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Pavillon-Parade

Die 80 Kilometer lange Remstal Gartenschau schafft neue Bezüge zur Landschaft und verbindet 16 Orte miteinander. In jedem hat ein anderes Architekturbüro einen Pavillon geschaffen. Die dezentrale Mini-Bauausstellung bleibt mindestens zehn Jahre bestehen

Von Lars Klaaßen

Die Ufer der Rems haben sich diesen Sommer in einen rund 80 Kilometer langen Garten verwandelt. Noch bis zum 20. Oktober findet dort die Remstal Gartenschau 2019 statt. Neue Zugänge machen den Fluss besser erlebbar, hinzu kommen Spielplätze und Sitzgelegenheiten am Wasser, aufgewertete Parks sowie Grünanlagen in den Städten und Gemeinden. Rad- und Wanderwege führen entlang der remstaltypischen Streuobstwiesen  und  Weinberge  in  die  16  Gartenschau-Kommunen. In jeder von ihnen findet sich eine eindrucksvolle architektonische Landmarke.

Entscheidung per Los

Die Remstal Gartenschau 2019 ist ein „Grünprojekt“ des Landes Baden-Württemberg. Solche „kleinen“ Gartenschauen wechseln sich jährlich mit den Landesgartenschauen ab. Das diesjährige Grünprojekt kooperiert mit der parallel initiierten BUGA in Heilbronn. Beide sind etwa durch Radwege miteinander verbunden. Für die „16 Stationen“ konnte die Kuratorin Jórunn Ragnarsdóttir 16 namhafte Architekturbüros aus ganz Deutschland gewinnen. Im Dezember 2016 kamen die beteiligten Architekten im Rahmen eines Kolloquiums ins Remstal, um die Kommunen und ihre Standorte zu besichtigen. Welches Architekturbüro für welchen Ort eine Station entwirft, wurde über Los entschieden.

Den Anfang macht an der Remsquelle eine markante Treppe von harris und kurrle architekten aus Stuttgart: Seit Mai 2019 gelangen Wanderer darüber zu einem wiederentdeckten Wegabschnitt, der einen Steinbruch direkt mit der Quelle verbindet. Elegant und einladend bildet die weiße Treppe einen deutlichen Kontrast zu den dunklen Schattierungen des Ortes, dem Asphalt der Straße, dem Fels des Steinbruchs und den Bäumen des Waldes. Rund 80 Kilometer flussabwärts, an der Mündung in den Necker, haben Christoph Mäckler Architekten aus Frankfurt ein Badehaus platziert. Es dient als Umkleidekabine, Besuchersteg sowie als Kunstort. Ein Erlebnisraum, der Stadt, Land und Fluss verbindet.

Ästhetik und Nutzen

Jede der „16 Stationen“ nimmt als Landschaftsskulptur die Bedeutung seines Ortes spielerisch auf – als Brücke, Turm, Statue, Dach oder Haus. Optische Ästhetik verbindet sich dabei auch mit praktischem Nutzen. Alle Entwürfe werden die 164 Tage währende Gartenschau überdauern, mindestens zehn Jahre sollen sie erhalten bleiben und im Zusammenspiel mit der Natur Besucher aus den umliegenden Regionen anlocken. Die architektonischen Landmarken zwischen Quelle und Mündung sind jede für sich schon eine Wanderung wert. Zugleich lenken Sie die Aufmerksamkeit auf die Eigenheiten ihrer Umgebung, die ebenso eine Entdeckung lohnen.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Remstal Gartenschau.

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