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[ Nachwuchs-Kolumne #60 ]

Nachhaltig entwerfen: im Architekturstudium noch selten Thema

In einem guten Entwurf mit einem schlüssigen Konzept werden Themen wie Tragwerk oder Brandschutz von Anfang an mitgedacht und haben die Entwurfsentscheidungen beeinflusst. Dies sollte auch für Aspekte der Nachhaltigkeit gelten. Zeit, damit zu beginnen – jetzt

MIt Pflanzen bewachsene Fassade
Eine grüne Fassade wird zwar häufig als nachhaltig angesehen, doch nachhaltige Entscheidungen beginnen schon viel früher im Entwurf.

Von Fabian P. Dahinten

Als Student hatte ich zum Semesterstart meistens eine Reihe guter Vorsätze. Sei es, die Vorlesungen im ersten Block häufiger zu besuchen oder für Abgaben diesmal wirklich früher anzufangen. Wie wäre es in diesem Semester mit einem anderen Vorsatz, einem der nachhaltig ist und möglicherweise tatsächlich funktioniert?

Schon im Masterstudium habe ich einen Professor an der Hochschule in Darmstadt in der Lehre unterstützt: beim Entwurfsprojekt im Bachelor. Auch nach dem Abschluss unterrichte ich zusammen mit ihm die Studierenden im dritten und vierten Semester. Jedes Semester machen wir uns erneut Gedanken, welche Aufgaben für das jeweilige Semester angemessen, spannend und herausfordernd sein könnten.

Die Aufgabe ist das Mittel zum Zweck

Unsere Auswahl ist bunt: Turnhallen, Vorlesungsgebäude, Innovationcenter, Wohnheime, Clubs am See oder Umnutzungen von Gewerbe zu Wohnraum. Die eigentliche Aufgabe dabei ist immer nur das Mittel zum Zweck. Denn eigentlich geht es darum, die Art und Weise zu vermitteln, an eine Entwurfsaufgabe heranzugehen und die unterschiedlichen Aufgaben eines Gebäudes im Idealfall mit einem guten Konzept zusammenzubringen.

Dabei sind natürlich die klassischen Themen wichtig: die städtebauliche Einbindung, die Erschließung, die Anordnung der Räume und der Funktionsablauf innerhalb des Gebäudes. Dann kommt schnell das Tragwerk, die Konstruktion und der Brandschutz dazu. Und bei all den Themen darf man natürlich nicht vergessen auch spannende räumliche Situationen zu entwickeln.

Aber fehlt da nicht etwas?

Doch fehlt bei meiner Auflistung nicht ein Thema, das wir über alle Semester und alle Lehrgebiete hinweg beim Entwurf berücksichtigen sollten? Klar: Nachhaltig sollte auch gebaut werden! In einem guten Entwurf mit einem schlüssigen Konzept wurden Themen wie Tragwerk oder Brandschutz von Anfang an mitgedacht und haben die Entwurfsentscheidungen beeinflusst. Gerade wenn das Tragwerk erst im Nachhinein „darübergestülpt“ wird, sieht ein geschultes Auge das dem Entwurf immer an. Genau das ist einer der wichtigsten Punkte, die man im Studium lernen sollte.

Ähnlich sieht es bei der Frage aus, wie nachhaltig ein Gebäude ist: Wer am Ende nur eine begrünte Fassade ans Haus hängt, betreibt mehr Greenwashing, als einen wirklichen Beitrag zum 1,5-Grad-Ziel zu leisten. Das Thema ist sehr vielschichtig: Es muss nicht immer ein Holzhaus sein. Auch ein verringertes Stützenraster spart Beton und Stahl und trägt zur Senkung der Grauen Energie bei.

Nachhaltig entwerfen: von Anfang an

Ähnlich wie mit dem Tragwerk sollten wir auch mit dem Thema Nachhaltigkeit umgehen. Es sollte vor allem an den Hochschulen und Universitäten Standard werden, Nachhaltigkeit als zentrales Entwurfskriterium zu behandeln. Neben Konzeptidee, Tragwerk und Layout sollte es auf den Abgabeplänen auch immer einen Abschnitt geben, der die Gedanken zum ressourcenschonenden Bauen erklärt und sichtbar macht.

Genau darauf legen wir in dieses Semester den Fokus unserer Entwurfsaufgabe. Doch auch wenn es nicht in der Aufgabenstellung explizit erwähnt wird: Wieso sollte man sich nicht aus einer Motivation heraus von Anfang an fragen, wie ein Gebäude entworfen werden kann, das sich nicht nur in die Umgebung einpasst, sondern auch die Umwelt schont?


Fabian P. Dahinten studierte Architektur an der Hochschule Darmstadt startet nun ins Berufsleben und engagiert sich bei der Nachwuchsorganisation nexture+.

Hier findet ihr alle Nachwuchs-Kolumnen von Fabian.

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