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[ Lichtkunst ]

Licht im Dunkel

Der Konzeptkünstler Mischa Kuball inszeniert im Jüdischen Museum Berlin zwei erstmals zugängliche Voids mit Spotlights, beweglichen Spiegeln und Klang

 

Von Heiko Haberle

Auch nach 20 Jahren hat Daniel Libeskinds Jüdisches Museum in Berlin nichts von seiner architektonischen Kraft verloren. Im Gegenteil, denn erstmals sind zwei Voids begehbar, die bisher wegen Einbauten unzugänglich waren. Hier im Untergeschoss, wo die Akademie des Museums war, bevor sie in die gegenüberliegende ehemalige Blumengroßmarkthalle umzog, hat nun der Düsseldorfer Lichtkünstler Mischa Kuball mit „res.o.nant“ eine Arbeit geschaffen, die sich explizit auf die Architektur bezieht. Mit Daniel Libeskind stand er dabei in engem Austausch.

„Jeder Void hat einen anderen Grundriss. Um ihn zu erkennen, muss man an die Decke schauen“, so Kuball. Den jeweiligen Grundriss lässt Kuball als Spotlight nach oben werfen. Während das Licht die Wände entlang nach unten wandert und damit den Raum quasi abtastet, wird der Grundriss zum Kreis, ausgelöst durch einen Wechsel des Schiebedias im Projektor. Das entstehende Klacken gibt der Stille des Raumes einen Rhythmus. Hinzu kommen 60-sekündige Klangeinspielungen, die über 150 Musiker und Künstler produziert haben.

Raum auf der Netzhaut

An anderer Stelle wird ein rot ausgeleuchteter Raum immer heller, bis dem ein Stroboskop-Blitz, einer Entladung gleich, ein Ende setzt. Dabei brennt sich der Raum dem Besucher als Nachbild ein. Am Kreuzungspunkt zweier Achsen setzen bewegliche Spiegel den eigenen Kopf dem Nachbarn auf. Nebenbei werfen sie die Lichtimpulse aus den Voids hinaus bis hin zur Treppe, die aus dem Altbau hinab führt.

Mischa Kuball sieht „res.o.nant“ nicht als Installation, sondern eher als Versuchsanordnung: „Mir geht es um die Situation, und was sie mit den Menschen macht. In dieser Situation können sich Menschen auf einer anderen Ebene begegnen.“ Kuball macht in den Voids deutlich, dass sich der Mensch in räumlichen Bezügen bewegt und in ihnen handelt. Er provoziert Interaktion mit dem Raum, die sich durch Ratlosigkeit, völliges Loslassen oder durch Festhalten von Momenten mit dem Smartphone äußert.

 

Gallery Weekend

Am Berliner Gallery Weekend am 26. und 27. April wird res.o.nant zum Ort für elektronische Live-Musik. Mehr Informationen hier

Besuch

Die Dauerausstellung des Jüdischen Museums wird gerade überarbeitet. Jedoch sind die Wechselausstellungen geöffnet. res.o.nant ist noch bis zum 1. September 2019 zu sehen.

Mehr zum Kunstwerk

auf atelierbesuche.com

auf deeds.world

 

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