblauer Text-Overlay unten. Standort: Fürstenberg Oder, Brandenburg."  Bild 5.2 (Gebäude mit Gruppe): "Eine moderne Gebäudefassade aus Betonplatten mit mehreren Fahrradfahrern davor. Grüne Bepflanzung und sonniger Tag. Text-Kasten verweist auf einen außergewöhnlichen Ausflugort, die Zwillingsschlachtschleuse."  Bild 5.3 (Rote Backsteinkirche): "Eine Kirchenfassade aus rotem Backstein mit Spitzdach und mehreren Fensterreihen unter blauem Himmel."
Die Zwillingsschachtschleuse zeigte eine weniger bekannte Seite der Region als technisches Denkmal und Ausflugsziel. Auch historische Bauwerke in Fürstenberg wurden in die Erkundungen einbezogen. © Martin Maleschka
Bild 6.1 (Altstadtszene mit Gruppe): "Eine historische Altstadt mit bunten Fachwerkhäusern. Eine Gruppe junger Menschen mit Fahrrädern, ein Junge in Vordergrund mit Rucksack. Text verweist auf großen Auftritt und WatchThillEnd Event."  Bild 6.2 (Laden und Graffiti): "Ein Geschäft mit gelbem 'YBS'-Schriftzug oben. Die Fassade unter dem Laden ist mit rotem Graffiti besprüht. Mehrere Personen sichtbar. Text erwähnt großen Auftritt Teil 2 und Bauplatz."  Bild 6.3 (Füße und Schuhe): "Nahaufnahme von verschiedenen Schuhen und Beinen mehrerer Personen auf grauem Pflaster. Unterschiedliche Schuhstile sichtbar. Text verweist auf Plattenbauten und Orientierungsschwierigkeiten."
In Gesprächen vor Ort wurden Erinnerungen, Erfahrungen und Wahrnehmungen der Teilnehmenden gesammelt. Leerstände und Zwischennutzungen waren ebenso Thema wie kulturelle Aktivitäten und Treffpunkte junger Menschen. Persönliche Erinnerungen halfen dabei, die Veränderungen einzelner Wohngebiete nachzuvollziehen. © Martin Maleschka
Bild 7.1 (Mehrfamilienhaus): "Ein moderner grün-gelber Wohnblock mit mehreren Etagen und Balkonen. Eine Gruppe von etwa 10 Personen mit Fahrrädern posiert davor. Grüne Wiese im Vordergrund."  Bild 7.2 (Schwarz-Weiß Architektur): "Schwarz-Weiß-Foto eines Plattenbaus mit großen Betonformationen im Vordergrund. Text-Label: 'Lawitzer Straße'."  Bild 7.3 (Schwarz-Weiß Ruinen): "Schwarz-Weiß-Foto von Ruinen eines Gebäudes mit großen Betontrümmern. Text-Label: 'Korbmacherstraße'."
Wohnkomplex VII gehörte zu den Stationen der Fahrradtour durch die Stadt. Der Abriss zahlreicher Wohnblöcke hat das Stadtbild Eisenhüttenstadts in den vergangenen Jahrzehnten nachhaltig verändert. © Martin Maleschka
Bild 8.1 (Schwarz-Weiß Ruinen): "Schwarz-Weiß-Aufnahme einer zerstörten Gebäudefassade mit Trümmern. Text-Label: 'Fürstenberger Straße'. Text-Overlay gelb mit Aussage zum Wohnkomplex VII-Nord."  Bild 8.2 (Grünes Haus): "Ein moderner Neubau mit grün-gelber Fassade, Flachdach mit Laterne. Gepflegter Vorgarten mit Steinen und dunkler Bepflanzung. Text verweist auf heutiges Aussehen des Wohnkomplexes VII-Nord."  Bild 8.3 (Freizeitanlage Bowling): "Die Außenfassade eines Bowling-Centers namens 'Bowling Point' mit weißer Fassade. Eine Gruppe von etwa 20 Personen posiert vor dem Eingang. Text verweist auf letzte Programmveranstaltung 1980 und den Herbst des Jahres."
Wo früher Plattenbauten standen, prägen heute Einfamilienhäuser und Freiflächen das Bild vieler Quartiere. Die ehemalige Bowlingbahn war eine der letzten Stationen der Exkursion und Anlass für Gespräche über Freizeitangebote in der Stadt. © Martin Maleschka
Bild 10.1 (Ausstellungsraum): "Ein großer Ausstellungsraum mit dunklen Wänden. Links sind mehrere leuchtende Displays mit farbenfroher Grafik an der Wand aufgestellt. Ein großes Fenster mit rotem Licht wirft Schatten. Betonboden."  Bild 10.2 (Vortrag im Ausstellungsraum): "Ein Vortragender steht auf einem erhöhten Podium vor einer Leinwand mit bunter Animation. Der Raum ist mit roten und blauen Lichtern beleuchtet. Betonboden und Holzkonstruktion sichtbar."  Bild 10.3 (Club am Anger - Fassade): "Die Fassade eines Clubs oder Veranstaltungsortes mit dem Namen 'Club am Anger' auf pinkem Leuchtsschild. Das Schaufenster ist dunkel, der Raum darunter beleuchtet."
Zum Abschluss wurden die Erkundungen in Ideen für die Zukunft übersetzt: Im Club am Anger präsentierten die Auszubildenden ihre Perspektiven auf ein lebenswertes Eisenhüttenstadt. © Martin Maleschka

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Von der Erkundung zum Imagefilm für Eisenhüttenstadt 

Die Auszubildenden wollten die Stadt aus ihrer Perspektive zeigen – jenseits von Klischees und Vorurteilen. Der Film wurde zwar nicht umgesetzt, die Idee verdeutlichte aber den Wunsch, das Bild der Stadt aktiv mitzugestalten.  

Die Ergebnisse wurden im Januar 2026 im Club am Anger vorgestellt. Die Auszubildenden präsentierten ihre Beobachtungen, Wünsche und Zukunftsbilder für Eisenhüttenstadt anhand von KI-gestützten Storyboards. Gleichzeitig wurde der lange leer stehende Veranstaltungsort für einen Abend wieder zum Treffpunkt der Stadt. Für viele Teilnehmende stand am Ende ein differenzierterer Blick auf Eisenhüttenstadt. Die Exkursionen machten deutlich, dass Stadt nicht nur aus Gebäuden besteht, sondern vor allem aus den Orten, die Menschen nutzen, erinnern und weiterentwickeln wollen. 

"Portraitfoto eines Mannes mittleren Alters mit Glatze und vollem, dunklem Bart. Er trägt ein schwarzes Langarmshirt mit einer schwarzen Fleecejacke mit Reißverschluss. Im Hintergrund eine hellgrüne Wand. Der Mann blickt leicht zur Seite und lächelt freundlich."

Martin Maleschka

Projektbegleitender Architekt

Studierter Architekt, Fotograf und Künstler 

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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