„Unsere Wohn-, Arbeits- und Gemeinschaftsräume besitzen gesellschaftliche Relevanz“
Eine Frage – mehrere Meinungen: Brauchen wir ein Schulfach Architektur? Die Sensibilisierung für Fragen unserer gebauten Umwelt muss schon bei den Jüngsten beginnen
Müsste es nicht eigentlich heißen: Wie kann es sein, dass eine Auseinandersetzung mit unseren Lebensräumen nicht längst als zentraler Auftrag der Allgemeinbildung verstanden wird? Immer deutlicher wird, dass die Sensibilität für gestaltete Räume und das Verständnis für unsere Wohn-, Arbeits- und Gemeinschaftsräume gesellschaftliche Relevanz besitzen. Schon deshalb sollte ein baukulturelles Interesse möglichst früh im Kindesalter gefördert werden. Wie können oder wollen wir wohnen? Welche räumlichen Angebote machen unsere Städte zu lebenswerten Räumen?
Welchen Wert besitzt unsere gebaute Umwelt? Was bedeutet eigentlich nachhaltig? Das Interesse für solche Fragen besteht bei Kindern, aber die Lernangebote in den Schulen sind selten. Aus baukultureller Sicht wäre es bereits ein Fortschritt, wenn das Verständnis für Architektur selbstverständlicher Teil des Bildungskanons würde. Vielleicht braucht es kein zusätzliches neues Schulfach Architektur. Gewiss braucht es aber die stärkere Einbeziehung baukultureller Bildung in bestehende Lehrangebote – um mehr Menschen an der Diskussion zu beteiligen, wofür gute Architektur in Zukunft stehen soll.
Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q2/2026 für Nordrhein-Westfalen
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