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[ Umbaukultur ]

Bedrohte Riesen der Nachkriegsmoderne: Nachnutzung statt Abriss

Dieser Beitrag ist unter dem Titel „Bedrohte Riesen“ im Deutschen Architektenblatt 11.2021 erschienen

Von Heiko Haberle

Während beliebten Altbauten niemand ihre Unwirtschaftlichkeit vorrechnet, wird der Nachkriegsmoderne ein Abriss oft als beste Lösung bescheinigt – weil das Image ein anderes ist und weil graue Energie, baukulturelle und soziale Faktoren nicht bilanziert werden. Doch auch hier muss sich eine Umbaukultur etablieren und der Abriss zum Tabu werden. Bei diesen sechs Beispielen besteht noch mehr oder weniger Hoffnung.


Jugendzentrum Moabit
Berlin, Jugendzentrum Moabit

Berlin, Jugendzentrum Moabit, 1978

Der auffällige Komplex in der Rathenower Straße von Neumann, Grötzebach und Plessow soll gekappt werden. Der flache Teil ­würde einem kompakten Neubau der landes­eigenen WBM weichen, der auch Sozialwohnungen und gemeinwohlorientierte Nutzungen ­vorsieht. Auf dem Portal wem.gehoert.berlin kritisiert eine Initiative, dass der Bestandsbau vernachlässigt ­wurde. Sie fordert per Petition, dort die sozialen Nutzungen unterzubringen sowie den kompletten Erhalt.


Collini-Center in Mannheim

Mannheim, Collini-Center

Mannheim, Collini-Center, 1975

Der große Turm mit Eigentumswohnungen bleibt, das kleinere ehemalige Technische Rathaus wird durch mehrere Neubauten mit Wohnungen und Büros ersetzt. Von Karl Schmuckers Gesamtplanung gehen auch ein Schwimmbad und eine denkmalwürdige ­Rarität verloren: eine zeittypisch erhaltene Einkaufspassage der 1970er-Jahre.

Aktuell wird per Online-Petition der komplette Erhalt und der Denkmalschutz für das Collini-Center gefordert.


Scheiben im Zentrum Neustadt in Halle (Saale)
Halle (Saale), Zentrum Neustadt

Halle (Saale), Zentrum Neustadt, 1975

Scheibe A wurde jüngst als Sitz der Stadtverwaltung saniert, in Scheibe D sind Büros des Jobcenters. Der Umbau von Scheibe C zu Wohnungen stockt, B und E stehen leer. Unterschiedliche Eigentumsverhältnisse machen die Gesamt­planung von Richard Paulick und Karlheinz Schlesier zum Stückwerk.


Pingusson-Bau in Saarbrücken
Saarbrücken, Pingusson-Bau

Saarbrücken, Pingusson-Bau, 1954

Die nach ­ihrem Architekten Georges-Henri Pingusson ­benannte ehemalige französische Botschaft im Saarland ist das einzige Baudenkmal in diesem Beitrag. Während die repräsentativen Säle und ­Foyers für Veranstaltungen genutzt werden, fehlt für den Büroriegel ein Nutzungskonzept. Jüngst haben Studierende aus Mainz, Trier und Kaiserslautern Vorschläge gemacht.


Postscheckamt in Hannover
Hannover, Postscheckamt

Hannover, Postscheckamt, 1973

Das von HPP entworfene Haus ist bereits leer gezogen, damit ein neues Stadtquartier ­errichtet ­werden kann. Die ­Architektenkammer Niedersachsen versucht ­derzeit, den Abriss mit ­Vorschlägen für eine Nachnutzung noch abzuwenden.


Arabella-Hochhaus in München
München, Arabella-Hochhaus

München, Arabella-Hochhaus, 1969

Trotz der Größe herrscht eine fast ­intime ­Mischung aus langfristig vermieteten Wohnungen, Arztpraxen, Läden und einem Hotel. Die Eigentümerin möchte das sanierungsbedürftige Haus nach einem Entwurf von Toby Schmidbauer abreißen und in ähnlicher Form neu bauen. Der Termin wurde von 2026 auf 2030 verschoben.

Weitere Beiträge finden Sie in unserem Schwerpunkt Groß.

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