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Architekturfilme online sehen: Streaming- und Mediatheken-Tipps

Damit im Winter erst gar keine Langeweile aufkommt: Unterhaltsame und lehrreiche Filme rund um Architektur, Bauen und Wohnen. Außerdem preisgekrönte Architekturvideos aus aller Welt

Retro-Fernseher auf Füßen
Auch wenn Fernsehen heute anders aussieht: im Corona-Winter 2020/21 ist bsonders viel Zeit dafür.

Von Heiko Haberle

Transfer Architecture Video Awards
Hässliches in Hessen
Die Böhms: Architektur einer Familie
Das letzte Häusle: Architektur für die Modelleisenbahn
Traumhäuser und Architektenträume
Architektur verstehen für Kinder und Erwachsene
Bauhausfrauen
Murks in Germany: Warum Großprojekte scheitern
High-Rise: Hochhaus als Sozialexperiment
Brückenkollaps Genua: Spurensuche einer Katastrophe


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Transfer Architecture Video Awards

Die internationale Architektur-Plattform „Transfer“ (mit Sitz in der Schweiz) hat 2019 erstmals einen Wettbewerb für Architekturvideos veranstaltet. Über 300 Beiträge aus mehr als 50 Ländern wurden eingereicht. Auf der Website www.transfer-arch.com beeindrucken insgesamt 29 Videos zu Einzelgebäuden, Landschaft und baulich-gesellschaftlichen Phänomenen.

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Botschaft als Geisterhaus

Der Siegerfilm „Embajada de Brasil“ des in Madrid und Mexico City arbeitenden Künstlers Luis Úrculo (www.luisurculo.com) ist zugleich eine ungewohnte aber beeindruckende Art der Architekturpräsentation für die chilenisch-spanischen Ipiña + Nieto Arquitectos. Deren Umbau der brasilianischen Botschaft in Santiago de Chile wird im Film wie von Geisterhand enthüllt. Dabei entwickelt die sich langsam zurückziehende Malerfolie ein Eigenleben. Sie wird zunächst von einem leichten Windzug bewegt, wabert wie Rauch über den Boden und zieht sich schließlich zurück – fließt dabei wie Wasser Treppen und Wände herunter oder durch ein Loch im Boden – bis die Architektur schließlich befreit ist.

Barcelona-Pavillon in Weiß

Die Fotografin Adrià Goula zeigt in “Mies missing Materiality”, wie das Künstlerduo Anna und Eugeni Bach dem Barcelona-Pavillon jede Materialität nimmt und eine völlig andere Raumwirkung erzeugt: Sie überkleben Wände, Böden, Stützen und Fensterrahmen mit weißer Folie! Auch hier ist das Freilegen der Architektur darunter am Ende ein besonderer Moment.

Architektonische Detektivarbeit

Das Londoner Team von Forensic Architecture um Eyal Weizman liefert mit “The Killing of Rouzan Al-Najjar“ im Gazastreifen ein Beispiel für seine Arbeitsweise: Durch die Verortung von Videos und Fotos aus Presse und Social Media in virtuellen Architekturmodellen werden Kriminalfälle und Menschenrechstverletzungen nachgestellt und dabei nicht selten offizielle Darstellungen zum Tathergang ins Wanken gebracht – so auch im Fall eines NSU-Mordes in Kassel.

Landschaften von Menschenhand

Der Leipziger Videokünstler Thadeusz Tischbein verändert in “Landshape #1” unseren Blick auf Landschaft und Natur. Aus der Luft filmt die Kamera frontal landwirtschaftliche Felder ab: Natur wird zur minimalen, strengen, linearen Grafik. In “The Forest Underneath” stellt Paolo Patelli Bilder aus dem Hambacher Forst dem nahen Tagebau gegenüber, wo Braunkohle gefördert wird – die Überreste eines anderen Waldes.

Bye Bye Brutalismus

Einen posthumen letzten Besuch in einer inzwischen abgerissenen Ikone des Brutalismus ermöglicht “Just a car park” von Joe Gilbert, der das Parkhaus an der Londoner Welbeck street (unweit der Oxford street) von Michael Blampied and Partners in poetischen Schwarz-Weiß-Bildern einfängt.

Hier finden Sie alle 29 Videos aus der Endauswahl des Transfer Architecture Video Awards.


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Hässliches in Hessen

Anstelle einer pauschalen Architektenschelte für Bausünden und Bauskandale, die ein solches TV-Format befürchten lässt, ist dem Hessischen Rundfunk (HR) eine differenzierte und trotzdem bürgernahe Analyse gelungen. HR-Urgestein Holger Weinert strebt überraschend zielgenau dorthin, wo es an Baukultur im Alltag fehlt. Er schüttelt den Kopf über die Schallschutzwände aus dem Standard-Programm der Deutschen Bahn, die einen Ort zerteilen; er trifft einen Hausbesitzer, der noch immer froh ist, dass er kein Fachwerk mehr hat, sondern seine Fassade kärchern kann; er befährt einen potenziell traumhaften Fahrradweg am Rheinufer, der an Käfighaltung erinnert; er zählt auf einer Kreuzung über 80 „Einbauten“ (Schaltkästen, Verkehrszeichen, etc.); oder er besucht einen durchaus reichen Ort im Rhein-Main-Gebiet, dessen historische Hauptstraße mal 40 Geschäfte besaß aber heute völlig ausgestorben ist (von Autos abgesehen). Vor allem aber bemängelt Holger Weinert dort das optische Fiasko aus Eternit, Wärmedämmung und schwarz-rot-goldenen Farbexperimenten, was der Bürgermeister gar nicht versteht. Er möchte lieber ein barockes Haus abreißen, weil es die Straße verengt.

Wir erfahren weiterhin, was Architekt Christoph Mäckler nach der Frankfurter Altstadt nun wieder aufbauen möchte und auch positive, Mut machende Erkenntnisse fehlen glücklicherweise nicht: etwa, dass es hinter einer hunderte Meter langen Waschbetonzeile an der Autobahn geradezu idyllisch ist und auch die soziale Mischung stimmt. Oder dass ein unattraktiv gewordenes Frankfurter Hochhaus ganz oben mal eine Kita samt luftiger Freiflächen hatte (was für ein Potenzial!). Und vor allem sind da viele dynamische Bürgermeister oder Planungsdezernenten (die kurioserweise fast alle erst kurz im Amt sind) und Besserung geloben sowie oft junge Hausbesitzer, die ihr Fachwerk freilegen oder in den Siedlungen der Frankfurter Moderne wieder Holzfenster in den Originalfarben einbauen.

TV-Doku „Hässliches in Hessen“ in bisher drei Teilen in der ARD-Mediathek


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Die Böhms: Architektur einer Familie

Aus Anlass des 100. Geburtstags Gottfried Böhms im Januar 2020 ist der bewegende Dokumentarfilm von 2014 in der ARD-Mediathek zu sehen (bis Januar 2021). Gezeichnet wird ein Familienporträt vor architektonischem Hintergrund, das bisweilen auch von Konkurrenz geprägt ist – zwischen Vater und dreien seiner vier Söhne (ebenfalls Architekten) sowie zwischen den Söhnen untereinander. Und wie so oft, steht auch bei den Böhms eine starke Frau hinter dem Erfolg des Ehemannes: So kommt der Einfluss der inzwischen dementen Ehefrau und Mutter Elisabeth Böhm, ebenfalls Architektin (sie stirbt während der Dreharbeiten), auf das Werk Gottfried Böhms zur Sprache – etwa durch den mit der Familie gealterten Gärtner, der vor Jahrzehnten als Architekt bei den Böhms angefangen hat. Durchaus skurrile Situationen machen den Film zu einem zwar nachdenklichen aber auch kurzweiligen Vergnügen, etwa wenn Gottfried Böhm seinen eigenen Grabstein modelliert, mit Bauchklatscher in den Pool springt oder beim Tischtennis mit seinem älteren (!) Bruder zu erleben ist.
Kinofilm „Die Böhms: Architektur einer Familie“ in der ARD-Mediathek


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Das letzte Häusle: Architektur für die Modelleisenbahn

Spätestens seit der Ausstellung Märklin-Moderne ist klar, dass Häuser für die Modelleisenbahn viel über eine Gesellschaft und ihre Architektur erzählen. Auch die Modelle der Firma Vollmer aus Stuttgart-Zuffenhausen spiegeln vom Fachwerkhaus, über postmoderne Eckgebäude bis zum Drive-In-Restaurant nicht nur die Sehnsucht nach einer heilen Welt, sondern auch den Wunsch nach einem Abbild der Realität wider. Wir sind bei Recherchefahrten auf der Suche nach neuen modell- und marktfähigen Häusern dabei, bei der ersten Bauaufnahme mit Kamera, Kugelschreiber-Skizze und Zollstock, der aufwändigen Produktion des Prototyps, der handwerklichen Herstellung der Spritzgussformen und der Zusammenmischung des Polystyrols (zuletzt sogar auf Basis- von Mais- und Kartoffelstärke). Wir sehen das Lager mit den Stahlformen für über 1000 Modelle, begleiten die Chefin bei der Erfüllung von ausgefallenen Nachlieferwünschen (etwa wenn daheim ein winziger Schinken aus der Einrichtung einer Metzgerei abhanden gekommen ist) und erleben schließlich, wie das  Modell einer Stuttgarter Dönerbude 2014 das letzte wird, weil die Firma Vollmer aufgibt und schließt.

TV-Doku „Das letzte Häusle – Modellbaufirma Vollmer schließt“ aus der SWR-Reihe „Eisenbahnromantik“ in der ARD-Mediathek


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Traumhäuser und Architektenträume

Traumhäuser

„Die Traumhäuser-Bauherren haben sich diesen Traum erfüllt. Herausgekommen sind völlig unterschiedliche Wohnhäuser, die jedoch eines verbindet: die hohe gestalterische Qualität.“
Doku-Serie „Traumhäuser“ vom BR in der ARD-Mediathek

Die außergewöhnlichsten Häuser der Welt

„Der Architekt Piers Taylor und die immobilienbegeisterte Schauspielerin Caroline Quentin besichtigen herrlich außergewöhnliche Eigenheime in aller Welt.“
Britische Doku-Serie „Die außergewöhnlichsten Häuser der Welt“ auf Netflix


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Architektur verstehen für Kinder und Erwachsene

Löwenzahn: Die neue Schule

„Bärstadt bekommt eine neue Schule und alle können mitbestimmen, wie diese aussehen soll. Klar, dass auch Fritz und die beiden Nachbarskinder Emmi und Lou an dem Ideenwettbewerb teilnehmen.“
Folge „Die neue Schule“ der beliebten ZDF-Serie „Löwenzahn“ über Partizipation und Architektur generell

Nie wieder keine Ahnung – Architektur

Moderatorin Enie van de Meiklokjes will ihren Wissenshunger dieses Mal im Bereich Architektur stillen und befragt den Architekten Andreas Hild und den Architekturhistoriker Raimund Wünsche. Höchst kurzweilig wird dabei durchaus anspruchsvolles Fachwissen in drei Folgen vermittelt: Die ganze Architekturgeschichte in zehn Gebäuden / Die Bautechnik anhand von fünf Materialien / Die drei wichtigsten Menschen im System „Architektur“.
„Nie wieder keine Ahnung – Architektur“ ist unterhaltsames “Schulfernsehen” für alle Generationen vom SWR in der ARD-Mediathek


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Bauhausfrauen

„Über nie gesehenes Archivmaterial, Tagebucheinträge, Gespräche mit den Nachfahren und Bauhauskennern, macht diese (…) Dokumentation spürbar, wie Frauen am Bauhaus lebten und wirkten.“
TV-Dokumentation „Bauhausfrauen“ in der ARD-Mediathek


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Murks in Germany: Warum Großprojekte scheitern

„Der Berliner Hauptstadtflughafen, Stuttgart 21 und die Elbphilharmonie – drei Großprojekte, drei Desaster, ein Muster: zu teuer, zu spät, zu komplex. Dabei zeigt der Blick ins Ausland: Es geht auch anders – beispielsweise beim Schweizer Gotthardtunnel.“
TV-Dokumentation „Murks in Germany: Warum Großprojekte scheitern“ in der ZDF-Mediathek


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High-Rise: Hochhaus als Sozialexperiment

„London, 1975: Physiologe Robert zieht in ein Hochhaus, das zugleich als Sozialexperiment geplant ist. Das Gebäude bietet allen Luxus, ohne dass man es je verlassen müsste. Zumindest, solange man reich genug ist, um in eines der oberen Stockwerke aufzusteigen, wo auch der visionäre Architekt Mr. Royal residiert. Doch es drohen bald katastrophale soziale Spannungen.“
Spielfilm „High-Rise“ auf Sky Ticket


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Brückenkollaps Genua: Spurensuche einer Katastrophe

„Wie konnte diese Katastrophe geschehen? War sie vorhersehbar? Und was berichten die Überlebenden? Die Dokumentation geht auf Spurensuche, blickt zurück auf den Tag des Geschehens und rekonstruiert die Katastrophe.“
TV-Dokumentation „Brückenkollaps Genua: Spurensuche einer Katastrophe“ in der ZDF-Mediathek


In einem weiteren Beitrag geben wir einen Überblick über Architekturthemen in Podcasts.

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