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[ Ende der Amtszeit ]

Unsere Zeit mit Barbara Ettinger-Brinckmann

Wer sind Barbaras Jungs? Ist sie Kasselerin oder Kasselanerin? Und was haben BAK-Sitzungen mit Kochkunst gemeinsam? Zum Abschied von Barbara Ettinger-Brinckmann als BAK-Präsidentin danken Kolleginnen und Weggefährten – sogar in Gedichtform und mit persönlicher Legofigur

Legofigur vor Bürohaus
Die Architektenkammer Sachsen-Anhalt bedankte sich mit einer Videobotschaft, in der Barbara Ettinger-Brinckmann als Legofigur eine wichtige Rolle spielt. Im Hintergrund die Bundesgeschäftsstelle der BAK. Foto: Architektenkammer Sachsen-Anhalt


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Barbara Ettinger-Brinckmann, Joachim Brenncke, Martin Müller und Ralf Niebergall, Präsidium der Bundesarchitektenkammer
Das BAK-Präsidium bis Mai 2021: Martin Müller, Joachim Brenncke, Barbara Ettinger-Brinckmann und Ralf Niebergall. Foto: Till Budde

Barbara und ihre Jungs

Die herbstlichen Klausuren zählen zu den wichtigsten Terminen im Kalender eines Präsidiums der BAK. Da ist bereits die Suche nach dem adäquaten Ort von Bedeutung. Zunächst vagabundierten wir durch meist recht plüschig hergerichtete Herrenhäuser der Mark Brandenburg, bis er endlich gefunden war: Fincken! Die Grande Dame des niveauvollen Hotelbaus Johanne Nalbach und Tochter Lena hatten die Schule dieses winzigen Fleckens im südlichen Mecklenburg zu einem kleinen Hotel umgebaut. Ein Ort nach dem Geschmack von Barbara, denn er entspricht ganz und gar ihrem Naturell: Große Bescheidenheit gepaart mit Raffinesse, Sinnlichkeit und einem Schuss augenzwinkernden Humors. Aus jedem Detail leuchtet Empathie: für die Dinge, für die Natur, für die Menschen, die hier arbeiten und die hier zu Gast sind.

Wir tagten im ehemaligen Schweinestall nebenan, pünktlich ab 8.30 Uhr. Auch hier ein fortwährendes Suchen und Finden, nach den richtigen berufspolitischen Prioritäten, nach den besten Strategien, sie umzusetzen. Barbara konnte sich in Rage reden, wenn ihr ein Thema besonders am Herzen lag, konnte aber auch lange zuhören, wenn es Für und Wider abzuwägen galt. Beim Essen im ehemaligen Klassenzimmer pendelte das Gespräch zwischen dem Großen und Ganzen, der Wahrnehmung von Architektur und ihrem Einfluss auf die Menschen, wozu der Ort inspirierte, und dem Plaudern mit dem Personal, das aus dem Dorf kam und duftende Hausmannskost servierte. Höhenflug und Bodenständigkeit zugleich, auch das ganz nach dem Naturell von Barbara.

Die Abende endeten im niedrigen Kellergewölbe mit Schlüssel zum Weinschrank. Hier mischte sich in Politisches auch Privates. Es mag an der Nähe liegen, die an einem solchen Ort wächst, dass uns Barbara eine Weile „Ihre Jungs“ nannte, wozu sie sicherlich auch Tillman Prinz (BAK-Bundesgeschäftsführer) und Volker Schnepel (Leiter der BAK-Rechtsabteilung) zählte, die dabei waren. Wir trugen den Titel mit Stolz und Dankbarkeit, denn er war Ausdruck des großen Vertrauens, das wir miteinander genossen. „Ihre Jungs“ träumen noch immer von der Toskana und der schönen Bäckerin. Aber das ist eine andere Geschichte…

Joachim Brenncke, Martin Müller, Ralf Niebergall, BAK-Vizepräsidenten  


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Portrait Staatssekretärin Bohle
Foto: Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Für den Berufsstand viel erreicht

Mit Barbara Ettinger-Brinckmann verbinden mich viele Momente. Ihr Engagement für die Belange der Architektenschaft habe ich noch von Nordrhein-Westfalen aus bewundert. Später saßen wir gemeinsam im Stiftungsrat der Bundesstiftung Baukultur, kämpften für die Honorarordnung HOAI und kümmerten uns um den Deutschen Architekturpreis. Aber ein Ereignis bleibt mir als ein ganz besonderes in Erinnerung: 2019 erhielt Barbara Ettinger-Brinckmann das Bundesverdienstkreuz. Für mich war es eine große Ehre, ihr die Auszeichnung überreichen zu dürfen und damit ihren unermüdlichen Einsatz auch über die Präsidentschaft der BAK hinaus und für die Baukultur, den Umweltschutz und die Architektinnen und Architekten zu würdigen. Barbara Ettinger-Brinckmann hat für ihren Berufsstand vieles erreicht und einiges bewegt – und für mich war es immer eine große Freude, wenn sich unsere Wege gekreuzt haben.


Anne Katrin Bohle,
Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat


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Barbara Ettinger-Brinckmann mit dem Team der Bayerischen Architektenkammer. Foto: Bayerische Architektenkammer

Eigentlich ein ganz einfacher Verein

In einer der ersten Vertreterversammlungen der XII. Wahlperiode der Bayerischen Architektenkammer, der nicht wenige frisch gewählte Mandatsträger angehörten, besuchte uns Barbara Ettinger-Brinckmann, um uns Wesen und Wirken der Bundesarchitektenkammer nahezubringen.  In ihrer unnachahmlich charmanten und dabei doch so bestimmten Art stellte sie die BAK als einen „eigentlich ganz einfachen“ Verein vor. Ein einfacher Verein, der die Bayerische Architektenkammer, der all die kraftstrotzenden Länder-Körperschaften öffentlichen Rechts auf Bundesebene kraftvoll vertreten sollte? Die alteingesessenen bayerischen Vertreter grantelten ob dieses Understatements wohl still in sich hinein, die „Neuen“ begriffen in den darauffolgenden Monaten recht schnell, welche Strahlkraft und Wirkung von einer von Barbara geführten Bundesarchitektenkammer ausging.

Ihr zweiter Besuch, von dem auch das Foto stammt, war von einem recht spröden und zu dieser Zeit noch recht heftig diskutierten Thema geprägt: die Normung, diskutiert im Format einer Regionalkonferenz. Diese Roadshow der BAK wurde nicht zuletzt durch Barbaras Präsenz zu einem frischen und erfrischenden Ereignis, das uns Bayern das sichere Gefühl vermittelte, gemeinsam mit den anderen Kammern und unter der Ägide der BAK etwas ausrichten zu können, für eine sinnvolle Normengebung, gegen Bürokratisierung und gegen überbordende Haftungsrisiken. Schließlich vertrat Barbara Ettinger-Brinckmann den „Verein“ im Vorstand des DIN – strahlend, konsequent.

Christine Degenhart, Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer


Portrait Christian Keller
Foto: Brandenburgische Architektenkamme

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Atmosphäre des Möglichen

Liebe Barbara, lasse ich die Jahre Deiner Präsidentschaft Revue passieren, sage ich aus Überzeugung: Danke! Egal wie groß die Herausforderungen für unseren Berufsstand waren, wie komplex die Themen oder wie sensibel agiert werden musste: Du hast es immer verstanden, alle Beteiligten wertschätzend und mit klaren Positionen anzusprechen und – sehr häufig – in einem gemeinsamen Ziel zu vereinen. Diese Atmosphäre des gegenseitigen Respektes hat Vertrauen geschaffen und dadurch vieles möglich gemacht, sowohl in Gesprächen mit fachfremden Partnern als auch unter uns im Bundesvorstand. Dafür danke ich Dir und wünsche Dir alles Gute, für all die Dinge, die Du so planst. Ich freue mich auf ein Wiedersehen!

Christian Keller, Präsident der Brandenburgischen Architektenkammer


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Portrait Oliver Platz
Foto: Caspar Sessler

Bestimmt eine fantastische Köchin

Als ich vor fünf Jahren als relativ junger Präsident in den Bundesvorstand kam, war da eine offene und neugierige Präsidentin, die alles andere als abgehoben und unnahbar war. Barbara war und ist die Garantin für ein gut gelauntes Klima bei gleichzeitiger konstruktiver Sacharbeit. Sie stellt Sachverhalte pointiert dar, fragt nach der Meinung, hört zu, sortiert, ordnet ein, sortiert wieder, wägt ab und bringt die zusammengetragenen Argumente auf den Punkt. Wenn ich Barbara in den Sitzungen erlebte, dachte ich oft: Wer so etwas so kann, muss fantastisch gut kochen können. Ich habe Sie nie gefragt, ob das stimmt, aber vielleicht lädt sie mich ja mal auf eine Suppe ein.

Chapeau, Barbara! Wenn das Leben die Summe der erlebten Geschichten ist, dann gehörst Du zu den Menschen, die Geschichten durch Analyse und Weiterdenken veredeln. Danke dafür! Danke für Deinen Einsatz für die Sache und für den Berufsstand. Und Danke – das finde ich in Deinem Fall nicht zu pathetisch – für Deinen Einsatz, die Welt im Rahmen unserer Möglichkeiten ein wenig besser zu machen.

Oliver Platz, Präsident der Architektenkammer der Freien Hansestadt Bremen


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Bild des Kasseler Herkules in Rahmen
Blick auf die Kasseler Wilhelmshöhe mit dem Herkules. Foto: Martin Müller

Kasselerin, Kasselanerin oder Kasselänerin?

Viele andere werden treffende Worte dafür finden, was Du für eine starke und motivierende erste Präsidentin der Bundesarchitektenkammer gewesen bist. Das weiß ich aus ständiger Zusammenarbeit mit Dir natürlich auch und deshalb kann ich an dieser Stelle ausnahmsweise darauf verzichten. Gerne möchte ich stattdessen an die zwischen uns beiden gelegentlich am Rande laufenden „wichtigen Gespräche“ über unser beider Status hinsichtlich Deiner Heimatstadt und meiner Geburtsstadt Kassel erinnern:

Kasseler? Kasselaner? Kasseläner? Wer ist denn eigentlich wer und darf sich wie nennen? Mit Engelsgeduld hast Du mir immer wieder erklärt, wie ich mich wegen eines Elternteils aus Kassel und gebürtig aus Kassel nennen dürfte, ich habe es stets wieder vergessen. Und auch Du als „Zugereiste“ hattest immer die korrekte Bezeichnung für Dich parat. Hatte ich momentan auch wieder vergessen.

Aber ich habe mir einen Ruck gegeben, um die Begriffsklärung endgültig durchzuführen und bin im Internet auf das „KasselWiki“ gestoßen. Und tatsächlich, jetzt haben wir es schriftlich: „Kasseler ist jemand, der in Kassel zugezogen ist. Kasselaner ist jemand, der in Kassel geboren ist, und Kasseläner ist jemand, dessen Eltern bereits in Kassel geboren sind.“ Also, liebe Barbara, Du bist Kasselerin und ich neige persönlich in Richtung Kasseläner!

Liebe Barbara, uns beide eint, dass sich unser beider Geschichte rund um die Kirchditmolder Kirche auf so engem Raum bewegt  und wir von nur leicht unterschiedlichen Positionen den Blick auf den Kasseler / Kasselaner / Kasseläner Herkules oberhalb Wilhelmshöhe haben und kennen. Glückauf, Dein

Martin Müller, BAK-Vizepräsident


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Anwältin der Baukultur

Sieben Jahre lang war Barbara Ettinger-Brinckmann Präsidentin der Bundesarchitektenkammer. Sie hat diese Zeit auf herausragende Weise genutzt und die BAK zu der bedeutenden Anwältin der Baukultur gemacht, die sie heute ist. Das Wort Baukultur ist in seiner Unbestimmtheit eines, das schnell zwischen den Fingern gerinnt. Barbara Ettinger-Brinckmann hat es präzisiert und geschärft: Baukultur ist die Erschaffung, Weiterentwicklung und Bewahrung von öffentlichen Räumen und Bauwerken höchster Qualität sowie der dafür notwendigen Rahmenbedingungen. Diese Qualität bemisst sich für sie stets auch daran, dass Räume und Bauten nicht allein Bauherren und Eigentümern, sondern der Allgemeinheit, den heutigen und künftigen Generationen, einen Mehrwert bieten.

Barbara Ettinger-Brinckmann hat dabei mit Weiterbauen, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Partizipation oder auch Digitalisierung früh den Fokus auf Felder gelegt, deren Bedeutung erst heute richtig sichtbar wird. Ganz genauso galt ihre Aufmerksamkeit wenig öffentlichkeitswirksamen, aber wichtigen Feldern für die Umsetzung von Baukultur, wie Vergabe und Wettbewerbe und auch die Vertretung berufspolitischer Interessen (wie beispielsweise im Kampf um die HOAI).

Doch eine Agenda ist stets nur so gut wie der Wille, sie auch umzusetzen. Auch hier hat Barbara Ettinger-Brinckmann Erstaunliches geleistet: Mit ihrer charmanten und gleichzeitig zielorientierten Art gelang es ihr, die Vorstellungen von 16 Länderkammern konsensual zu bündeln und zu Positionen zu verdichten, die sie dann gegenüber Politik und Öffentlichkeit mit Verve und Erfolg vertreten hat. Dass die BAK heute mit Politiker*innen, Minister*innen und anderen wichtigen Personen in den Verwaltungen sowie der Kanzlerin auf Augenhöhe spricht und verhandelt, ist ihr Verdienst. Die leidenschaftliche „Verbundenheit mit der Sache“, von der Barbara Ettinger-Brinckmann spricht, hat die Baukultur und die Stellung der Planer*innen ein großes Stück vorangebracht. Für diese Leistung danken wir ihr.

Die Hamburgische Architektenkammer


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Portrait Brigitte Holz
Foto: Jason Sellers

Streiterin für Wettbewerbe

Als Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen sind wir und auch ich ganz persönlich Barbara Ettinger-Brinckmann sehr verbunden, da sie als erste Präsidentin die Geschichte der hessischen Kammer mit Weitblick geprägt hat. Wegweisende Entscheidungen wie der Kauf des Hauses der Architekten in der Bierstadter Straße 2 in Wiesbaden, das sich als Kommunikationszentrum des Berufsstands landesweit etabliert hat, fielen in ihre zehnjährige Amtszeit ab 2004.

Ein besonderes Anliegen, das ihr gesamtes berufspolitisches Engagement begleitet hat, ist die Weiterentwicklung des Wettbewerbswesens, insbesondere der Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW). Für Verfahrenskultur als grundlegende Voraussetzung für Baukultur hat sie sich stets mit Charme, Beharrlichkeit aber auch der nötigen Portion Streitbarkeit eingesetzt. Ihr Credo war und ist: „Bauen ist nie nur privat, immer auch öffentlich; wir bauen nicht nur für heute, sondern auch für künftige Generationen.“

Von ihrem politischen Gespür, ihrer Fähigkeit Kompromisse zu schließen und sie unaufgeregt zu kommunizieren hat unsere Kammer wie die BAK bei vielen Herausforderungen immer wieder profitiert. Nach ihrem Wechsel nach Berlin an die Spitze der BAK, wurde Barbara Ettinger-Brickmann zur viel gesehenen und gehörten Repräsentantin unseres Berufsstandes in Deutschland und der EU. Egal wofür sie sich einsetzte, immer hat ihr ruhiger und sachlicher, aber auch sehr bestimmter Auftritt beeindruckt. Im Namen ihrer „Heimatkammer“ sage ich heute Danke, Danke für Dein Engagement, liebe Barbara!

Brigitte Holz, Präsidentin der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen


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Christoph Meyn und Joachim Brenncke
Christoph Meyn (links) mit seinem Vorgänger Joachim Brenncke Foto: Lindenbeck Fotografie

Ausgleichende Moderatorin

Für eine sehr kleine Architektenkammer wie die Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern ist es von großer Bedeutung, im „berufspolitischen Konzert“ der BAK als gleichberechtigter Partner unter Freunden wahrgenommen zu werden. Dafür ist nicht nur die zweifellos vorhandene positive Grundhaltung der Partner erforderlich, sondern auch die pointierte Interessenabwägung des BAK-Präsidiums und insbesondere natürlich die ausgleichende Moderation der Prozesse durch die Präsidentin – eine ganz persönliche Kompetenz, die Barbara Ettinger-Brinckmann besitzt und in den letzten Jahren mit gut Maß und sehr viel Herz zu unser aller Wohl in ihre Arbeit eingebracht hat. Dafür und natürlich für die auch auf jeder anderen Ebene wunderbare Zusammenarbeit gebührt ihr unser großer Dank! Wir verneigen uns in größter Verbundenheit.

Christoph Meyn, Präsident der Architektenkammer Mecklenburg Vorpommern


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Portrait Robert Marlow
Foto: Andrea Seifert

Viele Wege führen über Hannover

Persönlich kenne ich Barbara Ettinger-Brinkmann erst seit Beginn meiner Präsidentschaft in Niedersachsen vor etwas mehr als drei Jahren. Seit unseren ersten Gesprächen zog Sie mich in ihren Bann und ich fühle mich fast schon als „Bruder im Geiste“.

In besonderer Erinnerung ist mir eine gemeinsame Zugfahrt nach Hannover (viele Wege führen über Hannover). Ich glaube, es ging zurück von der Vorstandsklausur in Schwerin, bei der wir neben den vielen berufspolitisch ähnlichen Sichtweisen auch das Eine und Andere private ausgetauscht haben. Die Zeit verging wie im Fluge – und das in der Bahn! Inzwischen erreichen uns gelegentliche WhatsApp-Nachrichten, was auch durchaus erbaulich sein kann.

Für mich ist es toll, Barbara Ettinger-Brinkmann als unsere „Bundespräsidentin“ begleitet haben zu dürfen, aber noch schöner, sie überhaupt kennengelernt zu haben!

Robert Marlow, Präsident der Architektenkammer Niedersachsen


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Ernst Uhing in Atrium
Foto: Ingo Lammert

Den Berufsstand endlich geeint

Liebe Barbara, längst gehören die Zeiten, in denen man dem politischen Berlin und Brüssel erklären musste, dass es nicht nur 16 Länderarchitektenkammern, sondern auch eine Bundesarchitektenkammer gibt, der Vergangenheit an. Dazu hast Du in den acht Jahren Deiner Präsidentschaft entscheidend beigetragen. Eine Zeit, in der Du zum Gesicht der deutschen Architektenschaft geworden bist.

Du hast mit Deiner Entschlossenheit, Deiner Professionalität, Deinem großen Engagement und einer großen Portion diplomatischen Geschicks wesentlich dazu beigetragen, dass man bundes- und europaweit das notwendige Verständnis für das Wesen und die berechtigten Anliegen unseres Berufsstandes entwickelt hat. Unser Berufsstand verdankt es Dir, dass Begriffe wie „Baukultur“ und „Planungswettbewerbe“ in gleicher Weise in Politik, den Medien und der breiten Öffentlichkeit Verwendung finden wie auch Fachtermini wie „BIM“, „HOAI“ oder „Baukostensenkung“.

Aber, liebe Barbara, Du hast nicht nur nach außen gewirkt, sondern auch nach innen: in den Berufsstand und im Schulterschluss mit den Länderarchitektenkammern. Durch Dein transparentes Wirken und Deine Konzilianz ist es Dir in den letzten Jahren gelungen, einen sicherlich nicht immer einfachen Berufsstand mit seinen vielfältigen Akteur*innen und regionalen Interessenslagen zu einigen. Dies ist das eigentliche Verdienst Deiner Präsidentschaft. Wir werden Dich als Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, aber insbesondere den Menschen Barbara Ettinger-Brinckmann, sehr vermissen. Du hast in den letzten Jahren Großes und Großartiges geleistet!

Liebe Barbara, ich wünsche Dir alles erdenklich Gute für den nun vor Dir liegenden Lebensabschnitt. Genieße das Leben in der Toskana, genieße das „Dolce vita“! Dein

Ernst Uhing, Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen


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Gerold Reker
Foto: Kai Mehn

Bejahend und begeisternd

Liebe Barbara, wir werden Dich vermissen! Deine Sitzungsführung, Dein „über den Dingen stehen“, Dein Wenden von verfahrenen Situationen, die immer wieder bejahenden Versuche, es mit dem Gegenüber noch einmal zu versuchen, die klare Analyse, wann etwas mehr Kraft kostet als es einbringt, und eingestellt werden müsste, die Sicht, dass ein Kompromiss ein Vorteil – und kein Nachteil sein sollte, Deine Fähigkeit ausgleichend zu lenken, Deine Verlässlichkeit – auch in kleinen Dingen…

Es hat Spaß gemacht, in dieser für die Kammern und die BAK so wichtigen Zeit dabei gewesen zu sein. Den „Hummelhaufen“ von sechzehn Länderkammerpräsidentinnen und -präsidenten, Fach-gruppenvorsitzenden, Vizepräsidenten und sechzehn (Haupt-) Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern an langer Leine zu führen, mal dehnbar, mal straff, nötigt Respekt ab. Auch die klare Entscheidung ruft Hochachtung hervor, dass es nun Zeit für einen Wechsel sei.

Du hast Max Weber verstanden, der bekannte, dass Politik ein starkes, langsames Bohren von harten Brettern bedeutet – mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich. „Mein Ziel war es, als Repräsentantin unseres Berufsstandes stets an allen wesentlichen Stellen hör- und sichtbar zu sein“, sagtest Du in Deinem Abschiedsinterview im DAB. Es war Dein Petitum! Wenn man Dich rief, warst Du da, inhaltlich immer präsent, klar artikulierend, den Berufsstand sympathisch vertretend. Ob per Mail, Anruf, WhatsApp… – man erreichte Dich schnell und einfach.

Wer Dich, wie ich, schon aus früheren Begegnungen kannte (als Nachbarkammern, die nur der Rhein trennte, arbeiteten die Südwestkammern in einem in der Bonner Zeit begonnenen kleinen Interessenverbund zusammen), ahnte bereits, dass die damalige Präsidentin der Hessischen Architekten- und Stadtplanerkammer das Zeug zu Größerem hatte. Für uns Länderpräsidentinnen und -präsidenten war es damals wichtig, dass sich eine Führung aus den Kammern selbst entwickelte (…hin und wieder sah und sieht man das auch anders). Umfang und Vielschichtigkeit der Länderkammeraufgaben wuchsen: Europa, Klima, Stadtentwicklung, Mobilität, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, HOAI …. Aufgaben über Aufgaben.

An dieser Stelle war es von großem Vorteil, dass Du aus dem Länderkammerdenken kamst, dass Du wusstest, wie die Länderkammern „ticken“, aber gleichzeitig den Blick auf „das Große“ hattest. Weil Du eine berufspolitisch abgesicherte Basis hattest, funktionierte der Zusammenhalt. Dies in Verbindung mit Deiner Fähigkeit, Menschen begeistern zu können, durchzuhalten, Ziele umzusetzen, auszugleichen, aber auch einzufordern – das war große Kunst. Chapeau!

Nun trittst Du ja nicht zurück, sondern lässt Dich einfach nicht wiederwählen. Harold Macmillan, der uns älteren noch bekannte englische Staatsmann, meinte, dass man, wenn man rechtzeitig zurücktrete, das Vergnügen habe, noch zu Lebzeiten die Nachrufe lesen zu können… Recht hatte er! – Viele gute Nachrufe werden Dich erreichen! Wir alle, die Dich schätzen, sagen Dank und wünschen Dir noch viele gute Jahre! Dein

Gerold Reker, Präsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz


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Portrait Hermann Josef Ehrenberg
Foto: HeikeRost.com

Geduldige Zuhörerin

Liebe Barbara Ettinger Brinkmann, nun ist die Ziellinie auch nach einer Ehrenrunde erreicht. Corona hat es verhindert, dass Dir der würdige und feierliche und honorige Abschied wie geplant in einer Runde zahlreicher Kolleginnen und Kollegen, Gästen und Freunden geschenkt werden konnte. Es wird eine andere Gelegenheit des festlichen Abschieds geben. Für mich bleiben die Grüße und Wünsche aus dem Abstand, aber mit Nähe und Herzlichkeit.

Seit Beginn Deiner Amtszeit durfte ich Dich in meiner Funktion als Vorsitzender des BAK-Haushaltsausschusses begleiten. Das ist mir eine sehr große Ehre gewesen, Dir zuzuarbeiten, Dich dann und wann zu beraten, das persönliche Gespräch geführt zu haben. Im Namen des Haushaltsausschusses möchte ich Dir danken für Dein geduldiges Zuhören, für Dein Zutrauen in unsere mittelfristige Finanzplanung, in konkrete Finanzierungszenarien oder die ganz aktuelle Haushaltsstrategie, die wegen Corona und Strukturwandel ein neues Ausgaben- und Aufgabentableau notwendig macht.

Die berufspolitischen Erfolge werden – ich bin sicher – von berufeneren Kolleginnen und Kollegen angemessen gewürdigt werden. Danken möchte ich Dir für Deine außerordentliche Freundlichkeit und Zugewandheit, die Deine Amtsführung, liebe Barbara, zu einer großartigen menschlichen Erfahrung für Deine Wegbegleiter gemacht haben.

Hermann-Josef Ehrenberg, Vorsitzender Haushaltsauschuss der BAK


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Rolf Westerheide Vertreter der Stadtplaner im BAK-Vorstand
Foto: BAK

Gedicht für Barbara

frei nach der „Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration“, Bertold Brecht

Als sie älter wurde und war noch nicht gebrechlich
drängte es sie doch nach Ruh
denn die Güte war im Lande wieder einmal schwächlich
und die Bosheit nahm an Kräften wieder einmal zu.
Und sie gürtete den Schuh.

Und sie packte ein, was sie so brauchte:
Wenig. Doch es wurde dies und das.
So den Wein, den sie gerne abends immer trank
und das Büchlein, das sie immer las.
Was zu Naschen nach dem Augenmaß.

Freute sich des Tals noch einmal und vergaß es
als sie ins Gebirge den Weg einschlug.

Doch am vierten Tag im Felsgesteine
hat ein Zöllner ihnen den Weg verwehrt:
„Kostbarkeiten zu verzollen?“ – „Keine.“
Und der Partner, der den Ochsen führte, sprach:
„Sie hat gelehrt.“
Und so war auch das erklärt.

Doch der Mann in einer heitren Regung
fragte noch: „Hat sie was rausgekriegt?“
Sprach der Knabe:

„Dass das weiche Wasser in Bewegung
mit der Zeit den mächtigen Stein besiegt.
Du verstehst, das Harte unterliegt.“

Was ist das mit dem Wasser, liebe Dame?“
Und die Dame sprach: „Interessiert es dich?“
Sprach der Mann: „Ich bin nur Zollverwalter
doch wer wen besiegt, das interessiert auch mich.
Wenn du’s weißt, dann sprich!

Schreib’s mir auf! Diktier es deinem Partner
Sowas nimmt man doch nicht mit sich fort.

Dann sagte sie laut: „Die etwas fragen
die verdienen Antwort.“ – „Gut, ein kleiner Aufenthalt.“

Und dem Zöllner händigte der Partner
eines Morgens viele Sprüche ein.
Und mit Dank für eine kleine Reisegabe
bogen sie um jene Föhre ins Gestein.
Sagt jetzt: kann man höflicher sein?

Aber rühmen wir nicht nur die Weise
deren Name auf dem Buche prangt!
Denn man muss der Weisen ihre Weisheit erst entreißen.
Darum sei der Zöllner auch bedankt:
Er hat sie ihr abverlangt.

Du hast immer mit Weisheit, Würde und Kontinuität nach der Echtheit und Ehrlichkeit gesucht, sei bedankt dafür und für vieles mehr, herzlich

Rolf Westerheide, Vertreter der Stadtplaner im BAK-Vorstand


Verbundenheit in der Sache: Barbara Ettinger-Brinckmann im Abschieds-Interview

Nach über sieben Jahren als BAK-Präsidentin endet im Mai die Amtszeit von Barbara Ettinger-­Brinckmann. Tillman Prinz sprach mit ihr über Erfolge und Rückschläge und über ihre Strategie.

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