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Das Zentrum für Baukultur Sachsen – und was es für Planende bedeutet

Baukultur endet nicht am Rand der Ballungszentren: Einblicke in die Arbeit des Zentrums für Baukultur Sachsen – anlässlich eines Besuchs der Architektenkammer Sachsen.

Tilmann Benjamin Grumbach
10.07.2026 4min
Mehrere Personen sitzen in einem hellen Raum an einem Tisch und diskutieren. Im Hintergrund sind Ausstellungswände und große Fenster zu sehen.
Austausch auf Augenhöhe: Der Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit der Architektenkammer Sachsen zu Gast bei Juliane Naumann im ZfBK – Zentrum für Baukultur Sachsen im Dresdner Kulturpalast.
© Tilmann Benjamin Grumbach

Baukultur als gesellschaftliche Aufgabe: Baukultur betrifft alle Menschen. Sie prägt unsere Städte und Dörfer, beeinflusst die Lebensqualität und stiftet Identität. Vor diesem Hintergrund wurde 2017 das ZfBK – Zentrum für Baukultur Sachsen als eine gemeinnützige Initiative aus der Zivilgesellschaft heraus gegründet. Ziel war es, den baukulturellen Diskurs in Dresden zu stärken und einen Ort zu schaffen, an dem Bürgerschaft, Verwaltung, Politik und Planungsberufe miteinander ins Gespräch kommen können. Inspiriert von den Grundsätzen des Davoser Qualitätssystems für Baukultur entwickelte sich daraus eine Institution, die heute weit über die Landeshauptstadt hinaus wirkt. 

Ein Ort für Austausch und Vermittlung 

Mit seinem Standort im Dresdner Kulturpalast hat das ZfBK einen sichtbaren und zentralen Ort für den baukulturellen Dialog geschaffen. Das „Wohnzimmer der Baukultur“ bietet Raum für Ausstellungen, Vorträge, Podiumsdiskussionen und Beteiligungsformate, die sich bewusst an ein breites Publikum richten. Dahinter steht die Überzeugung, dass Baukultur kein Thema für einen kleinen Fachkreis ist, sondern Teil des gesellschaftlichen Alltags.

Baukultur ist kein Thema für einen kleinen Fachkreis, sondern Teil des gesellschaftlichen Alltags.

Tilmann Benjamin Grumbach

Baukulturelle Impulse für den gesamten Freistaat 

Gleichzeitig versteht sich das ZfBK als Impulsgeber für ganz Sachsen. Gemeinsam mit Partnern in Städten und Kommunen werden die vielfältigen Angebote in die Regionen getragen. Ziel ist es, den Austausch über Architektur, Stadtentwicklung und Baukultur nicht auf die Ballungszentren zu beschränken, sondern Menschen im  gesamten Freistaat zu erreichen und vor Ort zu unterstützen. 

Neben Veranstaltungsreihen wie „Architektur im Film“ in Dresden und Leipzig und „ZfBK on Tour“ setzt das ZfBK auf mobile Formate. Dazu gehören auch Wanderausstellungen wie „Kleingarten Eden“ oder die Präsentationen der Sächsischen Staatspreise für Baukultur bzw. für Ländliches Bauen. 

Ergänzt werden diese Angebote durch den Mobilen Gestaltungsbeirat Sachsen, der Kommunen bei Fragen der Ortsentwicklung und Baukultur berät. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der baukulturellen Bildung: Mit „ZfBK Junior“ vermittelt das Zentrum Kindern und Jugendlichen in Workshops, Projektwochen und Ferienangeboten ein Bewusstsein für die Qualität der gebauten Umwelt. 

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Stark durch Kooperationen 

Die Arbeit des ZfBK lebt von einem breiten Netzwerk. Zahlreiche Institutionen, Verbände, Kammern, Hochschulen und Fachorganisationen bringen ihre Kompetenzen in die Entwicklung von Ausstellungen und Veranstaltungsformaten ein. Zu den Akteuren zählen neben der Architektenkammer Sachsen und der Stiftung Sächsischer Architekten, der BDA Sachsen, der bdla Sachsen, der Deutsche Werkbund Sachsen, die TU Dresden, die HTWK Leipzig, das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens sowie der Förderverein ZEITGENOSSEN e. V.  

Eine besondere Rolle nimmt das Sächsische Staatsministerium für Regionalentwicklung ein, das die Arbeit des ZfBK als zentralen Partner für Baukultur und Regionalentwicklung im Freistaat unterstützt und dessen landesweite Aktivitäten ermöglicht.

Mit Blick auf das Jubiläumsjahr 

Ein Jahr vor seinem zehnjährigen Bestehen präsentiert sich das ZfBK als etablierte Plattform für Baukultur in Sachsen. Aktuelle Ausstellungen wie „Am Faden der Linie“. zum Sächsischen Staatspreis für Baukultur 2026 zeigen die thematische Bandbreite des Zentrums. Mit Formaten wie der von der Bundesstiftung Baukultur initiierten „Langen Tafel der Baukultur“, den Aktivitäten im Rahmen des Neuen Europäischen Bauhauses und zahlreichen Kooperationen im gesamten Freistaat stärkt das ZfBK den Austausch zwischen Fachwelt, Politik und Gesellschaft.

Dauerhafte Orte des Dialogs schaffen Verständnis für Planungsprozesse, bringen unterschiedliche Perspektiven zusammen und fördern die Wahrnehmung der gebauten Umwelt als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe.

Tilmann Benjamin Grumbach

Das Jubiläumsjahr 2027 bietet die Gelegenheit, auf ein Jahrzehnt erfolgreicher Baukulturvermittlung zurückzublicken und zugleich neue Impulse für die zukünftige Entwicklung der Baukultur in Sachsen zu setzen. Die Entwicklung des Zentrums zeigt, wie wichtig dauerhafte Orte des Dialogs sind. Sie schaffen Verständnis für Planungsprozesse, bringen unterschiedliche Perspektiven zusammen und fördern die Wahrnehmung der gebauten Umwelt als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe. 

Im Austausch mit dem Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit der Architektenkammer Sachsen wurde deutlich, dass in der Zusammenarbeit von Kammer und ZfBK noch weiteres Potenzial liegt. Das Zentrum bietet den Mitgliedern der Architektenkammer nicht nur eine Plattform, um eigene Themen und Projekte einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln, sondern auch die Möglichkeit, sich als Expertinnen und Experten in Ausstellungen, Diskussionsveranstaltungen, Bildungsformaten oder regionalen Initiativen einzubringen. Gleichzeitig kann die Kammer die Reichweite und Vermittlungskompetenz des ZfBK nutzen, um die gesellschaftliche Bedeutung von Architektur, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und Innenarchitektur noch stärker sichtbar zu machen. 

Gerade mit Blick auf die Herausforderungen des klimaangepassten Bauens, der Transformation von Städten und Gemeinden sowie der Stärkung ländlicher Räume bieten sich zahlreiche Anknüpfungspunkte für gemeinsame Aktivitäten. Die enge Verbindung zwischen Architektenkammer Sachsen und ZfBK schafft damit die Grundlage, Baukultur nicht nur als fachliches Anliegen zu vermitteln, sondern als gesellschaftliche Aufgabe gemeinsam mit Politik, Verwaltung und Bürgerschaft weiterzuentwickeln.

Tilmann Benjamin Grumbach

Mitglied im Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit der Architektenkammer Sachsen DAB Redaktion Sachsen

Tilmann Benjamin Grumbach ist Mitglied im Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit der Architektenkammer Sachsen. Als Gründer von mehrwerq – Raum für Architekturkommunikation in Dresden arbeitet er bundesweit als Architekturfotograf, Cinematograf und Architekturjournalist.

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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