„Die Kommunen müssen eigene Entscheidungskriterien entwickeln.“
Eine Frage – mehrere Meinungen: Bauen im Schnellverfahren: Eine Reform wirft Fragen auf
Der Bau-Turbo soll schnell neuen Wohnraum schaffen. Funktioniert das in der Praxis und um welchen Preis?
Ich bin optimistisch, dass der Bau-Turbo im Alltag und in den Umsetzungsabläufen unserer Kommunen ankommt und funktioniert. Im Grunde handelt es sich um eine Planersatzregelung, die die Entscheidungsspielräume unserer Städte und Gemeinden stärkt. Zustimmungsentscheidung statt Bebauungsplan. Deshalb kommt es nun darauf an, dass sich die zuständigen Beschlussgremien und Verwaltungen konzeptionelle wie fachliche Gedanken darüber machen, wann sie einem entsprechenden Bauvorhaben zustimmen und wann nicht.
Oder einfach gewendet: Wann ist ein Vorhaben städtebaulich gut, wann ist es schlecht. Und wenn die Städte und Gemeinden mit eben diesem Zustimmungsrecht verantwortungsvoll umzugehen lernen, dann kann der Bau-Turbo zu dem werden, was er sein möchte: ein entbürokratisiertes Genehmigungsrecht für den Wohnungsbau, durch das die Kommunen in ihrer Selbstverwaltung gestärkt werden und das letzte Wort haben. Bei allen städtebaulichen Herausforderungen, die ich freilich auch sehe: Warum sollte ich mich als Kommunaler gegen eine solche Vorschrift aussprechen?
Fazit
Der Bau-Turbo bringt für die Kommunen nicht nur Herausforderungen mit sich, sondern auch Chancen.
Dieses Meinungsstück aus der Rubrik „Eine Frage – mehrere Meinungen” stammt aus der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q1/2026, Region Bayern.
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