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[ Corona-Tagebuch #13 ]

Wo bleibt meine Kreativität?

Zoom-Konferenzen – schön und gut. Aber wenn sie einmal ohne Agenda ablaufen, sondern einfach nur dem spontanen Austausch dienen, stellt man fest: Das Homeoffice behindert die Kreativität doch ziemlich stark.

Z Hause Architektur studieren - im Corona-Semester
Egal in welcher Sitz- oder Liegeposition Fabian seinen Laptop zu Hause auch bedient: Der Ortswechsel fehlt ihm. Und natürlich auch der persönliche Austausch mit den Lehrenden und Studierenden in der Uni.

Von Fabian P. Dahinten

Es gibt drei Positionen auf der Couch, zwei Sitzplätze am Esstisch, einen Platz am Schreibtisch und zwei Sitz- bzw. Liegepositionen im Bett, in denen ich halbwegs vernünftig mit dem Laptop arbeiten kann. Man sollte denken, neun verschiedene Sitz- und Liegepositionen sollten mir als Abwechslung beim Arbeiten reichen. Doch sie haben alle eines gemeinsam: Sie befinden sich alle in meiner Wohnung!

Ein spontanes Treffen, da in einer Chat-Gruppe ein Link dazu aufpoppte

Das ist das Problem. Und vor allem: Es ist nicht nur mein Problem. Erst kürzlich wurde mir das wieder bewusst, in einer zoom-Konferenz mit Kommiliton*innen. Es war ein eher spontanes Treffen, da in einer Chat-Gruppe der Einladungs-Link aufpoppte und ich mir dachte: „Ach, schau ich doch mal ganz kurz rein”. Es war schön, die bekannten Gesichter wiederzusehen! Und statt der angedachten fünf Minuten wurde fast eine ganze Stunde daraus.

Es lag sicher daran, dass es für das Treffen keine Agenda gab. Deshalb konnten wir von einem Thema zum anderen wandern, und es entwickelte sich endlich mal wieder ein Gespräch, das einfach angenehm war, weil es sich nicht linear bewegte und weil wir schön ins Plaudern kommen konnten. Während ein Kommilitone von neu entdeckten Möglichkeiten bei keynote sprach und das Ergebnis direkt über den Bildschirm teilte, ging es bei anderen auch um Dinge, die eigentlich sonst auf den Fluren besprochen werden.

Eintönigkeit – der Tod jeder Inspiration und Kreativität

„Hast du schon gehört, dass…?”, „Gibt es eigentlich was Neues von…?” So fangen solche Gespräche ja oft an. Aber auch das Klagen gehört dazu: „Ich habe gerade so viel zu tun.” Wer diesen Satz in sein Bingo aufnimmt, hat gute Chancen zu gewinnen, vor allem wenn er ihn kombiniert mit: „Ja, geht mir auch so“.

„Aber ich habe auch das Gefühl, ich bekomme weniger hin.“ „Irgendwie fehlt mir oft die Kreativität.“ „Immer am selben Ort, im selben Raum am selben Laptop.“ „Mir fehlt die Abwechslung und die Inspiration.” Als diese Sätze fallen, bin ich aus meinem Bingo-Gedanken zurück im Gespräch.

Genau! denke ich mir. Diese Eintönigkeit! Das ist es, was mir mein früher so beliebtes Home Office ruiniert hat. Die Eintönigkeit ist einfach der Tod jeder Inspiration und Kreativität.

Hier findet ihr alle Einträge im Corona-Tagebuch von Katharina und Fabian.


Fabian P. Dahinten und Katharina Körber studieren Architektur an der Hochschule Darmstadt. Im Wechsel schreiben sie für das DAB dieses Corona-Tagebuch

Und wie sind eure Erfahrungen als Architektur-Studierende oder -Lehrende? Wie reagiert ihr auf die Krise? Was macht die aktuelle Situation mit euch und der Lehre? Hinterlasst uns einen Kommentar auf dieser Seite oder schreibt uns unter DAB-leserforum@planetc.co

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