Das Bedürfnis – Projektraum in ehemaliger Bedürfnisanstalt
Vom stillgelegten Pissoir zum Kulturort: Eine 13 Quadratmeter kleine Bedürfnisanstalt von 1902 wurde in Halle zum lebendigen Treffpunkt der Nachbarschaft.
Das vermutlich kleinste Baudenkmal der Stadt Halle (Saale) hat vor knapp drei Jahren eine neue Bestimmung erhalten. Die ehemalige Bedürfnisanstalt an der Merseburger Straße ist heute ein lebendiger Treffpunkt in der Südlichen Innenstadt. Entdeckt wurde der 13 qm „große“ Bau eher zufällig vom Hallenser Architekten Tim Mahn. Entworfen hatte die Anlage 1902 der damalige Stadtbaurat Carl Rehorst. Aus dem Impuls entwickelte sich ein ambitioniertes Projekt: Der Verein „Das Bedürfnis e.V.“ wurde gegründet, die Stadt vom Nutzungskonzept überzeugt, ein Crowdfunding ermöglichte den Erwerb. Zahlreiche Unterstützer halfen bei Sanierung und Reaktivierung des Baudenkmals. Für Tim Mahn war das Projekt ein seltener Glücksfall: „Bei nahezu jedem Ortstermin traten neue bauhistorische Details zutage. Die Arbeit an diesem kleinen Kulturdenkmal war enorm facettenreich.“ Wo sich einst die Türen zur Notdurft öffneten, lädt heute ein gemeinnütziger Verein zum Austausch über Kunst, Kultur und Stadtleben ein. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, ungenutzten städtischen Raum neu zu nutzen.
Umbau einer denkmalgeschützten Toilettenanlage
Umbau einer denkmalgeschützten Toilettenanlage
Ort: Halle (Saale), Merseburger Straße 138
Architektur: Tim Mahn Architekt BDA, Halle (Saale)
Bauherr: Das Bedürfnis e.V., Halle (Saale)
Fertigstellung: 2023
das-beduerfnis.de
Dieser Artikel erschien in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q1/2026 für die Region Mitteldeutschland (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen).
Architektenkammer Sachsen-Anhalt
Team Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitDas könnte Sie auch interessieren
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