„Der Bau-Turbo zielt vor allem auf Neubau ab. Es braucht effizientere Verfahren.“
Eine Frage – mehrere Meinungen: Bauen im Schnellverfahren: Eine Reform wirft Fragen auf
Der Bau-Turbo soll schnell neuen Wohnraum schaffen. Funktioniert das in der Praxis und um welchen Preis?
Der Bau-Turbo ist eine bis 2030 befristete Sonderregelung. Damit soll schnell bezahlbarer Wohnraum geschaffen und die Bauwirtschaft nachhaltig belebt werden. Auf den ersten Blick ein wichtiger Impuls. Auf den zweiten Blick stellt sich die Frage, ob dieser „Schnellschuss aus der Hüfte“ zu Ende gedacht wurde. Die Zahl der Baugenehmigungen kann kurzfristig steigen. Der Bau-Turbo greift zu kurz und droht, seine Zielsetzungen zu verfehlen. Wird ein Programm ohne finanzielle Förderung und ohne klare Vorgaben auch den versprochenen bezahlbaren Wohnraum schaffen? Bodenspekulation und siedlungspolitische Fehlentwicklungen werden begünstigt.
Sind Kommunen ausreichend handlungsfähig für die verantwortungsvolle Umsetzung des Programms? Das Gegenteil ist zu befürchten. Viele Städte und Gemeinden sind zurückhaltend. Sie können die Sicherung sozialer und ökologischer Ziele im engen Zeitkorsett kaum leisten. Und wo bleibt die Betrachtung des Gebäudebestands? Ein zusätzlicher Anreiz für Umnutzung, Umbau und Nachverdichtung könnte das enorme Potential im Gebäudebestand wecken.
Fazit
Wir müssen weg vom übertriebenen Bürokratismus. Um das zu erreichen, braucht es effizientere Verfahren, die nicht nur dem Wohnungsbau nachhaltig nutzen.
Dieses Meinungsstück aus der Rubrik „Eine Frage – mehrere Meinungen” stammt aus der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q1/2026, Region Bayern.
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