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[ Nachwuchs-Kolumne #39 ]

Resümee des Corona-Semesters: digitale Lehre hat Vorteile und Nachteile

Auf dem vierten Vernetzungstreffen der Nachwuchsorganisation nexture + diskutierten wir Studierenden der Innenarchitektur- und Architektur unter anderem darüber, was im digitalen Semester gut und was schlecht gelaufen ist

Das Netzwerktreffen von nexture + musste online abgehalten werden. Foto: Fabian P. Dahinten

Von Fabian P. Dahinten

„Die Pünktlichkeit und die Erreichbarkeit  der Lehrenden ist deutlich gestiegen, klar ein paar schwarze Schafe gibt es, aber die gab es auch schon davor.“ So berichtet Jonas aus Biberach von seinem Eindruck des vergangenen digitalen Semesters. Am 7. und 8. November, beim vierten Vernetzungstreffen von nexture +, dem Nachwuchsnetzwerk der Innenarchitektur- und Architekturstudierenden und Absolvent*innen im deutschsprachigen Raum, waren die Erfahrungen aus dem digitalen Semester ein großes Thema.

Die Qualität leidet

„Wir finden, dass die Qualität der Arbeiten im Durchschnitt gesunken ist. Dies hat wahrscheinlich mit den fehlenden Austausch unter den Studierenden zu tun“, erzählt Simeon aus Braunschweig bei der digitalen Podiumsdiskussion über das vergangene Semester. „Es fehlt zum Beispiel das gemeinsame Kaffeetrinken, bei dem man sich mal kurz über die Projekte ausgetauscht hat.“ Dies ist großer Konsens an diesem Wochenende. Das gemeinsame Arbeiten, der persönliche Kontakt fehlt den Studierenden nicht nur schmerzlich, sondern es zieht auch schlechtere Ergebnisse nach sich. Architektur entsteht eben nicht allein im Kämmerchen.

Die persönliche Auseinandersetzung fehlt allen

Den Lehrenden geht es ähnlich, wie Marie aus Wuppertal in der Runde ergänzt: „Die engagierten Professor*innen klagen über das ausbleibende Feedback durch die Studierenden während ihrer Vorlesungen, dadurch wissen die Lehrenden nicht, was bei den Studierenden ankommt.“ Die Teilnahme an den Vorlesungen scheint durch die digitalen Angebote jedoch gestiegen zu sein: „Wir haben oft Vorlesungen sehr früh am Morgen“, sagte Teresa aus Leipzig. „Zum einen entfällt die Anfahrt und zum anderen ist es leichter morgens im Bett den Laptop aufzuklappen und die Vorlesung zu verfolgen.“ Das führe wohl zu einer höheren Beteiligung in den Vorlesungen.

Vorlesungen live oder aufgezeichnet

Während bei den einen alle Vorlesungen nur live sind, werden bei anderen die Vorlesungen fast vollständig auch zum späteren Ansehen angeboten. Dies schafft für viele Studierende neue Freiheiten, flexibler mit ihrem Nebenjob oder anderen Fächern umzugehen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Videos und Materialien online angeboten werden. Und genau da gibt es teilweise noch Probleme bei Lehrenden, die aufgrund von Bildrechten Vorbehalte haben, ihre Unterlagen online anzubieten. Scheinbar gibt es auch die Sorge, bei Versprechern aufgezeichnet und damit später im Internet bloßgestellt zu werden. Hier hat wohl schon öfter ein Gespräch geholfen, wie die Berichte aus dem Plenum zeigen.

Über digitale Lehre bei nexture+ weiter austauschen

Noch größer als die Vielfalt der Konzepte für digitale Lehre ist die Bandbreite der Programme, die hierbei verwendet werden. Es gibt nicht nur einen wirklich großen Blumenstrauß über die Hochschulen hinweg, sondern auch häufig ein bunten Mix an Plattformen, Programmen und Tools innerhalb einer Hochschule. Ob das wirklich notwendig ist, sei dahingestellt. Vielleicht braucht es auch noch etwas Zeit, bis sich die praktikabelsten herausgestellt haben.

Die Diskussion war erst der  Beginn. nexture+ will den Austausch über die digitale Lehre weiterführen und auch ein Positionspapier erarbeiten, an dem sich dann insbesondere die Fachbereiche und Lehrenden orientieren können. Denn in punkto Technik können die Lehrenden von den Studierenden was lernen.

 

Fabian P. Dahinten studierte Architektur an der Hochschule Darmstadt startet nun ins Berufsleben und engagiert sich bei der Nachwuchsorganisation nexture +.

Hier findet ihr alle Nachwuchs-Kolumnen von Fabian.

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