„Basale Prinzipien müssen wieder in den Fokus rücken“
Eine Frage – mehrere Meinungen: Architekturvermittlung – eine Frage unserer Zeit. Architektur bewegt sich in veränderlichen Kontexten von Baukultur und Gesellschaft. Wie vermittelt man sie heute?
Die Frage enthält bereits einen entscheidenden Faktor: Die Kontexte verändern sich, und das – zumindest gefühlt – immer schneller. Wie soll die universitäre Lehre, auf die ich mich hier konzentriere, darauf reagieren? Evident scheint mir zunächst, was man nicht tun sollte, nämlich jedem Trend hinterherzulaufen und die Anwendung der neuesten hoch spezialisierten Werkzeuge zu vermitteln. Stattdessen sollten die basalen Prinzipien der Architektur stärker in den Vordergrund rücken und die Fähigkeit, architektonische Probleme sinnvoll in den übergeordneten Kontext allgemeiner menschlicher Fragen und gesellschaftlicher Diskurse einzuordnen. Bevor man den Bau-Turbo zündet und „einfach mal macht“, gilt es, gerade in einer zunehmend verwirrenden und verwirrten Welt, zunächst zu verstehen, um dann selbst systematisch nach rational begründeten Lösungen suchen zu können. Der aktuell zu beobachtende Trend, entsprechende Lehrstühle nicht mehr zu besetzen (TU Berlin; UdK), ist deshalb schlicht dumm und kurzsichtig.
Fazit
Es muss wieder mehr Theorie in allen Facetten unterrichtet werden. Das wäre zielführend und wünschenswert. Nichts ist so praktisch wie eine gute Theorie.
Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q2/2026 für Bayern
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