Bildungsbau Bremen – direkt beauftragbar und beteiligungsfähig für Dritte
Mit der Bildungsbau Bremen hat der Senat der Hansestadt ein Instrument geschaffen, das auf die spürbaren Herausforderungen bei Bau und Betrieb von Schulen, Kindertagesstätten und Sporthallen reagiert.
Als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt Bremen verbindet die BiBau die Aufgabe öffentlicher Daseinsvorsorge mit den Möglichkeiten einer wirtschaftlich agierenden Projekt- und Immobiliengesellschaft.
Das Zusammenspiel folgender vier Merkmale prägt das neue Organisationsmodell:
1. Inhousefähigkeit – der Senat beauftragt direkt
Der Senat kann die Planung und den Bau direkt beauftragen. Der Verwaltung werden komplizierte und zeitraubende Ausschreibungen zur Suche geeigneter Unternehmen erspart. Die Bildungsbau Bremen kann ihre Bau- und Entwicklungsaufgaben im Rahmen der Inhousefähigkeit unmittelbar für ihre Gesellschafterin übernehmen. Damit lassen sich Kompetenzen bündeln, Entscheidungswege verkürzen und Projekte von der Bedarfsermittlung über Planung und Vergabe bis zur Realisierung eng aus einer Hand steuern.
2. Beteiligungsfähigkeit – Plattform für Projektpartnerschaften mit Privaten
Die Gesellschaft kann sich an geeigneten Projekten beteiligen und damit auch gemeinsam mit öffentlichen oder privaten Partnern neue Modelle für die Entwicklung von Bildungsimmobilien erproben. Gemeinsame Projektgesellschaften für einzelne Standorte, einzelne Projekte oder sinnstiftende soziale Investments für Kapitalanleger sind denkbar. Ziel ist dabei nicht die Privatisierung des Bildungsbaus, sondern die intelligente Verbindung von öffentlicher Daseinsvorsorge und wirtschaftlich flexiblen Finanzierungsformen.
3. Gleichbleibende Qualität der Bausubstanz – kostendeckende Mieten sorgen für eine langfristige Instandhaltung
Die Verantwortung der BiBau endet nicht mit der Fertigstellung der Gebäude. Sie übernimmt auch die langfristige Instandhaltung und den Erhalt der von ihr betriebenen Gebäude. Grundlage dafür ist ein Mietmodell, das die tatsächlichen Lebenszykluskosten berücksichtigt und zugleich wirtschaftlich und knapp kalkuliert ist. Schulen, Kitas und Sporthallen bleiben somit langfristig in einem guten Standard erhalten.
4. Vermögenserhaltend – Gebäudewert verbleibt nach Ende der Mietzeit im Eigentum der Stadt
Die regelmäßige Instandhaltung sichert den Werterhalt der BiBau-Gebäude. Die Stadt verfügt auch nach Ablauf der Mietzeit über in ihrer Funktion weiter nutzbare oder gut verwertbare Gebäude.
Die BiBau – kurz gesagt
Die BiBau ist kein klassisches Bauunternehmen, sondern eine städtische Immobilien- und Projektgesellschaft. Die Idee ist, den Bildungsbau in Bremen stärker aus der klassischen Verwaltungsorganisation herauszulösen und eine Organisation zu schaffen, die Projekte klarer, wirtschaftlicher und schneller steuern kann. Sie soll für Bremen neue Bildungsimmobilien wie insbesondere Schulen, Kindertagesstätten und zugehörige Sporthallen entwickeln und verantworten. Zum Portfolio gehören Planung, Bau und langfristige Vermietung an die Stadtgemeinde. Die BiBau ist ein Bekenntnis zu einem klaren und langfristigen Mieter-Vermieter-Modell. Ein „Exit“, das heißt eine Veräußerung zum Beispiel an Immobilienfonds, ist nicht vorgesehen. Durch das Zusammenspiel ihrer vier prägenden Merkmale
- inhousefähig,
- beteiligungsfähig,
- instandhaltungsfähig sowie
- vermögenserhaltend
hat der Senat sich ein flexibles Instrument geschaffen, um auf die baulichen Herausforderungen im Bildungsbereich Antworten zu geben.
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