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„Bestand barrierefrei(er) umbauen!“

Am 15. September führt die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen in Dortmund die „Regionalkonferenz Inklusion“ durch. Drei Fragen an Jürgen Dusel, Projektpartner und Bundesbehindertenbeauftragter.

Christof Rose
20.07.2026 2min
Bestand Barrierefreiheit Nordrhein-Westfalen
Porträt eines Mannes im blauen Anzug und weißen Hemd auf einer begrünten Stadtstraße mit unscharfem Hintergrund
Jürgen Dusel ist seit 2018 Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen.
©  Anna Spindelndreier

DAB Redaktion Nordrhein-Westfalen: Jürgen Dusel, gemeinsam mit der Architektenkammer NRW diskutieren Sie in Dortmund über das Ziel eines barriereärmeren Gebäudebestands. Wie groß ist das Problem?

Jürgen Dusel: Die Problemlage ist sogar dramatisch. In Deutschland leben 7,9 Mio. Menschen mit Schwerbehinderungen, gleichzeitig gibt es nur rund 1,2 Mio. barrierearme bzw. barrierefreie Wohnungen. Diese Zahlen zeigen: Der Bedarf ist groß – allein der Neubau barrierefreier Wohnungen wird es nicht lösen. Wir müssen uns darum kümmern, dass im Wohnungsbestand die Barrieren reduziert werden. Davon werden wir in unserer älter werdenden Gesellschaft alle profitieren. 

7,9 Mio.

Menschen leben mit Schwerbehinderungen.

1,2 Mio.

barrierearme bzw. barrierefreie Wohnungen gibt es derzeit in Deutschland. 

Bei historischer oder denkmalgeschützter Architektur sind barriereabbauende Um- oder Anbauten bisweilen erhebliche Eingriffe. Welche Lösungswege scheinen Ihnen gangbar?

Ich finde es wichtig, dass Baudenkmäler (und dazu gehören auch Wohnhäuser) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – das schließt Menschen mit Behinderungen ein! Selbstverständlich müssen bei Um- oder Anbauten zum Abbau von Barrieren auch die Anforderungen von Denkmalschutz bedacht werden, hier ist jeder Fall anders. Die Herausforderung, Denkmalschutz und Barrierefreiheit zu vereinen, kann nur mit Kreativität, Fachwissen und Kompromissbereitschaft gelingen. Hierfür ist es gut, von Anfang an Fachleute für Barrierefreiheit und Interessenvertretungen von Menschen mit Behinderungen an der Planung zu beteiligen. Zu oft bauen oder entwickeln wir heute noch etwas, und erst am Ende fragen wir uns, wie wir das nun barrierefrei machen. Und dann wird es unnötig teuer.

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Sie haben schon viele „Regionalkonferenzen Inklusion“ durchgeführt. Was wollen Sie mit dem Format erreichen?

Viele Architekt:innen haben mir vermittelt, dass das Thema barrierefreies Bauen in ihrer Ausbildung kaum eine Rolle gespielt hat. Deshalb möchte ich mit dieser Veranstaltungsreihe – mit der wir in diesem Herbst noch unser zehnjähriges Jubiläum feiern werden – ein stärkeres Bewusstsein für die Relevanz des Themas schaffen. Und mit gelungenen Beispielen aus der Region überzeugen.


Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q2/2026 für Nordrhein-Westfalen

Ein Porträt zeigt eine einzelne erwachsene Person mit Brille vor unscharfem architektonischem Hintergrund, frontal zur Kamera ausgerichtet und freundlich lächelnd, wodurch das Bild eine professionelle Darstellung vermittelt und für fachliche Expertise, Engagement und persönliche Verantwortung innerhalb eines architektonischen oder kulturellen Kontextes steht.

Christof Rose

Pressesprecher und stellv. Geschäftsführer der Architektenkammer NRW DAB Redaktion Nordrhein-Westfalen
Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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