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Daniel Libeskind bei internationalem japanischen Kunstpreis geehrt

In Berlin wurden die Namen der insgesamt sechs Träger:innen des diesjährigen PRAEMIUM IMPERIALE vorgestellt. Aus New York angereist war der Preisträger in der Kategorie Architektur.

Barbara Hallmann
11.09.2026 4min
Awards Kunst Bundesweit
Sieben Personen stehen nebeneinander auf einer Bühne vor einer Leinwand mit der Aufschrift 'PRAEMIUM IMPERIALE IN HONOUR OF PRINCE TAKAMATSU 2026', Publikum im Vordergrund.
Großes Presseinteresse bei der Verkündigung der Preisträger im Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin – besonders, weil Architekt Daniel Libeskind (5. v. l.) dafür aus New York anreiste.
© Barbara Hallmann

Es ist eine der renommiertesten Auszeichnungen der Kunstwelt – und hoch dotiert: Der ehemalige Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, stellte im Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin die diesjährigen Preisträger:innen vor. Verliehen wird der Preis Ende Oktober in Tokio. Gewürdigt werden Künstler:innen, deren Arbeiten aus Sicht der Jury einen außergewöhnlichen Beitrag zur Entwicklung der Kultur leisten und deren künstlerisches Schaffen die Welt in besonderem Maße bereichert. Dotiert ist der Preis mit rund 80.000 Euro pro Kategorie.

Anlässlich der Vorstellung der Ausgezeichneten sprach auch der New Yorker Architekt Daniel Libeskind. Er wird den Preis in der Kategorie Architektur erhalten und war für den Anlass – und einen Familienbesuch – nach Berlin gekommen. Libeskind berichtete kurz von seinen Anfängen als Architekt – und insbesondere davon, dass er keinerlei praktische Erfahrungen im Bauen hatte, als er Ende der 1980er-Jahre am Wettbewerb für das Jüdische Museum Berlin teilnahm und gewann.
 

Modernes, dreistöckiges Gebäude mit schrägen, holzverkleideten Fassaden an einer Straße mit Fußgängern und Laternen
The Ogden Centre for Fundamental Physics in Durham / UK. Architektur: Daniel Libeskind.
Ⓒ Hufton+Crow
Luftaufnahme eines modernen, grauen Gebäudes mit schrägen Wänden umgeben von Bäumen und einer Stadt im Hintergrund
Jüdisches Museum Berlin. Architektur: Daniel Libeskind.
Ⓒ The Japan Art Association / Roland Horn
Älterer Mann mit Brille und brauner Lederjacke steht vor einer abstrakten schwarz-weißen Zeichnung an einer blauen Wand
Daniel Libeskind im Mai 2026 vor Ort im Jüdischen Museum Berlin – vor einer seiner Skizzen des Projekts.
Ⓒ The Japan Art Association / Roland Horn

In der Kategorie Malerei wird die US-Künstlerin Jenny Holzer geehrt, bekannt für ihre politischen Botschaften in Text- und Lichtinstallationen weltweit. Als Projektionsfläche nutzte sie in der Vergangenheit häufig Fassaden oder Innenräume, unter anderem von Museen, aber auch von Bürogebäuden. In diesen Fällen interagieren ihre Werke eng mit der Architektur, die Holzer mit ihren Installationen häufig sehr achtsam einbezieht. 
 

Frau mit langen grauen Haaren in schwarzer Kleidung steht vor einer Wand mit mehreren rechteckigen Kunstwerken und berührt eines davon mit der linken Hand
Jenny Holzer in ihrem Studio in Brooklyn, New York, Mai 2026.
Ⓒ The Japan Art Association / Beatrice Moritz
Blick nach oben durch ein spiralförmiges Treppenhaus mit einer Glaskuppel und leuchtenden Textbändern an den Geländern
Installation für das Solomon R. Guggenheim Museum, 1989/2024.
© 2024 Jenny Holzer, member Artists Rights Society (ARS), NY Foto: Filip Wolak
Das Castel Sant'Angelo in Rom bei Nacht mit einem auf die Fassade projizierten englischen Text und dessen Spiegelung im Wasser des Tiber.
Projektion „For the Academy“ am Castel Sant’Angelo, Rom. Der Text stammt von Wisława Szymborska. Auftraggeber war die American Academy in Rom.
© Melinda McDaniel

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In der Kategorie Skulptur zeichnet die Jury den Briten Andy Goldsworthy aus, dessen Skulpturen mit und aus der Natur entstehen. Er schafft häufig sehr raumgreifende Installationen im Freiraum, zum Beispiel gewundene Mauern, die sich dauerhaft in die Landschaft einschreiben. Innerstädtische Gebiete begreift Goldsworthy allerdings genauso als Landschaft und nutzt sie als Spielraum – mit dem Ziel, Verständnis für den Raum zu schaffen, der uns umgibt.
 

Älterer Mann mit grauem Hemd arbeitet an einem großen Zeichenbrett in einem Atelier mit Skulpturen und Kunstmaterialien
Andy Goldsworthy im Mai 2026 in seinem Studio in Dumfriesshire, Schottland.
© The Japan Art Association
Runder, mit Moos bewachsener Steinwall in einem Wald mit jungen Bäumen
Die Skulptur „Give and Take Wall“ von Andy Goldsworthy aus dem Jahr 1988, fotografiert im Mai 2026, Dumfriesshire, Schottland.
© The Japan Art Association
Langer, schmaler Raum mit zwei Reihen ineinander verschlungener Eichenäste, die sich in der Mitte treffen
Goldsworthys Skulptur „Oak Passage“ aus dem Jahr 2025, fotografiert im Mai 2026, Dumfriesshire, Schottland.
© The Japan Art Association

Den Preis in der Kategorie Theater und Film erhält die australische Schauspielerin Cate Blanchett, in der Kategorie wird der mittlerweile 99 Jahre alte schwedische Dirigent Herbert Blomstedt ausgezeichnet.

Der diesjährige Nachwuchspreis geht nach Frankreich: Der Verein „La Source Garouste“ versucht, Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Verhältnissen mit Kunst-Kursen zu stärken. Gegründet 1991 vom Künstlerpaar Gérard und Élizabeth Garouste, betreibt der Verein Ateliers an zehn Orten in ganz Frankreich. Dort leiten jeweils ein:e Künstler:in und eine pädagogische Fachkraft gemeinsam Workshops, in denen die Kinder und Jugendlichen jeweils zu einem gemeinsamen Kunstwerk beitragen. Die Finanzierung basiert teilweise auf Versteigerungserlösen: Internationale Künstler:innen schaffen Werke für den Verein, die La Source Garouste jeweils im Dezember versteigert.

Drei ältere Personen sitzen auf einem Sofa in einem hellen Raum und lächeln in die Kamera
Die Vereinsgründer Gérard und Élizabeth Garouste und ihr Sohn Guillaume, Geschäftsführer des Vereins „La Source Garouste“ (v. r. n. l.) im April 2026 in Paris.
© The Japan Art Association / Shun Kambe
Schaukasten mit Collage aus Fotos, Pflanzen und Steinen, darunter Schriftzug 'LA NATURE DU FUTUR'
Ergebnisse eines Workshops von La Source Garouste zur Zukunft der Natur.
© The Japan Art Association / Shun Kambe
Gruppe von Menschen in fantasievollen Kostümen aus Alice-im-Wunderland-Motiven auf einer Wiese vor Bäumen
Kostümworkshop und Performance nach Alice im Wunderland in Paris im April 2026.
© The Japan Art Association / Shun Kambe

Sämtliche Preisträger des PRAEMIUM IMPERIALE seit seiner ersten Auslobung im Jahr 1989 sowie eine Liste der sehr prominenten Jurymitglieder finden sich auf der Website des Preises, dazu auch die die Geschichte der 1879 von der japanischen Kaiserfamilie gegründeten Japan Art Association, die den Preis jährlich vergibt.

Barbara Hallmann

DAB Redaktion

Nach ihrem Kulturwissenschaftsstudium in Lyon und Weimar ließ sich Barbara Hallmann in der ARD zur Radio- und Fernsehjournalistin ausbilden. Seit knapp 20 Jahren schreibt sie hauptsächlich über Architektur und Design. 

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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