„Unsere Kinder sind die Erwachsenen von morgen“
Eine Frage – mehrere Meinungen: Gehört Architektur in die Schule? Architektur, Stadtplanung, Landschafts- und Innenarchitektur sind allgegenwärtig. Aber muss Architektur in der Schule unterrichtet werden?
Es ist uns wichtig, unsere Kinder und Jugendlichen bestmöglich auf das Leben vorzubereiten und ihnen eine umfassende Bildung zu ermöglichen. Und natürlich möchten wir, dass sie sich über die übliche Wissensvermittlung hinaus auch ein breites Wissen über Musik, über Kunst oder über Psychologie aneignen. Und was ist mit Architektur? Unbedingt ja – denn genau hier greifen die vorgenannten Kompetenzen ineinander.
Blicken wir über den Rand des Tellers hinaus: „Wo lerne ich, wo schlafe ich, wo treffe ich mich mit Freunden? Wo fühle ich mich wohl und warum? Was umgibt mich und wie wirkt es auf mich?“ Farben, Materialien, Bäume, Wege, Straßenzüge, Plätze und rundherum Gebäude aus verschiedenen Epochen, manchmal sind sie ästhetisch, manchmal aber auch nicht.
Mit der Initiative „Architektur macht Schule“ und ihren zahlreichen Projekten, die auch seit vielen Jahren in Sachsen-Anhalt durchgeführt werden, wird die Vermittlung von Architektur und Baukultur vorangebracht. Sie lehrt Kinder und Jugendliche ein Verständnis für Raum, Funktion, Gestaltung und städtische Entwicklung. Dass Lehrkräfte und Erzieher die Möglichkeit erhalten, architektonische Inhalte in ihren Unterricht einzubinden oder in Zusammenarbeit mit Planenden kreative Schulprojekte durchführen, ist eine großartige Sache. Unsere gebaute Umwelt beeinflusst unser Leben, unsere Aufenthaltsqualität, unsere Identität, unsere Traditionen. Die frühzeitige und praxisnahe Auseinandersetzung mit der Architektur fördert Urteilsbildung, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein der Schülerinnen und Schüler.
Fazit
Bewusst sehen zu lernen und Zusammenhänge der stadtplanerischen und baulichen Entwicklungen altersgerecht zu begreifen, sind besonders in dieser Lebensphase von Vorteil. Unsere Kinder sind die Erwachsenen von morgen, die Verantwortung tragen für die Gestaltung unserer Dörfer und Städte – als künftige Bauherrinnen und Bauherren, als Architekten und Architektinnen oder als Nutzende. Die Architekturvermittlung in der Lehrer- und Pädagogenausbildung sowie die feste und umfangreiche Verankerung in den Lehrplänen muss eine Selbstverständlichkeit sein.
Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q2/2026 für die Region Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
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