Thomas Morus – soziales Wohnen im Quartierstreff
Tag der Architektur: Bauen im Bestand prägt den Tag der Architektur 2026. Zwischen Scheunenumbau und Kirchenumnutzung zeigen die Projekte neue Perspektiven für bestehende Gebäude.
Dass das Bauen im Bestand zunehmend an Bedeutung gewinnt, darf inzwischen als Common Sense gelten. Erhaltenswerte Bausubstanz zu erhalten und zu erneuern, statt ihren Abriss und Neubau zu forcieren, ist sowohl aus ökologischen als auch aus ökonomischen Gründen häufig sinnvoll. Unter dem Motto „Vorrang für den Bestandserhalt“ hat der Vorstand der Architektenkammer NRW im Dezember 2025 seine Position mit dem Einsatz für verschiedene wichtige Einzelthemen (Initiative für mehr Aufstockungen, Genehmigungspflicht für Abrisse) geschärft. Die Beispiele beim Tag der Architektur sind in diesem Jahr besonders vielfältig. Sie reichen vom Umbau einer Scheune aus den 1920er-Jahren zu einem Wohngebäude bis zu einem Großprojekt wie der Revitalisierung eines zwölfgeschossigen Bürohochhauses im Düsseldorfer Norden.
Das Thema betrifft seit einigen Jahren in verstärktem Maß auch die Kirchen, die infolge ihres Mitgliederrückgangs vielfach vor Fragen der Umnutzung stehen. Die Aufgabe erfordert viel Fingerspitzengefühl, da es sich häufig um denkmalgeschützte Gebäude handelt, die aufgrund ihrer architektonischen Signifikanz in das urbane Umfeld ausstrahlen. Der Tag der Architektur bietet auch hierzu Anschauungsmaterial. Zwei Beispiele sind die ehemalige Friedenskirche in Bottrop-Welheim aus den 1960er-Jahren, die in eine Kindertagesstätte umgebaut wurde, sowie die ehemalige Thomas-Morus-Kirche in Leverkusen, die entkernt wurde und hinter deren erhaltenen Außenwänden eine soziale Wohneinrichtung mit 15 Appartements für ehemals Obdachlose eingerichtet wurde.
Umnutzung einer ehemaligen Kirche zu einer sozialen Wohneinrichtung für ehemals Obdachlose
Umnutzung einer ehemaligen Kirche zu einer sozialen Wohneinrichtung für ehemals Obdachlose
Ort: Leverkusen
Bauherr: Caritasverband Leverkusen e.V.
Architektur: Kollbach Bansi Architekten PartmbB, Leverkusen
Fertigstellung: 2019
Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q2/2026 für Nordrhein-Westfalen
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