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[ Nachwuchs-Kolumne #59 ]

Was ist das Versorgungswerk? Architektenkammer verstehen

Mit dem Thema Altersvorsorge kann man sich nicht früh genug beschäftigen. Architekt*innen steht hierfür ein Weg offen, den es für viele andere Berufsgruppen nicht gibt: ein eigenes Versorgungswerk. Aber was genau ist das? Eine kurze Einführung

Auf der Sonnenseite bleiben: Mit der Altersvorsorge kann man sich nicht zu früh beschäftigen

Von Fabian P. Dahinten

In dieser Folge widme ich mich einem Thema, das für Jüngere noch weit weg zu sein scheint. Dabei kann man sich gar nicht früh genug damit beschäftigen: die Altersvorsorge. Architekt*innen landen damit direkt beim Versorgungswerk: Was macht das? Für wen ist es relevant? Kurz: Lohnt sich das für mich?

Pflichtversorgung für Architekt*innen

Für alle freien Berufe, die in Kammern organisiert sind, gibt es Versorgungswerke. Also auch für alle Mitglieder der Architektenkammern. Versorgungswerke stellen die Pflichtversorgung für das eigene Alter, den Fall einer Berufsunfähigkeit und für Hinterbliebene sicher. In Deutschland kümmern sich fünf Versorgungswerke um die Vorsorge für unseren Berufsstand: also für Architekt*innen, Innenarchitekt*innen, Stadtplaner*innen und Landschaftsplaner*innen.

Die Versorgungswerke sind den Architektenkammern der Bundesländer zugeordnet. Einige Länderkammern haben sich den Versorgungswerken anderer angeschlossen, so ist für mich in Hessen das Versorgungswerk in Nordrhein-Westfalen zuständig. Am Ende des Textes findet ihr eine Liste, welches Versorgungswerk für welche Bundesländer zuständig ist.

Welche Leistungen erbringt das Versorgungswerk?

Grundsätzlich regelt jede dieser Einrichtungen die Leistungen selbstständig und schreibt diese in ihrer Satzung fest. Daher gibt es im Detail auch fünf verschiedene Antworten auf diese Frage. Verallgemeinert kann man jedoch sagen, dass die Versorgungswerke sich um die Berufsunfähigkeitsrente, Altersruhegehalt, vorgezogenes Altersruhegehalt und Hinterbliebenenversorgung kümmern.

Selbst finanziert statt Umlageverfahren

Die größte Besonderheit ist die Art, wie die Renten finanziert werden. Die Rentenbeiträge in den gesetzlichen Rentenversicherungen werden durch die jüngeren Mitglieder bezahlt: Das ist das sogenannte Umlageverfahren. In den Versorgungswerken finanziert sich jede*r seine/ihre Rente selbst und das Geld wird angelegt.

Gesetzliche Altersvorsorge oder Versorgungswerk?

Eigentlich stellt sich diese Frage nur bedingt. Wieso? Weil man als Mitglied einer Architektenkammer verpflichtet ist, auch dem Versorgungswerk beizutreten. Und andersrum: Wer nicht Mitglied in einer Architektenkammer ist, kann auch dieses nicht in Anspruch nehmen.

Für Berufseinsteiger*innen und junge Absolvent*innen gibt es allerdings die Möglichkeit, schon vor der Kammermitgliedschaft dem Versorgungswerk beizutreten, um nicht mehrfach wechseln zu müssen. Dieses Angebot ist aber zeitlich begrenzt. Fazit: Die Frage lautet also nicht „Versorgungswerk: ja oder nein?“ Sondern „Mitgliedschaft in einer Architektenkammer: ja oder nein?“

 

<<< Jump Mark: versorgung >>>
Die fünf Versorgungswerke für Architekt*innen in Deutschland:


Fabian P. Dahinten studierte Architektur an der Hochschule Darmstadt startet nun ins Berufsleben und engagiert sich bei der Nachwuchsorganisation nexture+.

Hier findet ihr alle Nachwuchs-Kolumnen von Fabian.

Wie sind eure Erfahrungen als Architektur-Studierende oder Berufseinsteiger? Hinterlasst uns einen Kommentar auf dieser Seite oder schreibt uns unter DAB-leserforum@handelsblattgroup.com

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1 Gedanke zu „Was ist das Versorgungswerk? Architektenkammer verstehen

  1. Aufpassen!! Erhalte seit 2017 das Altersruhegehalt. Während die Versicherten der Deutschen Rentenversicherung sich über mehrere Rentenerhöhungen (Anpassungen / Inflationsausgleich) freuen konnten, gab es vom Versorgungswerk keinen Heller.
    Eine Zinseszinsrechnung ist frustrierend.

    Antworten

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