Next Stop – Architektur Galerie Berlin
Kann Verkehrsinfrastruktur mehr sein als nur Technik? Und welche Rolle spielt Architektur dabei, Mobilität als räumliche, kulturelle und gesellschaftliche Aufgabe neu zu denken?
Die Verbesserung der Infrastruktur in Deutschland ist aktuell zentraler Gegenstand der öffentlichen Debatte. Parallel dazu ist die Mobilitätswende ein zentraler Hebel für Klimaschutz und Lebensqualität: Rund 22 % der Treibhausgasemissionen gehen auf den Autoverkehr zurück. Zugleich verändern sich die Anforderungen der Nutzerinnen und Nutzer. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie entscheidend es ist, Verkehrsräume nicht nur technisch, sondern auch architektonisch zu gestalten.
Die Ausstellung „Next Stop“ von Gruber + Popp in der Architektur Galerie Berlin widmet sich dieser Fragestellung und betrachtet Infrastruktur als gestalteten Bestandteil des öffentlichen Lebens. Vor dem Hintergrund der Mobilitätswende, der Klimaziele und sich wandelnder Nutzerbedürfnisse zeigen die Arbeiten des Büros, dass Verkehrsbauten weit mehr sind als funktionale Durchgangsorte. Bahnhöfe, Haltestellen und Umsteigepunkte werden hier als soziale Räume verstanden, in denen Orientierung, Sicherheit, Aufenthaltsqualität und Robustheit zusammengedacht werden müssen.
Anhand von sechs Projekten entfaltet die Ausstellung architektonische Strategien für eine gemeinwohlorientierte und klimaresiliente Infrastruktur. Diese reichen von Neubauten, wie der U-Bahnhof Martinsried in München, die mit ihren skulpturalen Oberlichtern wie ein urbanes Foyer wirkt, bis zur Sanierung der denkmalgeschützten U-Bahnstation Eisenacher Straße in Berlin, bei der Bauen im Bestand mit Prinzipien des zirkulären Bauens verknüpft wird. Weitere Beispiele zeigen, wie Energieerzeugung, Nutzungsoffenheit und gestalterische Prägnanz in Verkehrsbauten zusammenfinden – etwa beim Busbahnhof Martinsried mit Photovoltaikdach oder bei modularen Holz-Haltestellen für Dortmund.