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Visualisierte Urbanität: Einblick in den “Stadt-Umland-Atlas Hamburg”

Der Atlas visualisiert die Entwicklungsdynamiken zwischen Hamburg und dem Umland – und bietet Einblicke in Mobilitätstrukturen, sozialräumliche Muster und die Auswirkungen des Klimawandels.

DAB Redaktion
14.01.2026 4min
Mehrere Exemplare des „Stadt Umland Atlas Hamburg“ liegen fächerförmig ausgebreitet.
"Stadt-Umland-Atlas Hamburg", erschienen im Jovis Verlag. © Tobias Hage, urbanista

Eine dicke blaue Linie zieht sich von Hamburg nach Norderstedt. Sie symbolisiert die über 16.000 Menschen, die diese Strecke täglich pendeln. Neben ihr verlaufen weitere Linien in verschiedenen Farben und Stärken, die sternförmig aus Hamburg herausführen. Diese Karte veranschaulicht im “Stadt-Umland-Atlas Hamburg” die Bewegungen von Verkehrsteilnehmenden, die zwischen Hamburg und seiner Umgebung pendeln. Überraschend: Eine dicke blaue Linie führt in Richtung Berlin und repräsentiert die knapp 8.600 Menschen, die täglich zwischen der Hauptstadt und der Metropole an der Elbe beruflich unterwegs sind. 

Die visuelle Übersetzung urbaner Komplexität 

Die Komplexität urbaner Räume wird erst durch ihre Visualisierung begreifbar. Doch wie vereinfacht man solche vielschichtigen Zusammenhänge? Eine Antwort auf diese Frage liefert das Stadtentwicklungsbüro Urbanista, das im Auftrag der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen mehr als 150 Datensätze auswertete und die Informationen in über 250 Karten grafisch aufbereitete. Der so entstandene “Stadt-Umland-Atlas Hamburg” umfasst 256 Seiten und ist im Jovis Verlag erschienen. 

„Für den Atlas mussten wir Daten aus Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zusammenführen – mit unterschiedlichen Strukturen, Detailtiefen und Parametern“, erklärt Urbanista-Geschäftsführer Julian Petrin. Ein erheblicher Teil der Arbeit floss in die Harmonisierung der Datensätze, so der Stadtplaner. Der Atlas untersucht die räumlichen Strukturen und betrachtet je nach Themenfeld die unmittelbare Kernstadt, angrenzende Gemeinden und die gesamte Metropolregion. So verdeutlicht er die Beziehungen zwischen Stadt und Umland anschaulich. Darüber hinaus zeigt er Entwicklungsdynamiken, sozialräumliche Muster und Mobilitätsstrukturen. Der Atlas dient als Grundlage für das neue räumliche Leitbild der künftigen Stadtentwicklung in Hamburg. 

Hände halten das Buch „Stadt Umland Atlas Hamburg“ vor dunklem Hintergrund.
Auf über 250 Karten werden unterschiedlichen Themenfelder verständlich aufbereitet. Das Buch eignet sich für Fachleute und interessierte Laien. © Tobias Hage, urbanista
Aufgeschlagene Buchseite mit Karten zur Verteilung von Mieten und Preisen.
Entwicklung der Bestands- und Angebotsmieten. Die Karten geben einen schnellen Überblick zu den Entwicklungen. © Tobias Hage, urbanista
Kapitelstart mit grafischem Hintergrund und Inhaltsübersicht im Atlas.
Jedes Kapitel widmet sich einer übergeordneten Frage, die auf unterschiedlichen Ebenen beantwortet wird. © Tobias Hage, urbanista
Aufgeschlagene Buchseite mit Karte und Kreisdiagrammen zur Bevölkerungsstruktur.
In der inneren Kernstadt leben nur in etwa jedem vierten Haushalt eines oder mehrere Kinder. In der äußeren Kernstadt trifft das auf rund doppelt so viele Haushalte zu. © Tobias Hage, urbanista
Aufgeschlagene Buchseite mit Karten zur Erreichbarkeit von ÖPNV-Haltestellen.
Die Karten befassen sich mit unterschiedlichen Themenfeldern. Hier wird die Erreichbarkeit von Bushaltestellen dargestellt. © Tobias Hage, urbanista
Aufgeschlagene Buchseite mit Karten zu Lärmbelastung durch Verkehr und Industrie.
Wie laut ist es in Hamburg? Die Karte zu den Lärmemissionen verdeutlicht eindrücklich Stärke und Faktoren. © Tobias Hage, urbanista

Kartografie zwischen Analyse und Narration 

Die Bandbreite der dargestellten Informationen beeindruckt: Karten veranschaulichen die Höhe von Bestandsmieten, Preissteigerungen von Wohneigentum, aber auch die Erreichbarkeit von Bushaltestellen und die Bediengebiete für Bikesharing, Lastenräder und E-Scooter. Andere Karten informieren über sommerliche Oberflächentemperaturen und Lärmbelastung. Auch der Klimawandel wird durch die Darstellung von Risikogebieten für Küsten- und Flusshochwasser thematisiert. 

Damit aus Daten eine Geschichte wird, reicht es nicht, Informationen übereinanderzulegen. Man muss sich fragen: Warum erstelle ich diese Karte? Was ist mein Erkenntnisinteresse? Und anschließend prüfen: Beantwortet mir die Karte diese Frage – oder bleibt sie ein visuelles Rauschen?

Julian Petrin

Geschäftsführer Urbanista

Zweieinhalb Jahre arbeitete das Team von Urbanista am Atlas. Mit über 100 Fachleuten aus Hamburg und dem Umland sammelte es Daten und bereitete sie grafisch auf. Der “Stadt-Umland-Atlas Hamburg” steht als Buch in grafisch gelungenen Karten zur Verfügung und ist auch für Laien geeignet. 

Subjektive Raumwahrnehmungen und mentale Karten 

Im letzten Kapitel des Buches visualisiert Urbanista die persönlichen Kartierungen der Bewohnenden in Hamburg. Aus einer digitalen Umfrage, angelehnt an die „kognitive Karte“ von Kevin Lynch, ermittelten sie von rund 3.000 Teilnehmenden das Bild der Region in den Köpfen der Bewohnenden. Fragen nach der persönlichen Stadtgrenze und den vertrautesten und beliebtesten Orten wurden gestellt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bestimmte Orte nicht wahrgenommen und nicht entsprechend ihrer Potenziale genutzt werden. Das Team sieht den Atlas als Dialogwerkzeug, das kontinuierlich mit Inhalten gefüllt werden soll. Fachleute können auf die Daten digital zugreifen und sie verwenden. Doch damit endet es nicht: Der Atlas soll zudem als Blaupause für andere Städte dienen. 

Weitere Informationen finden Sie hier.

Der „Stadt Umland Atlas Hamburg“ liegt auf ausgebreiteten Karten.

Stadt-Umland-Atlas Hamburg

Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen / urbanista (Hg.)

Hardcover  
30,5 × 31,5 cm  
256 Seiten, 250 farb. Abb. 
Deutsch 
ISBN 978-3-98612-230-0 
09.2025  

E-Book  
ISBN 978-3-98612-279-9 
09.2025 

DAB Redaktion

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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