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Was bewegt die Landschaftsarchitektur in der Zukunft?

Nachwuchs-Kolumne: Am 24. April fand in der Ufa-Fabrik der erste Hochschultag der Landschaftsarchitektur statt. Rund 180 Personen aus den Bereichen Studium, Lehre und Praxis nahmen sich die Zeit, um gemeinsam über die Zukunft der Disziplin zu diskutieren.

Luisa Richter-Wolf
20.05.2026 4min
Podiumsdiskussion auf einer Bühne: fünf Personen sitzen auf roten Stühlen, eine spricht ins Mikrofon. Dahinter Leinwand mit „Hochschultag Landschaftsarchitektur“, Logos von Verbänden und Foto einer Treppenhalle.
Eröffnungspodiumsdiskussion zwischen Elke Mertens, Luisa Richter-Wolf und Stephan Lenzen (Mitte von links nach rechts), moderiert von Antje Stockhaus (links) und Jakob Endemann (rechts) © Julius Otto

Den Tag eröffnete eine Podiumsdiskussion zwischen Stephan Lenzen, dem Präsidenten des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla), Elke Mertens, der Präsidentin der Hochschulkonferenz Landschaft, und mir als Vertreterin der „Stimme des Nachwuchses“. Schnell wurde deutlich, wie wertvoll es ist, einen Ort geschaffen zu haben, an dem alle auf Augenhöhe miteinander reden.

Elke Mertens appellierte an die ältere Generation, zuzuhören, statt auf alten Wegen zu beharren. Es wurden Themen wie die mentale Gesundheit von Studierenden, Zukunftsunsicherheiten, aber auch Wünsche und Forderungen angesprochen. Schon früh stand fest: Allein die Schaffung dieses Forums als Ort, an dem verschiedene Perspektiven auf gemeinsame Themen treffen, ist ein großer Erfolg. 

Gruppen von Menschen stehen und sitzen in der Sonne auf breiten Außentreppen vor einem Campusgebäude; Pausengespräch unter Bäumen.
Angeregter Austausch zwischen allen Gästen in der Mittagspause © bdla
Vortragssaal mit Panel: fünf Sitzende auf der Bühne, rechts eine Person am Rednerpult. Auf der Leinwand steht „Boom or Doom?“, Publikum im Vordergrund.
Workshop: „Boom or Doom?“ – Was wird aus unseren Hochschulstandorten? © bdla

Sechs Workshops, ein gemeinsamer Befund

In sechs Workshops diskutierten die Teilnehmenden über die Zukunft der Hochschulstandorte, den Einfluss von KI und Digitalisierung auf Lehre und Arbeitsalltag, das Kompetenzprofil der Disziplin, die Bauwende, den Übergang vom Studium in den Beruf und den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis. 

Dabei fiel auf: Zu jedem dieser Themen könnte man eine eigene Veranstaltung durchführen, um tiefer in die Materie einzusteigen und konkrete Handlungsansätze zu erarbeiten. Einerseits müssen wir uns stärker mit dem Einfluss von KI auf unsere Arbeit auseinandersetzen und entsprechende Weiterbildungsformate nutzen oder entwickeln, um als Disziplin nicht hinter den aktuellen Wissensstand zurückzufallen.

Andererseits eröffnet die Frage nach unserem Kompetenzprofil eine Vielzahl von Antworten. Auch die Entscheidung, die junge Menschen nach dem Studium treffen – Planungsbüro, Behörde oder Selbstständigkeit –, prägt, in welchen Feldern sie sich vertiefen. Immer wieder wurde betont, wie wichtig ein vertiefender Austausch und gegenseitiges Verständnis zwischen der planenden Landschaftsarchitektur und der ausführenden Seite des Landschaftsbaus ist. Dass an einem einzigen Tag keine konkreten Antworten auf so viele Fragen zu finden sind, war allen bewusst. Umso schneller stand fest: Der Hochschultag wird ein regelmäßiges Format. 

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Runder Tisch mit farbigen Buttons und Klebepunkten; Hände sortieren die Abzeichen. Auf Zetteln liegen Kategorien, u. a. „Stadtmacher:in“.
Abendveranstaltung Matchmaking: „Was für ein:e Landschaftsarchitekt:in bist du?“ © Yekaterina Rublyova

Hochschulstandorte sichern, bevor andere den Raum füllen

Wir können aber nicht bis zum nächsten Treffen warten, um dann weiterzumachen. Diese Themen müssen jetzt weitergeführt werden – zunächst in kleineren Runden, aber mit konkretem Ziel.

Die Zukunft unserer Hochschulstandorte entscheidet sich jetzt. Dafür müssen wir mit den entsprechenden politischen Entscheidungsträger:innen zusammenkommen und deutlich machen, dass wir als Disziplin für eine lebenswerte Zukunft in unseren Städten unverzichtbar sind und dass wir mehr Studienstandorte benötigen, insbesondere in Großstädten wie Hamburg oder in Metropolregionen wie dem Ruhrgebiet.

Natürlich sind auch kleinere Hochschulstandorte mit einem stärkeren Fokus auf Landschaftsplanung wichtig. Aber die großen Herausforderungen warten in den Städten. Darauf müssen wir im Studium vorbereitet werden, sonst werden andere Disziplinen diesen Raum einnehmen. 

Nicht nur mitreden – von Anfang an mitplanen

Damit sind wir bei einem Punkt, der sich durch den gesamten Tag zog: Wir müssen für unsere Disziplin einstehen und einfordern, von Anfang an in Planungen beteiligt zu werden. Wie Prof. Sebastian Sowa, der den Workshop „Wind of Change“ zur Bauwende leitete, es formulierte: „Wir müssen uns in die gesellschaftlichen Debatten einbringen – nicht nur mit Bild und Wort, sondern auch mit Tat. Und wir müssen Räume schaffen, in denen sich Menschen begegnen.“  

Die Aufbruchstimmung dieses Tages sollten wir mitnehmen und direkt weiterarbeiten. Ideen umsetzen, bevor sie im Alltagstrubel versanden. Das reicht von Fortbildungspunkten in der Kammer für Hospitationen zwischen Forschung und Praxis über die Weiterentwicklung unserer Studiengänge bis hin zu politischem Engagement als Disziplin und dem stetigen Einfordern fairer Arbeitsbedingungen. 

Aufbruchstimmung braucht Verbindlichkeit

Und wir alle – ob wir an diesem Tag dabei waren oder nicht – sollten mitnehmen: Aus einem ehrlichen Austausch auf Augenhöhe, in dem auch unterschiedliche Meinungen ihren Platz haben, kann etwas wirklich Schönes und Großes entstehen. 

Luisa Richter-Wolf

Kolumnistin

Luisa Richter-Wolf schreibt über Landschaftsarchitektur an den Unis, im Beruf und im Alltag. Sie absolvierte ihren Bachelor in der Landschaftsarchitektur an der Technischen Universität Berlin und studiert dort nun im Master weiter. Sie engagiert sich in der Bundesfachschaft Landschaft. Seit 2023 bringt sie das Thema Landschaftsarchitektur in unsere wöchentlichen Nachwuchs-Kolumnen ein.

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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