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[ Interview ]

Die Messe BAU geht online: „Innovationsschub durchlebt“

Aufgrund der Corona-Einschränkungen findet die BAU vom 13. bis zum 15. Januar 2021 ausschließlich online statt. Ein Gespräch mit Reinhard Pfeiffer, Geschäftsführer der Münchner Messe, über Themen und Formate – mit einem Tipp für Besucher

Reinhard Pfeiffer, Stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung Messe München, über die neuen digitalen Formate auf der BAU. Foto: Messe München

Von Lars Klaaßen

Herr Pfeiffer, die BAU firmiert als Weltleitmesse für Architektur, Systeme und Materialien der Baubranche. Kann das als virtuelle Veranstaltung funktionieren?

Präsenzveranstaltungen sind unersetzlich, das gilt auch für die BAU, die es seit 1964 gibt. Der Wert des persönlichen Austauschs von Angesicht zu Angesicht wird uns allen gerade jetzt in der Corona-Krise sehr deutlich. Viele unserer Aussteller wie Besucher stehen in dieser schwierigen Situation vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Umso wichtiger ist für sie der fachliche Austausch und der gute Draht zu Partnern und Kunden, um diese meistern zu können. Deshalb bieten wir der Branche mit der BAU ONLINE ein alternatives Format an, um sich über aktuelle Trends zu informieren und das Geschäft voranzutreiben.

Wie übersetzen Sie den direkten Austausch von Ausstellern und Besuchern, wie wir ihn bislang von der BAU kennen, in Online-Formate?

Die Messe München hat in den vergangenen Monaten bereits eine Vielzahl an Online-Events erfolgreich durchgeführt. Wir haben hier einen echten Innovationsschub durchlebt und bauen laufend auf unseren Erfahrungen auf. Davon wird die BAU ONLINE profitieren. Über die BAU-Website werden alle Beteiligten zur BAU ONLINE geleitet. Austeller bieten hier Live-Präsentationen an – das kann ein Vortrag sein, eine virtuelle Führung, ein virtueller Messestand oder eine Pressekonferenz. Da haben die Aussteller alle Freiheiten. Besucher können zudem Einzelgespräche mit den Ausstellern buchen, die dann als Video-Call durchgeführt werden. Dazu kommt ein umfangreiches Konferenzprogramm, das viele Bausteine der Messe übernimmt: das Forum „Zukunft des Bauens“, das „Studio Bund“ mit Beiträgen Live aus Berlin sowie unser „BAU TV“ sowie. Als Ersatz für die Lange Nacht der Architektur haben wir eine 3D-Plattform eingerichtet. Hier können die teilnehmenden Institutionen und Gebäude neben vielfältigen Informationen auch virtuelle Rundgänge durch ihre Gebäude einbinden.

Welche Leitthemen stehen 2021 auf der Agenda?

Wir führen die vier Leitthemen fort, die wir auch für die Messe geplant hatten: „Herausforderung Klimawandel“, „Digitale Transformation“, „Zukunft des Wohnens“ sowie „Ressourcen & Recycling“. Allesamt Megatrend-Themen, die uns dauerhaft beschäftigen werden. Natürlich widmen wir uns auch den Herausforderungen speziell durch die Pandemie: „Die Baubranche nach Corona – wie geht’s weiter?“ Die Corona-Krise wird zu einer veränderten Architektur- und Stadtplanung führen. Neue Ideen für Arbeitsorte, Versammlungsstätten und andere Gebäude verändern die Anforderungen an Planer, Ausführende und die Industrie. Wir schauen darauf, wie in Zukunft Wissen geteilt werden wird – und auch in der Architekturausbildung und im Architekturdesign wird die Kombination von online und offline immer gängiger. Zu diesem gesamten Themenbereich rund um Corona werden wir Analysen, Fallbeispiele und mögliche Lösungswege präsentieren.

Was bekommt man bei „Live aus Berlin“ zu sehen?

Auch hier orientiert sich das reichhaltige Programm an unseren Leitthemen. In einer täglichen Gesprächsreihe stellt das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung aktuelle Ergebnisse aus der Bauforschung und konkrete Beispiele aus der Praxis vor. Die Themen erstrecken sich von „Innovationspotenzialen im Bausektor durch Sensorik, Robotik und KI“ über „Das Klimaschutzprogramm 2030 und die Perspektiven für den Gebäudesektor“ bis hin zu „Lowtech-Strategien für das Bauen im 21. Jahrhundert“. Vertreterinnen und Vertreter aus Architektur, Wissenschaft, Verwaltung und Politik reflektieren hier die aktuellen Trends – und die Besucher können sich über Chat-Möglichkeiten an den Diskussionen beteiligen.

Wie kommt man als Besucher auf die BAU ONLINE und wie findet man sich dort zurecht?

Alle Wege führen über die BAU-Website, hier leiten wir das Publikum auf die Plattform weiter. Wer sich registriert – und zwar kostenlos – kann sich ein individuelles Programm zusammenstellen: Sessions im Konferenzprogramm vormerken, sich bei Ausstellern für Live-Präsentationen und 1:1-Gespräche anmelden. Wir empfehlen sehr, sich frühzeitig vorzubereiten, nicht erst am 13. Januar, da Sie sonst die Möglichkeiten nicht voll ausschöpfen werden können. Wer zuerst bucht, hat in vielen Fällen die größere Auswahl und damit wieder mehr Freiheiten für die weitere zeitliche Planung. Bei einer Reihe von Veranstaltungen ist die Teilnehmerzahl zudem begrenzt. Die Angebote auf der Plattform werden in den kommenden Wochen sukzessive immer weiter angereichert. Wertvoll ist auf jeden Fall die persönliche Planungshilfe „Meine BAU“, hier erhalten Sie einen individuellen Eventkalender. Bestätigte Termine von Ausstellern sowie vorgemerkte Termine aus dem Konferenzprogramm werden hier automatisch abgespeichert.

Wie wird die BAU nach Corona aussehen?

Die BAU 2023 wird wieder als internationaler Branchentreff in München stattfinden und uns allen das komplette Gesamtpaket einer Messe bieten. Sie wird dabei noch einmal facettenreicher sein, denn viele der neuen digitalen Formate werden die BAU dauerhaft bereichern, die Möglichkeiten für Information und B2B-Networking werden vielfältiger sein als bislang. Vor allem aber freuen wir uns darauf, wieder ganz real an einem Ort zusammenzukommen.

 

BAU ONLINE

Die Messe BAU fand vom 13. bis 15 Januar rein online statt: mit 1.495 Live-Präsentationen und 4.316 1:1 Gesprächen. Insgesamt schalteten sich nach Auskunft der Messe 38.325 Teilnehmer aus 138 Ländern zu. Hier lesen Sie den Schlussbericht der Messe BAU.

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