DenkmalWohnen: Wie Industriebauten zu Lebensräumen werden
Leer stehende Industriegebäude bergen enormes Potenzial für neuen Wohnraum. Wie denkmalgeschützte Bestände zu lebendigen Quartieren werden, zeigten die 13. Hambacher Architekturgespräche.
Wie lassen sich historische Industrie- und Gewerbebauten für die Zukunft nutzen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der 13. Hambacher Architekturgespräche. Unter dem Titel „DenkmalWohnen – Umnutzung statt Verfall“ diskutierten Fachleute aus Architektur und Denkmalpflege über Chancen und Herausforderungen bei der Transformation leer stehender Gebäude in Wohn- und Lebensräume.
Dabei wurde deutlich: Angesichts des angespannten Wohnungsmarktes und begrenzter Flächenressourcen gewinnt die Umnutzung von Bestand zunehmend an Bedeutung. Industriebauten befinden sich häufig in zentralen Lagen, verfügen über eine gute Infrastruktur und besitzen zugleich einen hohen baukulturellen Wert. Ihre Weiterentwicklung spart Ressourcen, erhält graue Energie und bewahrt die Identität eines Ortes.
Wie vielfältig die Lösungen ausfallen können, verdeutlichten drei Projekte. Marc Hübert (raumwerk.architekten, Köln) stellte den Krühbusch-Hof auf dem BOB CAMPUS in Wuppertal vor. Aus ehemaligen Betriebswohnungen einer Textilfabrik entstand dort ein sozial durchmischtes Wohnquartier. Michael Welle (Michael Welle Architektur, Nordrach) präsentierte die Umnutzung der denkmalgeschützten Reithalle in Achern, die heute Markthalle, Büros, Kulturangebote und Wohnungen unter einem Dach vereint. Peter Strobel (Bayer & Strobel Architekten, Kaiserslautern) erläuterte am Beispiel des PFAFF-Quartiers, wie ehemalige Industrieareale zu lebendigen Stadtbausteinen entwickelt werden können.
Fazit des Abends: Gebäudebestand ist ein wertvoller Schatz, dessen Potenziale künftig noch stärker genutzt werden sollten. Die vorgestellten Projekte zeigten, wie aus ehemaligen Produktionsstandorten attraktive Lebensräume entstehen – und wie die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft nachhaltige Stadtentwicklung fördert.
Die Hambacher Architekturgespräche sind eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der Architektenkammer Rheinland-Pfalz und der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE).
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