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[ Interview ]

Fortbildungen als Webinare: Digitalisierung in den Architektenkammern

Corona hat bei den Fortbildungen der Architektenkammern für eine schnelle Digitalisierung gesorgt. Webinare sollen zukünftig neben Präsenz-Seminaren stattfinden.

Peter Reinhardt ist ­Geschäftsführer des Instituts Fortbildung Bau der Architektenkammer Baden-­Württemberg
Peter Reinhardt, Geschäftsführer des Instituts Fortbildung Bau der Architektenkammer Baden-­Württemberg

Herr Reinhardt, die Corona-Krise hat herkömmliche Seminare fürs Erste unmöglich gemacht. Wie haben die Architektenkammern darauf reagiert?

Wir haben innerhalb kürzester Zeit ein alternatives und ergänzendes digitales Angebot entwickelt. Vor allem im Bereich Fortbildung vollziehen die Architektenkammern gerade einen enormen Digitalisierungsschub. Völlig neue Erkenntnisse und Perspektiven erschlossen sich uns Akteuren am Anfang im Zweiwochentakt. Nach anderthalb Monaten wussten wir dann schon deutlich besser, wie sich die Lernlandschaft verändern lässt. Dabei geht es nicht nur darum, technische Infrastruktur aufzubauen und zu nutzen. Auch die inhaltliche Qualität muss stimmen. Die Kunst besteht darin, Technik, Didaktik und Inhalte gut aufeinander abzustimmen. Das birgt auch Chancen, eröffnet ganz neue Möglichkeiten.

Was ist das Spezielle an den Online-­Seminaren der Architektenkammer?

Entscheidend ist das Zusammenspiel der Fachreferenten mit den Moderatorinnen. Früher kam jemand von der Kammer kurz vor dem Seminar in den Raum, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sagte ein paar Worte zum Fortbildungsangebot und ließ die Anwesenheitsliste unterschreiben. Online spielen Moderatoren eine wichtigere Rolle. Während Referentinnen ihren Stoff vermitteln, steuern Moderatoren das Seminar aus dem Hintergrund und betreuen die Teilnehmenden, auch bei technischen Problemen. Sie sind Redakteurinnen der Chatfunktion, schalten die Kamera für einzelne Teilnehmer frei, initiieren für Gruppenarbeitsphasen interaktive Gespräche zu dritt oder zu viert. Auch Fragen können an die Moderatorinnen gerichtet werden. In einer Veranstaltung waren es schon mal über 140 Fragen! Damit all das rundläuft, stimmen Moderator und Referentin vorab den Ablauf und technische Details und Wünsche detailliert ab.

Wie sind die Webinare organisiert: Muss ich dafür den ganzen Tag vor dem Rechner verbringen?

Nein, das wäre zu anstrengend. Als neuer Standard pendeln sich gerade 180 Minuten Lernzeit ein. So unterschiedlich wie die Teilnehmenden sind dabei auch die Angebote, zum Beispiel kompakt am Vormittag oder als 90-minütiges „After-Work“-Seminar ab 18 Uhr.

Ist online jetzt die neue Präsenz­veranstaltung?

Es geht nicht darum, das eine durch das andere zu ersetzen. Ein Webinar lebt von der Interaktion zwischen Dozenten und Teilnehmern. Das ist auch bei den analogen Formaten so. Wir haben uns entschieden, Online-Formate gerade nicht als Interimslösung und Ersatz für die Präsenzveranstaltungen zu verstehen, sondern den durch die Corona-Maßnahmen ausgelösten Digitalisierungsschub auch in der Fortbildung als Chance zu nutzen. Interessenten aus allen Bundesländern können sich hier anmelden. Für die vernetzte Zukunft bei den Fortbildungen der Kammern wird es kein Entweder-oder geben, sondern ein Sowohl-als-auch: Die Webinare sollen als niederschwellige und flexible Angebote beibehalten werden, auch wenn persönliche Kontakte wieder möglich sind.

Peter Reinhardt ist ­Geschäftsführer des Instituts Fortbildung Bau der Architektenkammer Baden-­Württemberg


Hier finden Sie die aktuellen Webinar-Angebote (als Ort „Webinar“ auswählen) aller Architektenkammern und hier die aktuellen Webinare der AK Baden-Württemberg.

Mehr Beiträge finden Sie in unserem Schwerpunkt Kreativ durch die Krise

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