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[ Nachwuchs-Kolumne #42 ]

Studium ohne Architekturtheorie und Tragwerkslehre?

Studierende werden nicht gefragt, wenn bei der Lehre gekürzt wird. Manchmal müssen sie laut werden, um die Qualität ihres Studiums zu bewahren

2008 haben wir uns in Darmstadt erfolgreich für eine gute Lehre eingesetzt. Foto: Fabian P. Dahinten

Von Fabian P. Dahinten

Was braucht es für eine umfassende Lehre in der Architektur? Diese Frage habe ich mir gerade erst wieder gestellt. Eigentlich sollte es ein ganz normales digitales Meeting der Kommunikations-Gruppe von „nexture+“ werden, dem Nachwuchsnetzwerk der Innenarchitektur und Architektur. Doch dann erzählte Lorenz, dass die Studierenden der Leibniz Universität in Hannover nach einer Fakultätssitzung ziemlich in Aufruhr sind.

Architekturtheorie und Tragwerkslehre sind existenziell

Der Grund für die Empörung der Kommiliton*innen: Von den derzeit 14 Professuren sollen zwei Wegfallen. Dabei handelt es sich um die Lehrstühle Architekturtheorie und Tragwerkslehre, zwei existenzielle Themenfelder für eine solide Architekturausbildung. Zudem berichtete Lorenz, dass 2003 bereits acht Professuren gestrichen worden seien, schon damals eine Schrumpfung auf das verkraftbare Minimum. Nun soll es also darunter gehen?

Gute Lehre statt Sparflamme

Als Grund für die Sparmaßnahmen wurden allgemeine Budgetkürzungen vom Land Niedersachsen im Bildungssektor genannt. Der Lösungsvorschlag: 22 der als nächstes altersbedingt ausscheidenden Professuren werden nicht nachbesetzt. Zwei davon fallen auf den Fachbereich Architektur. Wo bleiben dabei die fachlichen Überlegungen?

Für eine gute Lehre auf die Barrikaden

Neu ist mein Unverständnis für solch scheinbar unüberlegte Entscheidungen nicht. 2008 habe ich gemeinsam mit meinen Kommiliton*innen an meiner damaligen Hochschule in Darmstadt demonstriert. Der Grund waren ebenfalls Sparmaßnahmen und der Plan des Präsidiums, in unseren Fachbereich die Zahl der Erstsemesterplätze drastisch zu erhöhen, um bei den nächsten Budgetzuweisungen gut dazustehen.

Studierende waren damals nicht eingebunden, jedenfalls nicht, bis wir pressewirksam unser Gebäude mit Plakaten verhängten und Mitsprache einforderten. Die Aktion war erfolgreich. Manchmal müssen Studierende auf die Barrikaden gehen, um elementare Entscheidungen über ihr Studium und ihre Lehre mitzugestalten. So ist es auch im Fall von Lorenz an der Leibniz Universität in Hannover.

 

Fabian P. Dahinten studierte Architektur an der Hochschule Darmstadt startet nun ins Berufsleben und engagiert sich bei der Nachwuchsorganisation nexture +.

Hier findet ihr alle Nachwuchs-Kolumnen von Fabian.

Wie sind eure Erfahrungen als Architektur-Studierende oder Berufseinsteiger? Hinterlasst uns einen Kommentar auf dieser Seite oder schreibt uns unter DAB-leserforum@handelsblattgroup.com

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