Daniel Libeskind bei internationalem japanischen Kunstpreis geehrt
In Berlin wurden die Namen der insgesamt sechs Träger:innen des diesjährigen PRAEMIUM IMPERIALE vorgestellt. Aus New York angereist war der Preisträger in der Kategorie Architektur.
Es ist eine der renommiertesten Auszeichnungen der Kunstwelt – und hoch dotiert: Der ehemalige Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, stellte im Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin die diesjährigen Preisträger:innen vor. Verliehen wird der Preis Ende Oktober in Tokio. Gewürdigt werden Künstler:innen, deren Arbeiten aus Sicht der Jury einen außergewöhnlichen Beitrag zur Entwicklung der Kultur leisten und deren künstlerisches Schaffen die Welt in besonderem Maße bereichert. Dotiert ist der Preis mit rund 80.000 Euro pro Kategorie.
Anlässlich der Vorstellung der Ausgezeichneten sprach auch der New Yorker Architekt Daniel Libeskind. Er wird den Preis in der Kategorie Architektur erhalten und war für den Anlass – und einen Familienbesuch – nach Berlin gekommen. Libeskind berichtete kurz von seinen Anfängen als Architekt – und insbesondere davon, dass er keinerlei praktische Erfahrungen im Bauen hatte, als er Ende der 1980er-Jahre am Wettbewerb für das Jüdische Museum Berlin teilnahm und gewann.
In der Kategorie Malerei wird die US-Künstlerin Jenny Holzer geehrt, bekannt für ihre politischen Botschaften in Text- und Lichtinstallationen weltweit. Als Projektionsfläche nutzte sie in der Vergangenheit häufig Fassaden oder Innenräume, unter anderem von Museen, aber auch von Bürogebäuden. In diesen Fällen interagieren ihre Werke eng mit der Architektur, die Holzer mit ihren Installationen häufig sehr achtsam einbezieht.
In der Kategorie Skulptur zeichnet die Jury den Briten Andy Goldsworthy aus, dessen Skulpturen mit und aus der Natur entstehen. Er schafft häufig sehr raumgreifende Installationen im Freiraum, zum Beispiel gewundene Mauern, die sich dauerhaft in die Landschaft einschreiben. Innerstädtische Gebiete begreift Goldsworthy allerdings genauso als Landschaft und nutzt sie als Spielraum – mit dem Ziel, Verständnis für den Raum zu schaffen, der uns umgibt.
Den Preis in der Kategorie Theater und Film erhält die australische Schauspielerin Cate Blanchett, in der Kategorie wird der mittlerweile 99 Jahre alte schwedische Dirigent Herbert Blomstedt ausgezeichnet.
Der diesjährige Nachwuchspreis geht nach Frankreich: Der Verein „La Source Garouste“ versucht, Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Verhältnissen mit Kunst-Kursen zu stärken. Gegründet 1991 vom Künstlerpaar Gérard und Élizabeth Garouste, betreibt der Verein Ateliers an zehn Orten in ganz Frankreich. Dort leiten jeweils ein:e Künstler:in und eine pädagogische Fachkraft gemeinsam Workshops, in denen die Kinder und Jugendlichen jeweils zu einem gemeinsamen Kunstwerk beitragen. Die Finanzierung basiert teilweise auf Versteigerungserlösen: Internationale Künstler:innen schaffen Werke für den Verein, die La Source Garouste jeweils im Dezember versteigert.
Sämtliche Preisträger des PRAEMIUM IMPERIALE seit seiner ersten Auslobung im Jahr 1989 sowie eine Liste der sehr prominenten Jurymitglieder finden sich auf der Website des Preises, dazu auch die die Geschichte der 1879 von der japanischen Kaiserfamilie gegründeten Japan Art Association, die den Preis jährlich vergibt.
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