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BER wird eröffnet. Betriebserlaubnis ist erteilt

Ende Oktober geht der Berliner Flughafen BER „Willy Brandt“ an den Start. Das schnell noch gebaute Terminal 2 bleibt wegen Corona aber vorerst dicht.

Von Lars Klaaßen

Die Nachricht mag für manche ein Déjà-vu an 2012 hervorrufen, doch dieses Mal soll es wirklich passieren: „Am 31. Oktober 2020 öffnet das Terminal 1 des Flughafens Berlin Brandenburg BER“, verkündet die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, die am 1. Oktober die Betriebserlaubnis für den neuen Verkehrsflughafen erhielt. „Bereits mit Beginn des Winterflugplans am 25. Oktober 2020 wird der Flughafen Schönefeld SXF zum Terminal 5 des BER.“ Die Terminals 3 und 4 existieren bis auf Weiteres nicht. Für Architekturinteressierte steht dabei im Vordergrund, dass nun das Konzept eines modernen Flughafens aus einem Guss zugänglich wird, das aus der Feder der international bekannten Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) stammt. Einen ersten großen Erfolg feierte das Büro, als es seinerzeit den Flughafen Berlin Tegel entwarf – der nun mit der Eröffnung des BER außer Betrieb gehen wird.

Airport City in strenger städtebaulicher Form

Das Ensemble des neuen Flughafens, der den Namen „Willy Brandt“ erhält, besteht aus dem Fluggastterminal und der Airport City im Zentrum des parallelen Start- und Landebahnsystems. Dazu gehören außerdem Wartungsbereiche im Westen sowie Service- und Cargobereiche im Osten. Alle Elemente nehmen die Axialität des Gesamtsystems (eine Seltenheit bei modernen Flughäfen) auf und bilden eine architektonisch-funktionale Einheit. Das Terminal schließt die Landseite zum Vorfeld hin ab und bildet den städtebaulichen und strukturellen Kern der Anlage.

Funktionen zentral gebündelt

Der Terminalkomplex besteht aus der Haupthalle und seitlich angelagerten (natürlich im 90-Grad-Winkel) Piergebäuden. Die hohe, lichte Halle dient den Zentralfunktionen des Check-ins und der Gepäckabfertigung. Hier treffen sich die Passagierströme von der Land- und Luftseite sowie von der Vorfahrt und dem Bahnhof. Die Großform der Dachscheibe überspannt die unterschiedlichen Funktionsbereiche von der Vorfahrt bis zur Pier und verbindet die Land- mit der Luftseite. Ein durchgängiges Freiraumkonzept moduliert die Brandenburger Kulturlandschaft ab dem Eingang im Osten zu einem quasi innerstädtischen Freiraum im Bereich der Airport City im Zentrum des Flughafens.

Investoren springen wieder auf

Investoren zeigen sich überzeugt von der Aussage der Flughafengesellschaft, dass es am BER nun tatsächlich an den Start geht. So baut die Dietz Airport Hotels Grundbesitz GmbH direkt vor dem Terminal 1 des neuen Flughafens ein 3-Sterne-InterCityHotel. Das sechsgeschossige Haus wird mit rund 14.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche über 357 Zimmer, einen großen Spa-Bereich, 450 Quadratmeter Konferenzfläche sowie ein Restaurant mit Bistrolounge verfügen. Die Baufertigstellung und Inbetriebnahme des Hotels sind für das Frühjahr 2022 geplant.

BER Terminal 2
Das Terminal 2 des BER mit seiner schlichten Metallfassade, Foto: Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Terminal 2 auch fertig

Dass es am BER mittlerweile erstaunlich schnell gehen kann, zeigt eine weitere Erfolgsmeldung:  Am 25. September wurde die bauliche Fertigstellung des Terminal 2 am BER bekannt gegeben. Das vom Generalunternehmer Zech Bau (Architektur: ATP) in nur zwei Jahren realisierte Gebäude ist zwar ein schlüsselfertiger Industriebau aber deutlich anspruchsvoller als die provisorischen Billigflieger-Terminals, die man bisher aus Tegel und Schönefeld kannte. Das Terminal hat eine Kapazität von 6 Millionen Passagieren jährlich. Insgesamt verfügt der BER mit den drei Terminals 1, 2 und 5 über Kapazitäten für über 40 Millionen Passagiere. Das Terminal 2 bleibt jedoch vorerst geschlossen, denn wegen Corona ist der BER nun nicht – wie prognostiziert – zu klein, sondern zu groß.

 

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