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Schülerinnen und Schüler denken „Die Stadt von morgen“

Im Stadtentdecker-Projekt vermittelt die Architektenkammer Brandenburg in Schulen baukulturelles Wissen. Architektin Martina Nadansky berichtet über ihre Arbeit mit einer 6. Klasse in Potsdam-Babelsberg.

Dipl.-Ing. Martina Nadansky
08.01.2026 3min
Baukultur Brandenburg
Modell einer fantasievollen Spiellandschaft mit Bänken, Bäumen und Figuren.
Dieses Modell veranschaulicht die Ideen der Schüler:innen zum Wäldchen in Potsdam-Babelsberg. © Martina Nadansky

Die Klasse 6 b der Potsdamer Grundschule Bruno H. Bürgel entwickelte aus eigener Beobachtung heraus konkrete und umsetzungsnahe Vorschläge für drei Orte in Babelsberg. Besonders auffällig waren der realistische Blick auf Nutzungsmängel, der Wunsch nach Aufenthaltsqualität sowie das Verständnis für Gestaltungsmittel wie Beleuchtung, Material und Grün. Die Ergebnisse zeigen, wie ernsthaft und differenziert Schüler:innen Stadt wahrnehmen und weiterdenken. 

Logo „Stadtentdecker“ mit dem Slogan „Wir bringen uns ein“.

Das Projekt „Stadtentdecker“

In der Architektenkammer Brandenburg liegt der Fokus der Arbeitsgruppe „Architektur + Schule“ auf dem Stadtentdecker-Projekt. Es vermittelt jungen Menschen Wissen über Baukultur und erweitert ihre Kompetenzen im aktiven Umgang damit. Die Arbeitsgruppe hat das Stadtentdecker-Projekt entwickelt und damit eine sehr umfassende Möglichkeit der baukulturellen Bildung geschaffen. Mit dem Projekt erkunden Schüler:innen ihren Heimatort und setzen sich mit Fragen der Stadtentwicklung auseinander. Im Jahr 2023 feierte es sein 10-jähriges Bestehen. Mehr Informationen:  

https://www.ak-brandenburg.de/baukultur/stadtentdecker-projekt 

Das Stadtentdecker-Projekt wurde im 1. Schulhalbjahr 2025/26 auch in Potsdam Babelsberg durchgeführt. Projektpartner waren die Brandenburgische Architektenkammer, die Stadt Potsdam sowie die Grundschule Bruno H. Bürgel mit 21 Schüler:innen der Klasse 6 b und ihrer Klassenlehrerin Sybille Kirsch. Projektbegleitende Architektin war Dipl.-Ing. Martina Nadansky.

Projektidee  

Eine Projektidee kann aus verschiedenen Richtungen und Komponenten entstehen. Dabei ist es für die Schüler:innen sehr motivierend, wenn das Projektthema ihrem aktuellen Interesse entspricht und sie es selbst in der Diskussion entwickeln können. Wir haben also im Unterricht gefragt, welche Orte sie in Babelsberg als verbesserungswürdig erleben. Aus dieser Liste haben wir den Weberplatz (Station 1), den S-Bahnhof Babelsberg (Station 2) und das sogenannte Wäldchen an der Rudolf-Breitscheid-Straße (Station 3) ausgewählt. Aufgabe für die Schüler:innen war es, einen dieser drei Orte mit gestalterischen Mitteln zu verbessern und den Entwurf in Modell, Skizzen, Arbeitsmappen, Plakaten und Vortrag darzustellen. Der Projekttitel wurde in der Klasse in einer mehrheitlichen Abstimmung gefunden: „Die Stadt von morgen“. 

Stadtspaziergang 

Der Stadtspaziergang zu unseren drei Stationen sollte die räumliche Wahrnehmung stärken und die Ideenfindung anregen. In vorbereiteten Arbeitsmappen haben die Schüler:innen ihre Ideen und Skizzen zu den drei Orten eingetragen. Hierbei sind schon erste Konzeptansätze und Gruppenbildungen für die nachfolgende Arbeitsphase entstanden.  

Modellbau 

Für das Modell wurde kein Maßstab vorgegeben, die Wabenplatten im einheitlichen Format 50 x 70 cm gaben aber einen Rahmen vor. Am vierten Projekttag haben die Schüler:innen ihre Modelle mit einer professionellen Kamera und Fotoleuchten selbst inszeniert und fotografiert. In sieben Gruppen sind so diese Projekte entstanden: vier zum Weberplatz, zwei zum S-Bahnhof und ein Projekt zum Wäldchen. 

Modell eines grünen Parks mit Wegen, Pavillon und spielenden Figuren.
Dieses Modell veranschaulicht die Ideen der Schüler:innen zum Weberplatz in Potsdam-Babelsberg. © Martina Nadansky

Station 1: Weberplatz  

Auf dem stadträumlich sehr attraktiven Weberplatz gibt es aktuell keine Angebote für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren. Die Projekte spiegeln entsprechend die Wünsche der zehn- bis zwölfjährigen Schüler:innen nach Nutzungen zur erweiterten Freizeitgestaltung wider. Sie heißen „Grüne Oase“, „Snack + Stopp am Weberplatz“, „Weberspaß“ und „Webersportplatz“.  

Station 2: Wäldchen 

Das „Wäldchen“ ist aktuell eine bewaldete Restgrünfläche ohne Aufenthaltsqualität. Im Projekt „Rätsel-Wäldchen“ werden die Besucher:innen mit einem Rätsel-Parcours zum Thema „Wald“ spielerisch auf verschiedenen Wegen mit eingebauten Stopps durch das Wäldchen geführt.

Modell eines offenen Gebäudes mit Figuren, Treppe und farbiger Beleuchtung.
Dieses Modell veranschaulicht die Ideen der Schüler:innen zum S-Bahnhof Potsdam-Babelsberg. © Martina Nadansky

Station 3: S-Bahnhof Babelsberg  

Der denkmalgeschützte S-Bahnhof Babelsberg ist geprägt durch fehlende Aufenthaltsqualität für Wartezeiten, Schmutz und unangenehme Gerüche. Die beiden Projekte „Der neue Glanz des Bahnhofs“ und „S-Bahnhof Babelsberg: neu und besser“ wollen genau diese Defizite verbessern mit erstaunlich realistischen Maßnahmen wie Farbe, Beleuchtung, Mülleimern, Sitzgelegenheiten, Rampen und Aufzügen.   

Öffentliche Präsentation 

Die Vorträge für die öffentliche Präsentation wurden auch im Deutschunterricht geübt – sie gehören zu den Arbeitsmethoden von Planer:innen und ergänzen somit Modelle, Skizzen, Plakate und Arbeitsmappen.

Förderinformationen

„Stadtentdecker“ ist ein Projekt der Brandenburgischen Architektenkammer, gefördert durch das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL), in Kooperation mit dem Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM), unterstützt durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS). Mehr Infos unter www.ak-brandenburg.de/baukultur/stadtentdecker-projekt 

Dipl.-Ing. Martina Nadansky

Projektbegleitende Architektin Berlin