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[ Nachwuchs-Kolumne #62 ]

Einstiegsgehalt in der Architektur 1: Was kann ich verlangen?

Was man im Job neben dem Studium und danach beim Berufseinstieg verdient, hängt von verschiedenen Faktoren ab – und von den eigenen Verhandlungen. Deshalb brauchen wir Orientierung: Diese Erfahrungswerte helfen bei der Verhandlung für das Einstiegsgehalt

Mann im Regen von Geldscheinen
Über Geld wird selten offen gesprochen. Unser Kolumnist hat in seinem Umfeld gefragt, um endlich mal Vergleichswerte zu haben.

Von Fabian P. Dahinten

„Überstunden gehören dazu und werden nicht extra bezahlt“ – diesen oder ähnliche Sätze hat in der Architektur doch schon fast jede*r gehört. Viele fragen sich im Studiumm, beim Nebenjob oder nach dem Bachelor oder Master: Was ist eine vertretbare Gehaltsforderung und wann verkaufe ich mich unter wert?

Genauso ging es mir früher und auch heute noch fehlt mir manchmal das Selbstbewusstsein, eine höhere Forderung zu stellen und dann zu riskieren, dass das Arbeitsverhältnis nicht zustande kommt oder endet. Aber wieso fällt mir das so schwer? Ich denke, es liegt an den fehlenden Vergleichswerten. Wir sollten uns daher mit unseren Kolleg*innen viel offener über unsere Bezahlung austauschen.

In diesem zweiteiligem Artikel will ich euch meine Erfahrungen zum Lohn während des Studiums und als Berufseinsteiger mitgeben. Außerdem habe ich in meinem Umfeld nachgefragt und einige spannende Ergebnisse bekommen. Selbstverständlich sind diese Ergebnisse nicht repräsentativ und können nur eine Einschätzung, einen groben Richtwert darstellen.

Gehaltsempfehlung der Architektenkammer Baden-Württemberg

Wer sich für ein Verhandlungsgespräch vorbereiten will, hat zum Beispiel mit der unverbindlichen Gehaltsempfehlungstabelle aus Baden-Württemberg eine erste Orientierung. Dort sind die empfohlenen Einstiegsgehälter nach verschiedenen Kriterien geordnet. Das kann ein Argument bei zukünftigen Arbeitgeber*innen sein, doch gibt die Empfehlung keine Hinweise darauf, wie realistisch diese Empfehlungen sind. Man darf sich also durchaus auf Sätze einstellen wie: „Ja die Tabelle ist ja schön und gut – aber nicht realistisch.“

Daher habe ich über Social Media in meinem Umfeld bei Studierenden und Berufseinsteiger*innen nachgefragt, wie ihre Gehaltserfahrungen sind. Wer weiß es schon besser als die Betroffenen selbst?

Der Schwerpunkt des Büros wirkt sich auf das Einstiegsgehalt aus

Während im öffentlichen Dienst die Gehaltsstufen und Kategorien transparent und einheitlich festgelegt sind, sieht es bei den Architekturbüros ganz anders aus. Schon die Wahl des Büros und die Arbeitsschwerpunkte entscheiden, in welchen Bereichen sich das Gehalt bewegt. Ein Büro, das an vielen Wettbewerben teilnimmt, zahlt oftmals deutlich weniger als jene, deren Tätigkeiten vorwiegend in der Bauausführung liegen. Gehen die Aufgaben beispielsweise mehr vom Entwerfen in Richtung Projektsteuerung, steigt die Gehaltsspanne nochmal etwas höher.

Nebenjob zum Studium im Architekturbüro

Neben dem Studium zu arbeiten hat nicht nur den positiven Effekt, schon früh Erfahrungen in der Praxis zu sammeln, sondern hilft einem auch dabei, sich das Studium zu finanzieren. Doch ist es womöglich rentabler, in anderen Branchen zu arbeiten, statt in der Architekturbranche? Wichtig ist dabei, zu unterscheiden, ob man sich vor der Bachelorarbeit befindet oder danach. Das hat für Büros einen großen Einfluss auf die Art, wie man euch einsetzen kann und damit auch auf die Höhe des Gehalts. Ich habe in meinem Umfeld nach den üblichen Bruttostundensätzen gefragt, also die Summe vor Abzug der Steuern.

Grafik Studentengehalt im Architekturbüro

Grafik Einstiegsgehalt im Architekturbüro

 

Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig: im Bachelor-Studium kann man durchaus guten Gewissens 10 bis 15 Euro pro Stunden verlangen. Bei unter 10 Euro sollte euch die Arbeit in dem Büro wirklich schon eine Menge Spaß machen. Mit dem fertigen Bachelor in der Tasche ist die beste Zeit gekommen, beim Stundensatz nachzuverhandeln. Das Ergebnis meiner kleinen Umfrage zeigt, dass 15 Euro Brutto dafür durchaus angemessen sein können.

Im zweiten Teil schreibe ich darüber, welchen Einfluss euer Arbeitsort auf das Einstiegsgehalt hat und woran ihr Euch beim ersten Vollzeitjob orientieren könnt.


Fabian P. Dahinten studierte Architektur an der Hochschule Darmstadt startet nun ins Berufsleben und engagiert sich bei der Nachwuchsorganisation nexture+.

Hier findet ihr alle Nachwuchs-Kolumnen von Fabian.

Wie sind eure Erfahrungen als Architektur-Studierende oder Berufseinsteiger? Hinterlasst uns einen Kommentar auf dieser Seite oder schreibt uns unter DAB-leserforum@handelsblattgroup.com

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