Deutsches Architektenblatt Logodab-logo
Finden Sie genau die Themen,
die Sie interessieren

Die beliebtesten Themen:

Deutsches Architektenblatt Logodab-logo Deutsches Architektenblatt Logodab-logo-description

Fast druckfrisch: Die neue „Flachdachrichtlinie“ 2026

Wer kennt sie nicht, die „Flachdachrichtlinie“? Diese „Fachregel für Abdichtungen“ ist jedoch nur ein Teil des umfangreichen Handbuches, das das Deutsche Dachdeckerhandwerk 2026 novelliert herausgibt.

Jutta Heinkelmann
14.04.2026 2min
Flachdachbaustelle aus Blickrichtung Dachfläche: graue Abdichtungsbahnen, Geländer/ Gerüst am Rand, Bäume und bewölkter Himmel im Hintergrund; unten ein gelbes Banner mit schwarzer Schrift „NN — Neues aus der Normung“.
© Bayerische Architektenkammer / Canva

In dem Regelwerk finden sich neben der Grundregel der Flachdachrichtlinie noch zahlreiche weitere Fachregeln und Hinweise, Merk- und Produktblätter. Mit der Überarbeitung ist nun davon auszugehen, dass diese technischen Regeln dem aktuellen Kenntnisstand entsprechen. Dies ist wichtig, da sie eine anerkannte Hilfe bei Planung und Ausführung im Bereich der Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik sind. Werden sie berücksichtigt, so kann im Normalfall davon ausgegangen werden, dass die gewählte konstruktive Lösung beziehungsweise umgesetzte Leistung regelkonform ist.   

Dies bedeutet jedoch im Umkehrschluss, dass bei besonderen Beanspruchungen oder komplexen Rahmenbedingungen weitergehende oder auch einschränkende Maßnahmen erforderlich sein können. Auch befasst sich das Regelwerk nicht mit „Sonderfällen“. Aber im „Standardfall“ liegt die Vermutung nahe, dass viele der hier zusammengefassten technischen Regeln als anerkannte Regeln der Technik anzusehen sind beziehungsweise diesen Status erreichen werden. Jedoch entbindet auch das nicht von der Notwendigkeit, verantwortungsbewusst, sorgfältig und auf den Einzelfall bezogen zu planen und zu bauen, also u. a. die baukonstruktiven und nutzungstypischen Gegebenheiten sowie die örtlichen Witterungsbedingungen zu beachten. Und: Neben diesem Regelwerk gibt es noch weitere technische Regeln, wie z. B. die DIN 18533, die es zu beachten gilt.   

Noch ein Wort zu den vielen farbigen Abbildungen, die jetzt den jeweiligen textlichen Ausführungen direkt zugeordnet sind: Sie illustrieren das im Text Gesagte. Als Beispiel einer möglichen Ausführungsart eines bestimmten Teilbereichs stellen sie keine Lösung einer Gesamtsituation dar, wie in Abschnitt 1 der Grundregel zu lesen ist. 

ANZEIGE
ANZEIGE
Buchcover: blau‑weißes Fachbuch „Deutsches Dachdeckerhandwerk – Regeln für Abdichtungen“, Stand Januar 2026; Titel und Verlagsangaben (Rudolf Müller) auf klarem weißem Hintergrund.
Deutsches Dachdeckerhandwerk – Regeln für die Abdichtung © RM Rudolf Müller Medien GmbH & Co. KG 

Ja, und was wurde nun novelliert?  

Die Fachregeln wurden vollständig überarbeitet und aktualisiert. Der Text wurde gestrafft und die Struktur verbessert. Die bisherigen Streitpunkte „Behelfsabdichtung / Dampfsperre“ und „Gefälle“ wurden präzisiert und weitere Anpassungen vorgenommen.   

Von großem Interesse dürften die neu gefassten Regelungen zu barrierefreien Übergängen sein. Hierzu wird ausgeführt, dass mit der Integration der ZVDH-Planungshilfe „Barrierefreie Übergänge bei Terrassen und Balkonen“ (2020) in die Fachregel solche Übergänge nun als „Regelkonstruktionen“ und nicht mehr wie bislang als „Sonderkonstruktionen“ anzusehen sind und somit gesondert mit dem Bauherrn zu vereinbaren waren. Es bleibt nur zu hoffen, dass dies auch die Richter und Sachverständigen im Streitfall so sehen werden. 

Deutsches Dachdeckerhandwerk – Regeln für die Abdichtung

Herausgeber 
Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks – Fachverband Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik e.V.   

Verlag  
RM Rudolf Müller Medien GmbH & Co. KG  

Auflage/Jahr   
10. Auflage/2026  

Seitenzahl  
392 Seiten (16,8 × 24 cm)  

ISBN  
978-3-481-04846-4  

Preis  
Buch kartoniert 72,00 €  
Vorzugspreis für ZVDH-Mitgliedsbetriebe 56,00 € 

Porträt einer Frau mit Brille vor neutralem Hintergrund.

Jutta Heinkelmann

Architektin und Stadtplanerin

Dipl.-Ing. Univ. Jutta Heinkelmann ist Architektin und Stadtplanerin und arbeitet bei der Bayerischen Architektenkammer als Referentin Wohnen, Standards und Normung

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

Bauen Sie Ihre
Zukunft – jetzt
Stellen entdecken

Das könnte Sie auch interessieren

Hohe Stapel weißer Papierbögen; darüber ein gelber Balken mit der Aufschrift „NN – Neues aus der Normung“

Warum die Bayerischen Technischen Baubestimmungen kein Bestseller sind

Manche finden sie hilfreich, andere scheuen sie, einige haben noch nie einen Blick hineingeworfen – und es gibt die, die sie am liebsten abschaffen wollen. Fast jeder hat eine Meinung, aber was hat es eigentlich auf sich mit den Bayerischen Technischen Baubestimmungen?

18.02.2026

„Statt Omas Socken anzuziehen, will jeder jederzeit im T-Shirt durch die Wohnung laufen.“

Eine Frage – mehrere Meinungen: Kostentreiber und Bremsklötze: Woran scheitert »einfach«? Das einfache Bauen findet sich in jeder baupolitischen Agenda. Gleichzeitig steigen die Ansprüche weiter. Eine Krux

Berufspolitik Baden-Württemberg
24.03.2026
Infografik zu Ebenen des Bauens: konzentrische Kreise von innen nach außen „Material“, „Verbindungen“, „Bauelemente“, „Konstruktive Bauteile“, „Gebäude“, „Bauwerk“, „Kommunen“. Eingezeichnete Beispiele: Geländer, Fenster, Bodenbelag, Wandbekleidung, Heizkörper, Treppen, Leitungen, Dach, Boden, Stütze, Mauerwerk, Holzrahmen, Stahlbeton. Außenbereiche: Neubau, Bestand, Struktur, Infrastruktur, Freiraum, Mobilität, Neubauquartiere. Visualisiert Zusammenhänge vom Material bis zur kommunalen Ebene.

Lösungsansätze zu einem geregelten Wiedereinbau zirkulärer Baustoffe

Zirkuläres Bauen und die Weiternutzung vorhandener Bausubstanz erzeugen seit einigen Jahren eine große Aufmerksamkeit – sie sind Symbole der notwendigen Transformation in der Bauwirtschaft. Es ist unstrittig, dass es einen Paradigmenwechsel im Planen und Bauen geben muss, sofern wir unseren Beitrag zur Klimawende als Land und als Branche ernst nehmen. Doch inwieweit behindern heutige Vorschriften und Normen den Einbau zirkulärer Baustoffe und welche Lösungsansätze gibt es für einen geregelten Wiedereinbau?

Bautechnik Bundesweit
24.02.2026
Mann mit dunklem Hemd und beiger Hose steht vor einer Glasfront mit Blick auf Garten und Bäume.
Geschwungene Holzstruktur mit parallelen Linien, die eine organische, fließende Form bilden.
Freitreppe mit grasbedeckten Seitenflächen vor einem modernen, geschwungenen Gebäude mit weißer Fassade und dunklem Unterbau.
Blick über eine große, gepflasterte Fläche auf ein modernes Gebäude mit schrägen Stützen und Glasfassade, im Hintergrund Stadtgebäude und Bäume.

Neues Wissen,
smarte Projekte und
inspirierende Ideen

Entdecken Sie die Welt der Architektur – 
jetzt im exklusiven Newsletter!

Bitte gültige E-Mail-Adresse eingeben. Bestätigung der Datenschutzerklärung ist erforderlich.