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Neues aus Brüssel: Erster EU-Plan für bezahlbaren Wohnraum

Die EU-Kommission will den Bau beschleunigen, Investitionen mobilisieren und die Kommunen stärker unterstützen.

DAB Redaktion
05.01.2026 2min
Europa Berufspolitik Bundesweit
Europäische Union-Flagge mit gelben Sternen auf blauem Hintergrund.
© Hans Lucas/picture-alliance

Mit dem erstmals vorgelegten European Affordable Housing Plan reagiert die EU-Kommission auf die sich zuspitzende Wohnungskrise in Europa. Seit 2013 sind die Immobilienpreise EU-weit um über 60 Prozent und die Mieten um rund 20 Prozent gestiegen. Der Wohnraummangel gefährdet die soziale Teilhabe, die Arbeitsmobilität und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit. Die Kommission sieht deshalb Handlungsbedarf auf europäischer Ebene, der durch lokale und nationale Lösungen ergänzt werden soll.

Der Druck ist hoch: Sinkende Baugenehmigungen, steigende Baukosten, Fachkräftemangel und zunehmende Kurzzeitvermietungen verschärfen die Lage insbesondere in Städten. Zugleich betrifft die Krise nicht mehr nur einkommensschwache Haushalte, sondern auch die Mittelschicht, Studierende und systemrelevante Berufsgruppen. Der Plan setzt auf mehrere Hebel: vereinfachte Planungs- und Genehmigungsverfahren, neue EU-Beihilferegeln für den sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau, eine europäische Investitionsplattform sowie eine angekündigte Gesetzesinitiative zu Kurzzeitvermietungen. Zur Umsetzung soll eine Europäische Wohnungsbau-Allianz gegründet werden. Ein Fortschrittsbericht ist noch in dieser Legislaturperiode vorgesehen, ein erster EU-Wohnungsgipfel wurde für 2026 angekündigt. 

Kommentar

Bundesarchitektenkammer

Die Bundesarchitektenkammer (BAK) begrüßt den europäischen Plan für erschwinglichen Wohnraum als wichtiges politisches Signal angesichts der europaweiten Wohnraumkrise. 

 

Die BAK hebt folgende Punkte für eine erfolgreiche Umsetzung hervor: 

  • Gezielte Öffnung und Vereinfachung von EU-Förderinstrumenten (z. B. InvestEU, EIB) für kommunale und gemeinwohlorientierte Bauträger 
  • Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren durch europaweit harmonisierte digitale Standards statt zusätzlicher Berichtspflichten 
  • die konkrete Berücksichtigung von Bestandserhalt statt Abriss 
  • Qualitätsorientierte Vergabeverfahren, bei denen architektonische und städtebauliche Qualität Vorrang vor dem niedrigsten Preis haben 
  • sowie eine konsequente Stärkung kommunaler Planungskompetenz 

 

Die BAK wird die Umsetzung des Europäischen Plans für bezahlbaren Wohnraum konstruktiv begleiten und sich insbesondere dafür einsetzen, dass architektonische Qualität, Klimaschutz und soziale Verantwortung als untrennbare Einheit verstanden werden. 

DAB Redaktion

Berlin