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Tomorrow Land:Scape – Erster Hochschultag der Landschaftsarchitektur

Endlich ist es so weit – die Anmeldung ist draußen. Am 24. April 2026 werden Studierende, Lehrende und Berufsschaffende der Landschaftsarchitektur sowie aus anderen Landschaftsdisziplinen in Berlin zusammenkommen und über unsere Zukunft diskutieren. Ganz unter dem Motto „Tomorrow Land:Scape“.

Luisa Richter-Wolf
18.02.2026 3min
Nachwuchs-Kolumne Bundesweit
Nahaufnahme einer gestikulierenden Hand einer vortragenden Person; im Hintergrund unscharf ein sitzendes Publikum in einem hellen Seminarraum.
© Cecilie_Arcurs/GettyImages

Die Idee zur Veranstaltung entstand in einem gemeinsamen Gespräch zwischen einigen Vertreterinnen und Vertretern der Bundesfachschaft Landschaft und Stephan Lenzen, dem Präsidenten des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekt:innen (bdla). Der Inhalt unseres Gesprächs waren Ansprüche des Nachwuchses an die Berufswelt, Corporate Benefits und wie sich der Nachwuchs eine Work-Life-Balance vorstellt. Seitdem sind einige Monate vergangen. Damals war nicht abzusehen, dass Teile der Bundesregierung den Nachwuchs öffentlich für seine Arbeitszeitmodelle problematisieren und Begriffe wie „Lifestyle-Teilzeit“ in die Debatte einführen würden – doch genau das macht diesen Tag nur umso besonderer und wichtiger. Denn während dort über den Nachwuchs gesprochen wird, soll hier mit ihm gesprochen werden. Es soll nämlich in erster Linie um eine ganz entscheidende Sache gehen, die unsere Politik wirklich so überhaupt nicht kann: miteinander, auf Augenhöhe, Lösungen finden. Wie dieser Dialog aussehen kann, soll an diesem Tag konkret erprobt werden. 

Eingeladen sind Menschen aus der Landschaftsarchitektur und fachnahen Disziplinen wie der Landschaftsplanung, dem Landschaftsbau oder verwandten Fachrichtungen. In zwei Workshopblöcken werden Themen wie die Zukunft unserer Hochschulstandorte, KI & Digitalisierung, die Ausrichtung unserer Disziplin zwischen Allrounder und Experte, Design for Democracy und Bauwende, der Übergang von der Uni in den Beruf sowie der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis diskutiert und beleuchtet. Zwischendurch und am Abend gibt es Raum zum Netzwerken und Austauschen. 

Doch warum braucht es eine neue Veranstaltung? Warum nicht Formate wie den Nachwuchsarchitekt:innentag (NAT) nutzen, um diese Themen zu diskutieren? Die Formate ähneln sich insofern, dass die gleichen Alters- und Berufsgruppen angesprochen werden. Der große Unterschied liegt jedoch in der Beschränkung auf eine Disziplin. So wertvoll der NAT für uns als Planungsnachwuchs ist, so sehr gehen kleinere Disziplinen wie die Stadtplanung, die Innenarchitektur oder eben die Landschaftsarchitektur darin unter – schlicht, weil es in den Architektenkammern nun mal mehr Hochbauarchitekt:innen als Menschen in den drei kleineren Disziplinen gibt. Und genau deshalb ist es wichtig, sich untereinander auszutauschen, zu vernetzen und an gemeinsamen Zielen und Werten zu arbeiten. Umso stärker können wir als Disziplin nach außen auftreten. 

Gerade als Nachwuchs fühlen wir uns aktuell vielleicht manchmal ohnmächtig oder wütend, dass Werte, mit denen wir aufgewachsen sind, in der aktuellen Weltordnung angegriffen werden – einer Weltordnung, die weiterhin von alten weißen Männern geprägt ist, die vielleicht eher eine Therapie oder den Ruhestand bräuchten, als große Länder dieser Erde zu regieren. Daher ist es gerade jetzt wichtiger denn je, einander zuzuhören, respektvoll miteinander Meinungsverschiedenheiten auszudiskutieren und einen gemeinsamen Weg für eine lebenswerte Zukunft zu finden. Also meldet euch an, wenn ihr aus der Landschaftsarchitektur oder einer anderen fachnahen Landschaftsdisziplin kommt, und lasst uns gemeinsam für unsere Arbeitswelt von morgen einstehen, damit wir gemeinsam artenreiche Freiräume entwerfen und bauen werden!

Informationen zum Ersten Hochschultag Landschaftsarchitektur 2026 am 24. April 2026

Das Kurzprogramm mit den Link zur Anmeldung gibt es hier

© privat

Luisa Richter-Wolf

Kolumnistin

Luisa Richter-Wolf schreibt über Landschaftsarchitektur an den Unis, im Beruf und im Alltag. Sie absolvierte ihren Bachelor in der Landschaftsarchitektur an der Technischen Universität Berlin und studiert dort nun im Master weiter. Sie engagiert sich in der Bundesfachschaft Landschaft. Seit 2023 bringt sie das Thema Landschaftsarchitektur in unsere wöchentlichen Nachwuchs-Kolumnen ein.

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