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[ Buchtipp ]

Geht doch! Ein Buch über bezahlbares Wohnen

Handfeste Erfahrungen einer regional verwurzelten Architektenfamilie statt akademischer Brille: Klaus Wehrle zeigt mit eigenen Projekten, Kostentabellen und Interviews, wie es geht und woran es oft scheitert. Seine Architektur studierenden Kinder Hannah und Jonas sorgen als Co-Autoren für den frischen Wind.

 

Von Christoph Gunßer

Allzu selten teilen „Macher“ ihre Erfahrungen aus der Praxis mit – das scheint bei Architekten noch seltener zu sein als anderswo. Klaus Wehrle ist in Südbaden seit langem als Architekt und Projektentwickler aktiv, er hat schon früh Baugemeinschaften angeschoben und betreut, und er ist dort bestens vernetzt. Davon profitiert dieses Buch, das er gemeinsam mit seinen Kindern geschrieben hat, beides angehende Architekt(inn)en. Auch wenn die Beiträge im Buch nicht namentlich gekennzeichnet sind, scheint sich die frische Erfahrung der Beiden im lebendigen Mix der Präsentationen widerzuspiegeln: So gibt es allgemeinere Kapitel wie einen historischen Überblick, der sehr weit zurückgeht und mit dem Thema nicht immer enggeführt wird oder Statistiken zum sozialen Wandel

Warum ist Bauen so teuer?

Substanzieller und zentraler dann das Kapitel „Warum ist Bauen so teuer?“, was auch statistisch veranschaulicht wird. Hier ist natürlich die Bodenfrage Thema, der Bauteam-Gedanke, den Wehrle erfolgreich anwendet, aber auch die Rolle der Finanziers. Welch ungute Rolle Banken im lokalen Baugeschehen spielen können, erfährt man etwa durch ein Interview mit einem Ex-Bürgermeister. Die Gespräche mit Experten von der Stadtplanerin über den Historiker bis zum Vorsorgefachmann und zum Handwerker beleuchten das Thema von vielen Seiten.

Praktische Baukosten-Tabellen

Ganz konkret und sehr detailliert bis hin zu Baukosten-Aufschlüsselungen bringen sieben gebaute Projekte von Wehrle aus den letzten Jahrzehnten das Thema herüber: Mehrfamilienhäuser, solide und wirklich recht günstig errichtet, zumeist für Baugemeinschaften. Die Baubeschreibungen und Tabellen machen diesen Teil etwas trocken, aber für den Praktiker nützlich.

So wirkt dieses Familien-Werk wie eine sympathische Standortbestimmung, die keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt, auch nicht immer hochprofessionell und akademisch daherkommt, aber dafür nah am regionalen Wirkungskreis bleibt. Und die Region zählt ja gewiss zu den innovativsten hierzulande. Also: lesenswert.

Beispiel für eine Projektdokumentation

Seite aus Buch Geht doch. Bezahlbares Wohnen

Seite aus Buch Geht doch. Bezahlbares Wohnen

Seite aus Buch Geht doch. Bezahlbares Wohnen

Hannah Wehrle, Jonas Wehrle, Klaus Wehrle
Geht doch! Ein Buch über bezahlbares Wohnen
Regiowerk Verlag, 2020
264 Seiten, 49 Euro

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