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„Baukultur zu ­vermitteln, beginnt im Kleinen“

Eine Frage – mehrere Meinungen: Warum denn mit­machen beim Tag der Architektur?

Stimmen von Kammermitgliedern aus den drei mitteldeutschen Bundesländern, warum sie den Termin als Chance sehen.

Schwarzweiß-bild eines lächelnden Mannes mit kurzem Haar und runder Brille, bekleidet mit einem dunklen T‑Shirt, vor hellem einfarbigem Hintergrund; entspannte, leicht zur Kamera gedrehte Haltung.
© Privat

Christian Hartwig

Architekt

Der Architekt und Denkmalpfleger aus Halle (Saale) studierte in Dresden, Halle und Dessau, gründete sein eigenes Büro Christian Hartwig | Architektur im Jahr 2013. Er ist Mitglied im BDA.

30.04.2026 3min

Alljährlich am letzten Juni-Wochenende ergibt sich die wunderbare Möglichkeit, das eigene Wirken einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. So ist es für mich nun schon gute Tradition geworden, gemeinsam mit dem Verein „Schwemme e.V.“ die Tore der über 300 Jahre alten, denkmalgeschützten Brauerei in Halle (Saale) zum Tag der Architektur weit zu öffnen.

Nach einem verheerenden Brand konnte das historische Fachwerkgebäude nur durch unermüdliches bürgerschaftliches Engagement und mit finanzieller Unterstützung der Stadt vor dem Verfall bewahrt werden. Im Rahmen einer Förderung des Neuen Europäischen Bauhauses entsteht hier am Ufer der Saale nun seit Frühjahr 2025 ein offener Ort für Bildung, Handwerk und Gemeinschaft rund um das Thema „Bauen mit Lehm“. Der Tag der Architektur bietet die Chance, über die geplante Lehmbau Fach- und Laienbildungsstätte zu berichten. Wie entsteht ein Ort, an dem Handwerk, Kultur und Nachhaltigkeit zusammenfinden? Bei Führungen über die sonst nicht frei zugängliche Baustelle können sich Besucher:innen ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten machen, Wissenswertes zu nachhaltigem Bauen oder zur Wiederverwendung von Baustoffen erfahren, selbst einen Lehmstein formen oder das Gewicht von Leichtlehm als Dämmung schätzen. Immer ergibt sich ein ungezwungener Austausch zwischen ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern, Architekturinteressierten und mir als Planendem. Ein Austausch, wie er heute nur selten vorkommt, der aber unverzichtbar ist, um mit Vielfalt gemeinsam zu bauen.

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Fazit 

Baukultur zu vermitteln, beginnt im Kleinen: Ein gutes Gespräch, eine persönliche Erfahrung an einem interessanten Ort, das Wahrnehmen von Raum und Material, Verstehen von Notwendigkeiten und Zusammenhängen, miteinander auf Augenhöhe über Architektur diskutieren. So kann die Begeisterung für zeitgemäßes Bauen in die Gesellschaft getragen werden – ausgehend von einem Ort in eine ganze Region. All dies ist möglich am letzten Juni-Wochenende, dem Tag der Architektur.


Dieses Meinungsstück aus der Rubrik „Eine Frage – mehrere Meinungen” stammt aus der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q1/2026 für die Region Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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