„Bildung, Praxis und regionale Bindung zusammendenken“
Eine Frage – mehrere Meinungen: Wie geht erfolgreiches Gründen? Persönliche Überzeugung, belastbares Netzwerk, fachliche Kompetenz – welche Weichen entscheiden über den Erfolg?
Wir haben dort gegründet, wo eine Stadt für uns zur Heimat geworden ist: Cottbus. Dabei spielte auch die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg BTU eine zentrale Rolle. Sie war unser Ausgangspunkt, sozusagen Möglichkeitsraum und auch fachlicher Nährboden. Aus Sicht unseres kollektivs zeigt sich daran, wie eng Bildungs- und Wirtschaftspolitik zusammenhängen können. Wer in Ausbildung investiert, schafft langfristig auch Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung. Für uns bedeutet das, dass wir den Draht zur Alma Mater nicht verlieren wollen.
Gleichzeitig sehen wir Cottbus auch kritisch, weil es als „Durchlauferhitzer“ fungiert: Viele junge Menschen verlassen die Stadt nach der Ausbildung wieder. Für uns ist deshalb auch eine Auseinandersetzung mit der Identität der Region entscheidend. Junge Menschen müssen früh eingebunden werden, nicht erst kurz vor dem Abschluss. Die Anfangszeit als Freiberufler war schwierig, geprägt von Akquise, Hartnäckigkeit und Unsicherheit. Doch erste erfolgreiche Projekte und aufgeschlossene Auftraggeber öffneten Türen.
Fazit
Wenn man über den Gründungsort nachdenkt, lohnt der Blick auf vermeintlich schwierige Standorte: Cottbus etwa hat Potenzial, wenn Bildung, Praxis und regionale Bindung zusammengedacht werden.
Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q3/2026 für die Region Berlin, Brandenburg.
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