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Thomas Morus – soziales Wohnen im Quartierstreff

Tag der Architektur: Bauen im Bestand prägt den Tag der Architektur 2026. Zwischen Scheunenumbau und Kirchenumnutzung zeigen die Projekte neue Perspektiven für bestehende Gebäude.

Frank Maier-Solgk
22.06.2026 2min
Thomas Morus – soziales Wohnen mit Quartierstreff  © Kollbach Bansi Architekten

Dass das Bauen im Bestand zunehmend an Bedeutung gewinnt, darf inzwischen als Common Sense gelten. Erhaltenswerte Bausubstanz zu erhalten und zu erneuern, statt ihren Abriss und Neubau zu forcieren, ist sowohl aus ökologischen als auch aus ökonomischen Gründen häufig sinnvoll. Unter dem Motto „Vorrang für den Bestandserhalt“ hat der Vorstand der Architektenkammer NRW im Dezember 2025 seine Position mit dem Einsatz für verschiedene wichtige Einzelthemen (Initiative für mehr Aufstockungen, Genehmigungspflicht für Abrisse) geschärft. Die Beispiele beim Tag der Architektur sind in diesem Jahr besonders vielfältig. Sie reichen vom Umbau einer Scheune aus den 1920er-Jahren zu einem Wohngebäude bis zu einem Großprojekt wie der Revitalisierung eines zwölfgeschossigen Bürohochhauses im Düsseldorfer Norden. 

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Thomas Morus – soziales Wohnen mit Quartierstreff  © Kollbach Bansi Architekten

Das Thema betrifft seit einigen Jahren in verstärktem Maß auch die Kirchen, die infolge ihres Mitgliederrückgangs vielfach vor Fragen der Umnutzung stehen. Die Aufgabe erfordert viel Fingerspitzengefühl, da es sich häufig um denkmalgeschützte Gebäude handelt, die aufgrund ihrer architektonischen Signifikanz in das urbane Umfeld ausstrahlen. Der Tag der Architektur bietet auch hierzu Anschauungsmaterial. Zwei Beispiele sind die ehemalige Friedenskirche in Bottrop-Welheim aus den 1960er-Jahren, die in eine Kindertagesstätte umgebaut wurde, sowie die ehemalige Thomas-Morus-Kirche in Leverkusen, die entkernt wurde und hinter deren erhaltenen Außenwänden eine soziale Wohneinrichtung mit 15 Appartements für ehemals Obdachlose eingerichtet wurde. 

Umnutzung einer ehemaligen Kirche zu einer sozialen Wohneinrichtung für ehemals Obdachlose

Ort: Leverkusen
Bauherr: Caritasverband Leverkusen e.V.
Architektur: Kollbach Bansi Architekten PartmbB, Leverkusen
Fertigstellung: 2019

kollbach-bansi-architekten.de


Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q2/2026 für Nordrhein-Westfalen 

Frank Maier-Solgk

Düsseldorf / München

Frank Maier-Solgk ist von der Gartenkunst auf die Architektur gekommen. Er hat Kunstgeschichte, Literaturwissenschaften und Philosophie in München und Heidelberg studiert und mit einer Arbeit über den Österreicher Robert Musil promoviert. Nach Tätigkeiten als Berater von Institutionen und Unternehmen im kulturellen Bereich schreibt er seit vielen Jahren für überregionale Tageszeitungen sowie für Kunst- und – natürlich und hauptsächlich für Architekturmagazine.

Für das DAB schreibt Frank Maier-Solgk sowohl überregional als auch für den NRW-Teil. Das Spektrum seiner Themen reicht von Städtebau über Landschaftsarchitektur bis zum zirkulären Bauen. Er hat ferner Lehraufträge über journalistisches Arbeiten in Berlin und Düsseldorf wahrgenommen.

Eigentlich hat sich Frank Maier-Solgks Interesse für Architektur aus einer Leidenschaft für die europäische Gartenkunst entwickelt. Mehrere Bücher zum Beispiel über englische Landschaftsgärten in Deutschland, Renaissancegärten in Italien und französische Gärten in und um Paris sind dazu erschienen. Seine jüngste Publikation behandelt Skulpturengärten und Kunst in grünen Umfeldern („Green Fields“). Er lebt und arbeitet in Düsseldorf sowie gelegentlich in München.

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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