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[ Nachwuchs-Kolumne #24 ]

Einstieg in ein neues Architekturbüro während Corona

Im Homeoffice bei einem Arbeitgeber beginnen, bringt nicht viel. Also ab ins minimal besetzte Büro. Ein Erfahrungsbericht über Vor- und Nachteile eines Starts inmitten leerer Reihen von Arbeitsplätzen.

Dank Homeoffice geht die Arbeit zwar trotz Corona weiter, doch die Plätze im Büro blieben weitestgehend leer. Foto: Fabian P. Dahinten

Von Fabian P. Dahinten

„Liebe neue Kolleginnen und Kollegen, die Vorstellungsrunde in Coronazeiten würde sich bei den vielen Homeofficeplätze sicherlich etwas ziehen. Daher mache ich dies jetzt auf digitalem Wege, …“ Mit dieser E-Mail und einem Bild von mir begann meine Zeit in einem neuen Architekturbüro mitten in der Hochphase der (ersten) Coronawelle.

Ein Büroeinstieg ist immer eine Herausforderung, viele neue Gesichter, neue Strukturen, neue Projekte und unbekannte Abläufe. Obwohl ich nach zwölf Jahren als Praktikant, Werkstudent und Freelancer schon in fünf Büros war, finde ich es erstaunlich wie unterschiedlich ein Architekturbüro strukturiert sein kann, wie Dinge anders gehandhabt werden – und vor allem: wie unterschiedlich Ordnerstrukturen sind oder wer für was zuständig ist.

Kontakte im Architekturbüro knüpft man über Fragen

Vieles davon wird mir meist am Anfang erklärt, doch – ganz ehrlich – am Anfang ist so vieles neu, alles kann ich mir da nicht merken. Das meiste erfrage ich mir dann in den ersten Wochen, gehe auf detektivische Suche oder probiere die Dinge einfach aus. Wobei das Erfragen von Dingen auch den schönen Nebeneffekt hat, dass man mit den neuen Kolleg*innen in Kontakt kommt.

Das neue Architekturbüro, in dem ich Ende April angefangen habe, hat sich ziemlich gut auf die Krisensituation eingestellt: Fast alle Mitarbeiter*innen waren und sind im Homeoffice und nur eine Minimalbesetzung war im Büro für all das, was nicht aus dem Homeoffice geht. Rein von der technischen Seite her, hätte ich direkt am ersten Tag aus dem Homeoffice arbeiten können. Der Vorteil wäre, dass ich direkt wüsste, wo das WC ist. Aber ein fachlicher Einstieg wäre sicherlich ziemlich holprig gewesen. Daher verstärkte ich die Präsenzbesetzung und fing inmitten leerer Reihen von Arbeitsplätzen an.

Neuer Kollege oder Wasserlieferant?

Gelegentlich kamen einzelne Mitarbeiter*innen wieder in das Büro, für Besprechungen oder andere Dinge die aus dem Homeoffice nicht machbar sind. Dazu konnten sie sich in eine Liste eintragen, sodass nie zu viele Menschen im Büro sind. Das hatte natürlich auch für mich den Effekt, dass ich immer wieder ganz kurz neue Leute sehe. Da ich wirklich besonders schlecht im Merken von Namen und Gesichtern bin, behelfe ich mir meist, indem ich Personen und Namen mit dem Arbeitsplatz, an dem sie sitzen, verknüpfe. Das macht es mir natürlich nicht  leichter, wenn ich alle nur an mir vorbeilaufen sehe. So konnte ich einen potenziellen Kollegen von dem Wasserlieferanten nur aufgrund der Wasserkästen unterscheiden.

Mittlerweile ist wieder mehr Leben im Büro eingekehrt und ich lerne mehr und mehr meiner Kolleg*innen kennen – und die Namen aus den E-Mails mit Gesichtern zu verknüpfen. Durch Corona hat es zwar etwas länger gedauert aber so langsam lebe ich mich ein.

Fabian P. Dahinten studierte Architektur an der Hochschule Darmstadt und startet nun ins Berufsleben.

Hier findet ihr alle Nachwuchs-Kolumnen von Fabian.

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