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[ Editorial ]

Über ländliches Bauen

Der Einsatz für ­regionale Baukultur ist ein harter Kampf – doch er lohnt sich für alle

Dr. Brigitte Schultz ist Chefredakteurin des Deutschen Architektenblatts.

Haben Sie in letzter Zeit einmal eine längere Strecke per Landstraße zurückgelegt? Ich hatte vor Kurzem das Vergnügen, mich 600 Kilometer im gemächlichen Reisetempo quer durch die Republik zu bewegen. Ergeben hat sich daraus ein widersprüchliches Kaleidoskop: Was sich rechts und links der Straße ausbreitet, ist mal an Schönheit, mal an Profanität nicht zu überbieten. Auf der einen Seite wird man der selbstverständlichen Eleganz nicht müde, mit der regionale Bauweisen einen Ort formen. Auf der anderen Seite wird das seit Jahrhunderten gewachsene Bild mit erschreckender Regelmäßigkeit von den immer gleichen ambitionslosen Discountern, Gewerbeschuppen oder Einfamilienhäusern angegriffen.

Natürlich kann der Einsatz für regionale Baukultur ein harter Kampf sein, dessen Priorität mancher Gemeinderat infrage stellt. Doch wenn ein produzierender Betrieb nach dem Hofbrand eben nicht den einfachen Weg in den Außenbereich geht und beim Wiederaufbau unterstützt wird, ist das positive Signal an alle nicht zu unterschätzen. Und wenn der alte Stadel trotz Baufälligkeit zur Bibliothek oder der Rinderstall zu Wohnraum entwickelt wird, profitiert neben den Bauherren das gesamte Dorf. Manchmal sogar ganz handfest, wie in Titmaringhausen, wo aus Bauern Erfinder wurden, die sich nicht nur ein recht ungewöhnliches Wohnhaus bauen ließen, sondern mit der Abwärme ihrer Biogasanlage gleich die Häuser ihrer 190 Nachbarn mit beheizen.

Alle Beiträge zum Thema finden Sie in unserem Schwerpunkt Ländlich

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