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Altstädte

Was in Frankfurt, Dresden, Melsungen und Hildesheim passiert.

Altstadt Frankfurt: neues Fachwerk

Hauptsache Fachwerk: Frankfurter Architekten haben Studien für Häuser für den Standort des Technischen Rathauses am Römerberg vorgestellt. Nach dessen Abriss plant die Stadt ein altstädtisch anmutendes Quartier mit rund 30 Häusern, darunter sieben zu rekonstruierenden. Die Frankfurter Büros schneider+schumacher, gruber + kleine-kraneburg sowie enka Baak suchen dagegen eine eher futuristische Antwort. Michael Schumacher spricht von einem „Fachwerkhaus des 21. Jahrhunderts“ im Passivhausstandard. Als Versöhnung von Zeitgenössischem und Traditionellem ist es offenbar nicht gedacht – und wird auch nicht so verstanden. „Zum x-ten Mal unternimmt eine Gruppierung den Versuch, ausgerechnet das kleine Dom-Römer-Areal mit abgespaceten Bauten zuzustellen“, lautet beispielsweise ein Kommentar im stark historisch orientierten Deutschen Architektur-Forum.

Altstadt Melsungen: Neues mit Rücksicht

Mehr Konsens als in Frankfurt zeichnet sich im nordhessischen Fachwerkstädtchen Melsungen ab. Dort gab es einen Wettbewerb für ein Informations- und Servicezentrum der Stadt, den Wilmar Rüttger aus Melsungen und pool 2 aus Kassel gemeinsam gewannen. Sie entwarfen einen Bau, der nach frühem 21. Jahrhundert aussieht, aber zugleich mit Proportionen und Fensterformen Rücksicht auf die historische Nachbarschaft nimmt.

Altstadt Dresden: Neues am Neumarkt

Rund um den Neumarkt von Dresden geht der Architekturstreit weiter. Für ein Nürnberger Unternehmen plant das Dresdner Büro F29 einen eher modern anmutenden Bau. Die Architekten verweisen auf den Standort an der Nahtstelle zwischen Barock- und DDR-Stadt und wollen „die Übergänge der beiden Systeme baulich definieren“. Der Baukörper berücksichtige auch die traditionelle Kleinteiligkeit am Neumarkt. Freunden der Tradition ist er aber nicht historisierend genug; die Gesellschaft Historischer Neumarkt spricht von einer „Zumutung“ und der Verein Stadtbild Deutschland fordert, gleich die ganze Gestaltungskommission der Stadt aufzulösen. Die Architekten verweisen jedoch darauf, dass ihr Projekt nach dem Bau weiterer Häuser im Gewandhausquartier vom Neumarkt aus nicht mehr direkt zu sehen sei.

Altstadt Hildesheim: neuer Zuckerhut

Zwanzig Jahre nach der Rekonstruktion des Knochenhaueramtshauses will Hildesheim jetzt auch den „Umgestülpten Zuckerhut“ von 1510 neu errichten. Initiator und Finanzier des Projekts ist der dortige Architekt Heinz Geyer. Zwecks freier Sicht auf den Bau sollte zunächst vor dem Nachbarhaus aus den 1950er-Jahren ein denkmalgeschützter Pavillon abgerissen werden. Jetzt aber bahnt sich ein Kompromiss zwischen dem 16. und dem 20. Jahrhundert an: Der Pavillon und das 17-Quadratmeter-Erdgeschoss des Zuckerhütchens bilden gemeinsam ein Café.

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