Deutsches Architektenblatt Logodab-logo
Finden Sie genau die Themen,
die Sie interessieren

Die beliebtesten Themen:

Deutsches Architektenblatt Logodab-logo Deutsches Architektenblatt Logodab-logo-description

„Geschwindigkeit allein löst kein strukturelles Problem.“

Eine Frage – mehrere Meinungen: Bau-Turbo – Lösung oder Schnellschuss? 

Der Bau-Turbo verspricht Tempo im Wohnungsbau. Doch reicht Beschleunigung aus, um die strukturellen Probleme zu lösen?

© Till Budde

Elisabeth Broermann

Architektin, Vertreterversammlung Architektenkammer Berlin, Sprecherin Architects for Future, Gastprofessorin TU Berlin
31.03.2026 5min

Der Bau-Turbo verspricht schnelle Antworten auf die Wohnungskrise. Doch Geschwindigkeit allein löst kein strukturelles Problem. Wenn Verfahren verkürzt werden, indem Beteiligung, soziale Standards und Klimaziele geschwächt werden, laufen wir Gefahr, zwar schneller zu bauen, aber am Bedarf vorbei. Das begünstigt renditeorientierte Projekte, treibt Bodenpreise und entzieht Kommunen wichtige Steuerungsmöglichkeiten für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung. Die Folgen sind Zersiedelung, steigende Wohn- und Infrastrukturkosten und im schlimmsten Fall die Leerstände von morgen. 

Zugleich produziert der forcierte Neubau enorme Mengen CO₂ und untergräbt die Klimaziele. Dabei geht es auch schneller und gezielter: durch Umbau, Umnutzung, Leerstandsaktivierung, Aufstockung – mitten in bestehenden Infrastrukturen und lebendigen Nachbarschaften. Das spart Zeit, Kosten und Ressourcen. Genau hier liegt der Hebel für bezahlbaren und klimaverträglichen Wohnraum.  

Fazit 

Wir brauchen einen Umbau-Turbo: Wir müssen gewachsene Stadtstrukturen stärken und brauchen ein Baurecht, das Umbau fördert. Wir können es uns nicht mehr leisten, so weiterzubauen, als gäbe es kein Morgen.

 


Dieses Meinungsstück aus der Rubrik „Eine Frage – mehrere Meinungen” stammt aus der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q1/2026, Region Berlin | Brandenburg. 

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

Bauen Sie Ihre
Zukunft – jetzt
Stellen entdecken

Das könnte Sie auch interessieren

„Das Strukturvermögen des Bundes kommt zur richtigen Zeit.“

Eine Frage – mehrere Meinungen: Investitionsoffensive – und jetzt? Mit dem Infrastrukturpaket startet Deutschland die größte Investitionsoffensive seiner Geschichte. Was kommt in den Kommunen an?

09.03.2026
Pressefoto eines Politikers am Rednerpult, Seitenansicht mit Bewegungsunschärfe vor neutralem Hintergrund.

„500 Milliarden Sondervermögen. Und jetzt?“

Mit dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ verspricht Deutschland die größte Investitionsoffensive seiner Geschichte. Doch bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass die Investitionen auf Strukturen treffen, die kaum mithalten können.

Berufspolitik Bundesweit
22.12.2025
Schwarz-weiß Porträt eines Mannes.

„Serielles Sanieren erfordert hohe Stückzahlen.“

Eine Frage – mehrere Meinungen: Königsweg für den Gebäudebestand? Bietet serielles Sanieren wirklich so großes Potenzial? Drei ehrenamtlich tätige Mitglieder der niedersächsischen Kammer antworten auf diese Frage.

Berufspolitik Niedersachsen
17.03.2026
Mann mit dunklem Hemd und beiger Hose steht vor einer Glasfront mit Blick auf Garten und Bäume.
Geschwungene Holzstruktur mit parallelen Linien, die eine organische, fließende Form bilden.
Freitreppe mit grasbedeckten Seitenflächen vor einem modernen, geschwungenen Gebäude mit weißer Fassade und dunklem Unterbau.
Blick über eine große, gepflasterte Fläche auf ein modernes Gebäude mit schrägen Stützen und Glasfassade, im Hintergrund Stadtgebäude und Bäume.

Neues Wissen,
smarte Projekte und
inspirierende Ideen

Entdecken Sie die Welt der Architektur – 
jetzt im exklusiven Newsletter!

Bitte gültige E-Mail-Adresse eingeben. Bestätigung der Datenschutzerklärung ist erforderlich.