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[ Filmtipps ]

Architekturfilme online sehen: Streaming- und Mediatheken-Tipps

Damit in Pandemie-Zeiten keine Langeweile aufkommt: Unterhaltsame und lehrreiche Filme rund um Architektur, Bauen und Wohnen

Retro-Fernseher auf Füßen
Auch wenn Fernsehen heute anders aussieht: iin Pandemie-Zeiten ist besonders viel Zeit dafür.

Von Heiko Haberle

Aktualisiert im Juni 2021


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Die Böhms: Architektur einer Familie

Am 9. Juni 2021 ist Gottfried Böhm im Alter von 101 Jahren gestorben. Aus diesem Anlass ist der bewegende Dokumentarfilm von 2014 erneut in der ARD-Mediathek zu sehen. Gezeichnet wird ein Familienporträt vor architektonischem Hintergrund, das bisweilen auch von Konkurrenz geprägt ist – zwischen Vater und dreien seiner vier Söhne (ebenfalls Architekten) sowie zwischen den Söhnen untereinander. Auch der Einfluss der inzwischen dementen Ehefrau und Mutter Elisabeth Böhm, ebenfalls Architektin (sie stirbt während der Dreharbeiten), auf das Werk Gottfrieds kommt zur Sprache – etwa durch den mit der Familie gealterten Gärtner, der vor Jahrzehnten als Architekt bei den Böhms angefangen hat. Durchaus skurrile Situationen machen den Film zu einem zwar nachdenklichen aber auch kurzweiligen Vergnügen, etwa wenn Gottfried seinen eigenen Grabstein modelliert, mit Bauchklatscher in den Pool springt oder beim Tischtennis mit seinem älteren (!) Bruder zu erleben ist.

Kinofilm „Die Böhms: Architektur einer Familie“ bis zum 13. August 2021 in der ARD-Mediathek


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Hässliches in Hessen

Anstelle einer pauschalen Architektenschelte für Bausünden und Bauskandale, die ein solch reißerischer (aber passender) Titel befürchten lässt, ist dem Hessischen Rundfunk (HR) eine bürgernahe und trotzdem differenzierte Analyse gelungen. Und das bei einer teilweise etwas improvisierten und offensichtlich mit wenig Budget ausgestatteten Produktion. HR-Urgestein Holger Weinert strebt überraschend zielgenau dorthin, wo es wehtut, weil es an Baukultur im Alltag fehlt.

Er schüttelt den Kopf über die Schallschutzwände aus dem Standard-Programm der Deutschen Bahn, die einen Ort zerteilen; er trifft einen Hausbesitzer, der noch immer froh ist, dass er kein Fachwerk mehr hat, sondern seine Fassade kärchern kann; er befährt einen potenziell traumhaften Fahrradweg am Rheinufer, der an Käfighaltung erinnert; er zählt auf einer Kreuzung über 80 „Einbauten“ (Schaltkästen, Verkehrszeichen, etc.); oder er besucht einen durchaus reichen Ort im Rhein-Main-Gebiet, dessen historische Hauptstraße mal 40 Geschäfte besaß aber heute völlig ausgestorben ist (von Autos abgesehen). Vor allem aber bemängelt Holger Weinert dort das optische Fiasko aus Eternit, Wärmedämmung und schwarz-rot-goldenen Farbexperimenten, was der Bürgermeister gar nicht versteht. Er möchte lieber ein barockes Haus abreißen, weil es die Straße verengt.

Wir erfahren weiterhin, was Architekt Christoph Mäckler nach der Frankfurter Altstadt nun wieder aufbauen möchte und auch positive, Mut machende Erkenntnisse fehlen glücklicherweise nicht: etwa, dass es hinter einer hunderte Meter langen Waschbetonzeile an der Autobahn geradezu idyllisch ist und auch die soziale Mischung stimmt. Oder dass ein unattraktiv gewordenes Frankfurter Hochhaus ganz oben mal eine Kita samt luftiger Freiflächen hatte (was für ein Potenzial!). Und vor allem sind da viele dynamische Bürgermeister oder Baudezernenten (kurioserweise fast alle erst kurz im Amt), die Besserung geloben sowie oft junge Hausbesitzer, die ihr Fachwerk freilegen oder in den Siedlungen der Frankfurter Moderne wieder Holzfenster in den Originalfarben einbauen.

TV-Doku „Hässliches in Hessen“ in bisher drei Teilen in der ARD-Mediathek


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Das letzte Häusle: Architektur für die Modelleisenbahn

Spätestens seit der Ausstellung Märklin-Moderne ist klar, dass Häuser für die Modelleisenbahn viel über eine Gesellschaft und ihre Architektur erzählen. Auch die Modelle der Firma Vollmer aus Stuttgart-Zuffenhausen spiegeln vom Fachwerkhaus, über postmoderne Eckgebäude bis zum Drive-In-Restaurant nicht nur die Sehnsucht nach einer heilen Welt, sondern auch den Wunsch nach einem Abbild der Realität wider. Wir sind bei Recherchefahrten auf der Suche nach neuen modell- und marktfähigen Häusern dabei, bei der ersten Bauaufnahme mit Kamera, Kugelschreiber-Skizze und Zollstock, der aufwändigen Produktion des Prototyps, der handwerklichen Herstellung der Spritzgussformen und der Zusammenmischung des Polystyrols (zuletzt sogar auf Basis- von Mais- und Kartoffelstärke). Wir sehen das Lager mit den Stahlformen für über 1000 Modelle, begleiten die Chefin bei der Erfüllung von ausgefallenen Nachlieferwünschen (etwa wenn daheim ein winziger Schinken aus der Einrichtung einer Metzgerei abhanden gekommen ist) und erleben schließlich, wie das  Modell einer Stuttgarter Dönerbude 2014 das letzte wird, weil die Firma Vollmer aufgibt und schließt.

TV-Doku „Das letzte Häusle – Modellbaufirma Vollmer schließt“ aus der SWR-Reihe „Eisenbahnromantik“ in der ARD-Mediathek


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Dresden: Wohin mit der Geschichte?

In Dresden begann mit dem Wiederaufbau der Frauenkirche, was der Architekturtheoretiker Stephan Trüby gegen Ende des Films als „Tabubruch“ für die Architektur bezeichnet. In Dresden erstarkten die Pegida-Bewegung und die AfD. Der Dokumentarfilm von Hans Christian Post fragt, ob es einen Zusammenhang zwischen Rekonstruktion und Rechtsruck gibt, tut dies aber eher indirekt mit Bildern rechter Aufmärsche vor der symbolisch aufgeladenen Kulisse des neuen alten Dresden. Und mit Aussagen, etwa von AfD-Politikern, die immer wieder eine angemessene Erinnerungsstätte für die Kriegsopfer fordern – was ja die Frauenkirche vor der Rekonstruktion war. Oder wie es die umstrittenen (nach einer Situation in Aleppo nachgestellten) drei hochkant aufgestellten Omnibusse des Künstlers Manaf Halbouni auch hätten sein können.

Zu Wort kommen der Künstler selbst, ein Pfarrer (selbst Zeuge der Bombardements), Wegbegleiter der zwei Wiederaufbauplanungen nach Krieg und Wende, ein NPD-Politiker, der stolz darauf ist, den bundesdeutschen Diskurs weit nach rechts getrieben zu haben; und die ehemalige Vorsitzende der jüdischen Gemeinde. Sie hatte sich bewusst gegen einen Wiederaufbau ihrer Synagoge, sondern für einen prägnanten Neubau entschieden.

Letztendlich bleibt offen, was stärker nachwirkt: der suburbane Wiederaufbau der DDR (den es anderswo in DDR und BRD so ähnlich ja auch gab), der „architektonische Bedürfnisse nicht befriedigte“ und wenig Identität vermittelte. Oder ein – so wird ausgeführt – schon kurz nach den Kriegszerstörungen von den Nationalsozialisten durch Übertreibungen eingeleiteter Opfermythos. Die entstehenden Wechselwirkungen sind jedenfalls hochbrisant.

Dokumentation „Wohin mit der Geschichte?“ im Filmprogramm der Bundeszentrale für politische Bildung


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Die Wahrheit über das Bauen der Zukunft

Warum Dubai Sand importieren muss? Wüstensand ist für die Zementproduktion ungeeignet! Und auch hierzulande werden die verfügbaren Vorräte an Sand und Kies knapp und Alternativen zum bisherigen Bauen mit Beton sind gefragt. rbb-Moderator Sven Oswald besucht ein energieautarkes Hausboot und trifft Forscherinnen und Forscher der TU-Berlin, die Recycling-Beton erproben oder aus Pilzen Dämmung, Akustik-Paneele und vielleicht auch bald Ziegelsteine herstellen können. Er lässt sich von den Vorteilen des Holzbaus und des Modulbaus überzeugen und begleitet ein Team, das mit einer Wetterstation im Rücksack Schritt für Schritt Daten sammelt und dabei im Abstand weniger Häuserblöcke Unterschiede bei den Bodentemperaturen von über 20 Grad Celsius misst – je nach Beschattung. Sein Fazit: Der Klimawanden erfordert nicht nur nachhaltigere Häuser, sondern auch dichtere aber zugleich grünere Städte.

TV-Doku „Die Wahrheit über das Bauen der Zukunft“ in der ARD-Mediathek


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Der Trick mit dem Bauschutt

Die Dokumentation aus der ZDF-Reihe „planet e“ hat einen ähnlichen Fokus wie die rbb-Produktion, konzentriert sich aber stärker auf das Thema Bauschutt, seine Wiederverwertung und Vermeidung. Auch wenn der neugierig machende „Trick“ sich als die zumindest in Fachkreisen bekannte Verwertung in Recycling-Beton entpuppt, wird der Nachholbedarf deutlich: Es herrscht noch immer eine unberechtigte Skepsis gegenüber R-Beton im Hochbau. In der Folge fehlen eine Verwertungs-Infrastruktur und Abnehmer. Stattdessen wird „guter“ Bauschutt quer durch Deutschland gefahren, obwohl Deponieflächen knapp sind und das Entsorgen immer teurer wird. Im niederländischen Venlo hingegen hat man das neue Rathaus bereits recyclingfähig geplant: Sein Abriss würde fünf Prozent der Baukosten wieder einspielen anstatt Geld zu kosten. Aber es werden auch „trickreiche“ Erfindungen vorgestellt, etwa der Züricher Forschungsbau NEST, wo Trockenbauplatten aus Tetra Packs und Dämmung aus alten Jeans oder aus Pilzmyzel erprobt werden.

TV-Doku „Der Trick mit dem Bauschutt“ in der ZDF-Mediathek


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Traumhäuser und Architektenträume

Traumhäuser

„Wer träumt ihn nicht – den Traum vom eigenen Haus? Die „Traumhäuser“-Bauherren haben sich diesen Traum erfüllt. Herausgekommen sind völlig unterschiedliche Wohnhäuser, die jedoch eines verbindet: die hohe gestalterische Qualität.“
Doku-Serie „Traumhäuser“ in der BR-Mediathek
Neue Folgen sind außerdem ab dem 23. Februar, immer dienstags um 22.45 Uhr im BR-Fernsehen zu sehen.

Die außergewöhnlichsten Häuser der Welt

„Der Architekt Piers Taylor und die immobilienbegeisterte Schauspielerin Caroline Quentin besichtigen herrlich außergewöhnliche Eigenheime in aller Welt.“
Britische Doku-Serie „Die außergewöhnlichsten Häuser der Welt“ auf Netflix


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Architektur verstehen für Kinder und Erwachsene

Löwenzahn: Die neue Schule

„Bärstadt bekommt eine neue Schule und alle können mitbestimmen, wie diese aussehen soll. Klar, dass auch Fritz und die beiden Nachbarskinder Emmi und Lou an dem Ideenwettbewerb teilnehmen.“
Folge „Die neue Schule“ der beliebten ZDF-Serie „Löwenzahn“ über Partizipation und Architektur generell

Nie wieder keine Ahnung – Architektur

Moderatorin Enie van de Meiklokjes will ihren Wissenshunger dieses Mal im Bereich Architektur stillen und befragt den Architekten Andreas Hild und den Architekturhistoriker Raimund Wünsche. Höchst kurzweilig wird dabei durchaus anspruchsvolles Fachwissen in drei Folgen vermittelt: Die ganze Architekturgeschichte in zehn Gebäuden / Die Bautechnik anhand von fünf Materialien / Die drei wichtigsten Menschen im System „Architektur“.
„Nie wieder keine Ahnung – Architektur“ ist unterhaltsames “Schulfernsehen” für alle Generationen vom SWR in der ARD-Mediathek


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Bauhausfrauen

„Über nie gesehenes Archivmaterial, Tagebucheinträge, Gespräche mit den Nachfahren und Bauhauskennern, macht diese (…) Dokumentation spürbar, wie Frauen am Bauhaus lebten und wirkten.“
TV-Dokumentation „Bauhausfrauen“ in der ARD-Mediathek


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Murks in Germany: Warum Großprojekte scheitern

„Der Berliner Hauptstadtflughafen, Stuttgart 21 und die Elbphilharmonie – drei Großprojekte, drei Desaster, ein Muster: zu teuer, zu spät, zu komplex. Dabei zeigt der Blick ins Ausland: Es geht auch anders – beispielsweise beim Schweizer Gotthardtunnel.“
TV-Dokumentation „Murks in Germany: Warum Großprojekte scheitern“ in der ZDF-Mediathek


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High-Rise: Hochhaus als Sozialexperiment

„London, 1975: Physiologe Robert zieht in ein Hochhaus, das zugleich als Sozialexperiment geplant ist. Das Gebäude bietet allen Luxus, ohne dass man es je verlassen müsste. Zumindest, solange man reich genug ist, um in eines der oberen Stockwerke aufzusteigen, wo auch der visionäre Architekt Mr. Royal residiert. Doch es drohen bald katastrophale soziale Spannungen.“
Spielfilm „High-Rise“ auf Sky Ticket


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Brückenkollaps Genua: Spurensuche einer Katastrophe

„Wie konnte diese Katastrophe geschehen? War sie vorhersehbar? Und was berichten die Überlebenden? Die Dokumentation geht auf Spurensuche, blickt zurück auf den Tag des Geschehens und rekonstruiert die Katastrophe.“
TV-Dokumentation „Brückenkollaps Genua: Spurensuche einer Katastrophe“ in der ZDF-Mediathek


In weiteren Beiträgen stellen wir Architekturvideos vor, die kleine Filmkunstwerke sind und geben einen Überblick über Architekturthemen in Podcasts.

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