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[ Corona-Tagebuch #14 ]

Verschwimmende Grenzen: Architekturvorträge online

Über einen Instagram-Post zu einem Vortrag der TU Kaiserslautern: Der zufällige Fund lässt Fabian über mögliche neue Netzwerke und verschwimmende Grenzen zwischen den Hochschulstandorten nachdenken

Nachdenken über Corana als Chance
Nachdenken über Corona als Chance: Eine Möglichkeit könnte es sein, die an vielen Hochschulen jetzt stattfindenden digitalen Vorträge ortsübergreifend zugänglich zu machen.

Von Fabian P. Dahinten

Instagram: Das ist für junge Architekt*innen DAS Medium. Ich kenne kaum Freunde oder Kommiliton*innen, die dort kein Account haben. Im Gegensatz zu anderen „sozialen“ Medien geht es dort hauptsächlich um Bilder, der Text darunter ist eigentlich gar nicht so wichtig. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, wieso es so angesagt ist in meiner Generation von werdenden Architekt*innen. Tolle Bilder zu den Themen, die mich interessieren. Ein Doppelklick auf das Bild und ich gebe ein „Like“, und der Algorithmus weiß: Fabian mag eine Holzfassade mit geschliffenen Estrich als Fußboden. Und schon bekomme ich mehr von dieser Sorte angezeigt.

„Reihe Eins”: Samuel Lundberg zoomt Architekturvorträge für die TU Kaiserslautern

Nun habe ich mich wie so oft, wenn ich auf irgendetwas warten muss, durch die Storys geklickt. Und zwischen unzähligen Katzenbildern, Fitness-Selfies und Architekturfotos springt mir eine Story ins Auge: „Reihe Eins – Heute Vortrag von Samuel Lundberg via Zoom.“ Stopp! Was ist denn das? Ich klicke mich direkt durch zum Profil und entdecke, das sind studentische Architekturvorträge der TU Kaiserslautern. Blöderweise ist die Mitteilung schon 16 Stunden alt, und der Vortrag war am Vorabend. Wie ärgerlich! Das hätte ich gerne gesehen, zumal es nicht die Beschränkung gibt, dass nur Studierende der TU Kaiserslautern zusehen dürfen.

Gibt es vielleicht noch mehr studentische Vortragsreihen, die jetzt digital ablaufen? Das wäre ja toll, dann könnte ich ja mal am Mittwoch in Kaiserslautern bei „Reihe Eins“ zuhören und Donnerstag wieder bei der arsgroup in Darmstadt. Und Dienstag und Montag? Oder wir sammeln hier beim DAB?

Feste Orte gibt es in der präsenzfreien Zeit ja nicht mehr …

Es müsste eine Stelle geben, an der diese Infos gebündelt gibt, wer wann einen Vortrag streamt. Eine Art Netzwerk für Architekturvorträge, in die ich mich abends einschalten kann. Vielleicht wäre ja unsere neues Architekturnetzwerk nexture plus der richtige Ort dafür? Für Vorträge, oder vielleicht auch Vorlesungen?

Die Frage stellt sich: Verschwimmen im digitalen Studium nicht die Grenzen zwischen den Hochschulen? Feste Orte gibt es in der präsenzfreien Zeit ja nicht mehr, wie ich in meinen Beitrag über Ellys „Auslandssemester“ schon berichtet habe. Natürlich, rein formal gibt es die Immatrikulation an einem festen Ort, auch weiterhin. Aber mal angenommen, es gäbe Seminare, die nicht ausgelastet sind: Könnte man dann nicht Studierende von anderen Studienorten dazunehmen? Der Möglichkeiten des gegenseitigen Austauschs und des voneinander Lernens wären verlockend. Nicht nur für die Studierenden, sondern auch für die Lehrenden. Denn alle sind ja – zurzeit jedenfalls – nur einen Klick entfernt …

 

Hier findet ihr alle Einträge im Corona-Tagebuch von Katharina und Fabian.


Fabian P. Dahinten und Katharina Körber studieren Architektur an der Hochschule Darmstadt. Im Wechsel schreiben sie für das DAB dieses Corona-Tagebuch

Und wie sind eure Erfahrungen als Architektur-Studierende oder -Lehrende? Wie reagiert ihr auf die Krise? Was macht die aktuelle Situation mit euch und der Lehre? Hinterlasst uns einen Kommentar auf dieser Seite oder schreibt uns unter DAB-leserforum@planetc.co

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Ein Gedanke zu „Verschwimmende Grenzen: Architekturvorträge online

  1. Hallo Herr Dahinten,

    interessantes Thema, das Sie da in Ihrem aktuellen Tagebuch-Eintrag aufgreifen. Dass die Grenzen, wer wo an einem Event teilnehmen kann, auf einmal verschwimmen, sehe ich genauso als eine der positiven Seiten der aktuellen Situation.

    Darüber, wie man die ganzen Vorträge, Webinare etc. bequemer und übersichtlicher zugänglich machen kann, habe ich mir auch schon Gedanken gemacht – und Anfang Mai den „Webinar-Kalender“ in meinem Online-Magazin „Internet für Architekten“ eingebaut, siehe https://internet-fuer-architekten.de/webinare.

    Dort kann jeder Veranstalter seine Events kostenlos eintragen. Architekturvorträge an Hochschulen fehlen noch, die würden aber bestimmt viele Leute interessieren! Also gerne weitersagen 🙂

    Beste Grüße
    Eric Sturm

    Antworten

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