Neues aus Brüssel: Erster EU-Plan für bezahlbaren Wohnraum
Die EU-Kommission will den Bau beschleunigen, Investitionen mobilisieren und die Kommunen stärker unterstützen.
Mit dem erstmals vorgelegten European Affordable Housing Plan reagiert die EU-Kommission auf die sich zuspitzende Wohnungskrise in Europa. Seit 2013 sind die Immobilienpreise EU-weit um über 60 Prozent und die Mieten um rund 20 Prozent gestiegen. Der Wohnraummangel gefährdet die soziale Teilhabe, die Arbeitsmobilität und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit. Die Kommission sieht deshalb Handlungsbedarf auf europäischer Ebene, der durch lokale und nationale Lösungen ergänzt werden soll.
Der Druck ist hoch: Sinkende Baugenehmigungen, steigende Baukosten, Fachkräftemangel und zunehmende Kurzzeitvermietungen verschärfen die Lage insbesondere in Städten. Zugleich betrifft die Krise nicht mehr nur einkommensschwache Haushalte, sondern auch die Mittelschicht, Studierende und systemrelevante Berufsgruppen. Der Plan setzt auf mehrere Hebel: vereinfachte Planungs- und Genehmigungsverfahren, neue EU-Beihilferegeln für den sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau, eine europäische Investitionsplattform sowie eine angekündigte Gesetzesinitiative zu Kurzzeitvermietungen. Zur Umsetzung soll eine Europäische Wohnungsbau-Allianz gegründet werden. Ein Fortschrittsbericht ist noch in dieser Legislaturperiode vorgesehen, ein erster EU-Wohnungsgipfel wurde für 2026 angekündigt.