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2019 – Jahr der Entscheidungen

Räume prägen uns, und wir prägen Räume. Auch 2019 setzen wir uns dafür auf allen Ebenen ein.

Nach jahrelangem wirkungsvollem Kampf um die HOAI konnten wir Bundestag und Bundesregierung überzeugen, 2018 geschlossen den Angriffen der EU-Kommission gegen die verbindlichen Sätze der HOAI entgegenzutreten. Nun warten wir gespannt auf den für das Ende des ersten Quartals 2019 angekündigten Urteilsspruch des Europäischen Gerichtshofs (siehe Interview mit Ralf Niebergall auf Seite 10).

Ein weiteres heiß diskutiertes Thema des zurückliegenden Jahres war das serielle Bauen. Die berufspolitische Quintessenz für mich ist, dass es richtig und wichtig ist, uns als Architekten und Stadtplaner aus gesellschaftlicher und beruflicher Verantwortung aktiv einzubringen, um richtige Lösungen für mehr bezahlbaren Wohnraum zu entwickeln – und zu helfen, falsche Lösungen zu vermeiden. Die von uns initiierte wissenschaftliche Auswertung des gewählten Verfahrens beim Bundesbauministerium werden wir natürlich ebenso eng begleiten wie das Verfahren selbst.

Mit Spannung blicken wir in diesem Jahr auch auf das im Koalitionsvertrag vereinbarte „Gesetz zur Einhaltung der Klimaziele 2030“, das 2019 verabschiedet werden soll. Die Auswirkungen auf den Bausektor werden, so ist zu erwarten, erheblich sein. Darüber haben wir auch auf dem Energiekongress von BAK und KfW diskutiert, genauso wie darüber, warum die Energiewende im Gebäudesektor sich nur zögerlich entwickelt. Gemeinsam mit Experten haben wir die Hebel identifiziert, um die Sanierungsrate zu erhöhen. 2019 wird sich wahrscheinlich entscheiden, ob sich hier ein positiver Trend erkennen lässt. Gleichermaßen konstruktiv haben wir uns beim Wohngipfel der Bundesregierung eingebracht, wie auch in die sogenannte Baulandkommission, die mitten in der Arbeit steckt. All dies und vieles mehr können wir nur leisten als starkes Team zusammen mit den 16 Länderkammern und ihren engagierten und hoch qualifizierten Kräften im Haupt- und Ehrenamt, die zugleich für Praxisbezug sorgen. Auch dieses kluge System der berufsständischen Vertretung hat gleichwohl immer wieder Angriffe aus Brüssel abzuwehren. Dies sollte uns aber nicht den Blick auf den Wert verstellen, den Europa für unser Leben in Frieden und Freiheit bedeutet. Am 26. Mai sollten wir uns mit unserem Votum zur Wahl des Europäischen Parlaments dazu bekennen!

Zurück nach Deutschland: Mit unseren Regionalkonferenzen „Inklusiv gestalten“ haben wir in Kooperation mit dem Beauftragten des Bundes für die Belange der Menschen mit Behinderungen Hunderte von Teilnehmern erreicht. Dabei wurde immer wieder deutlich, welchen Beitrag wir mit der Gestaltung von Wohnungen, Freiraum und Stadtquartieren für das selbstbestimmte Leben aller Menschen leisten können. Ich freue mich, dass diese Veranstaltungsreihe auch im Jahr 2019 fortgesetzt wird.

Damit untermauern wir ebenso unseren Leitspruch für den Tag der Architektur 2019: „Räume prägen“. Ganz besonders prägnant werden wir dieses beim Deutschen Architektentag am 27. September in Berlin tun. Entscheiden Sie sich schon jetzt, teilzunehmen, um unter dem Titel „Relevanz – Räume prägen“ ein kraftvolles Zeichen für die Bedeutung unseres Berufsstandes zu setzen. Ich kann Ihnen versprechen: Ein fachlich und gesellschaftlich dichtes und hochinteressantes Programm über zwei Tage wird Sie begeistern.

Ich wünsche Ihnen allen ein gesundes neues Jahr voller beruflicher und berufspolitischer Erfolge, viele positive Erfahrungen und auch Zeit dafür, die schönen Dinge zu genießen.

Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer

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