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[ Architektenversorgung ]

Enttäuschung in Österreich

Aufsicht vernachlässigt, Versorgung verstaatlicht

Text: Roland Stimpel

Enttäuschung bei Architekten in Österreich: Die eigenständige Altersversorgung der „Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten“ ist gescheitert; ihre Pensionskasse geht im staatlichen Rentensystem auf. Was ist passiert? Österreichs Architekten-Altersversorgung stand vor den gleichen Herausforderungen wie die deutsche: steigende Lebenserwartung, sinkende Renditen, zudem ein Auseinanderklaffen zwischen den Ansprüchen der Rentner und den Einzahlungen der Jüngeren, die per Umlage für die heutigen Renten mitaufkommen.

Anders als in Deutschland war aber Österreichs Kasse zu optimistisch: Sie wollte weder Beiträge erhöhen noch die Rentenzahlungen senken oder den Rentenbeginn verzögern. Österreichs staatlicher Rechnungshof blickte gleich die nächsten hundert Jahre voraus und sah eine Finanzierungslücke von 424,5 Millionen Euro – eine gewaltige Summe angesichts von 6.500 Mitgliedern.

In Deutschland dagegen sind die Probleme früher erkannt und die Rentensysteme, wo nötig, angepasst worden. ­Zudem gibt es für die Versorgungseinrichtungen eine zwei­fache Kontrolle durch die von den Mitgliedern gewählten Aufsichtsgremien und die Landesregierungen. Österreichs Regierung spielt dagegen eine fragwürdige Doppelrolle. Erst drückte sie lange beide Augen zu: Der Rechnungshof bemängelte das Fehlen einer „systematischen Aufsicht“. Und jetzt profitiert der Wiener Finanzminister auf kurze Sicht davon: Der Kapitalstock der Architektenkasse von

215 Millionen Euro wandert in den Staatshaushalt. Auf lange Sicht zahlt der Staat allerdings drauf: Wie alle anderen Rentner erhalten nun auch Architekten Zuschüsse aus der Wiener Bundeskasse.

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