DABonline | Deutsches Architektenblatt
Menü schließen

Rubriken

Services

Menü schließen

Rubriken

Services

Zurück
[ Querstreber ]

Hauptsache, jeder zahlt

Wie die GEZ-Gebühr für Architekturbüros ganz einfach wird

Text: Roland Stimpel

Heute etwas Ernstes aus der Welt der Unterhaltung: Rundfunkgebühren. Die haben ab Januar nichts mehr mit Rundfunkgeräten zu tun. Jeder Haushalt und jeder Betrieb zahlt – ganz egal, ob es dort Fernsehen, Radio oder Computer gibt. Denn Intendanten und Gebühreneinzugs-Zentrale behaupten: Auch der scheueste Eremit hat heute ein Smartphone und lädt pausenlos ARD- und ZDF-Apps herunter. Wenn alle zahlen, werde alles ganz simpel.

Illustration: E. Merheim

Für Betriebsstätten, also auch für Architekturbüros, geht das so: Wer bis zu acht Beschäftigte hat, zahlt 5,99 Euro im Monat. Wer bis zu 19 hat, zahlt 17,98 Euro. Für die vielen Büros mit mehr als 20.000 Architekten unter einem Dach kostet es 3.236,40 Euro. Wer gilt als Beschäftigter? Der stark beschäftigte Büroinhaber nicht, Praktikanten und Minijobber auch nicht, Teilzeitkräfte und Kurzarbeiter aber doch. Arbeitet jemand fürs selbe Architekturbüro an mehreren Orten, zählt er nur einmal. Welche Beschäftigtenzahl gilt beim Ausfüllen des Fragebogens? Die aktuelle, rät die GEZ. Die im Durchschnitt des Vorjahres, sagt ihre Vorschrift – der Durchschnitt der „Anzahl der am jeweiligen Monatsende in der Betriebsstätte beschäftigten Mitarbeiter“. Wer also jetzt mehr als acht hat, aber im Jahresdurchschnitt weniger als neun, soll erst mal in den von der GEZ verschickten Fragebogen die aktuelle Zahl eintragen und ihr ab Januar eine Korrektur senden.

Für Bürogemeinschaften gilt: Teilen sich mehrere Architekturbüros dieselben Räumlichkeiten, dann muss nur eins von ihnen bei der GEZ zahlen. Die anderen schreiben ihr, dass das erste Büro bereits gemeldet hat. Am wenigsten zahlt der, der wenige Beschäftigte hat. Großbüros sollten sich einen Untermieter nehmen. Baustellen zählen nicht als Betriebsstätten. Auch wer in seiner Wohnung arbeitet, zahlt dafür nichts extra – es sei denn, das Heimbüro hat eine eigene Tür nach draußen. Wer fürs Büro GEZ-Gebühr zahlt und mehrere Autos beruflich nutzt, zahlt ab dem zweiten Fahrzeug je 5,98 Euro. Heimarbeiter ohne Büro-Gebühr zahlen aber schon fürs erste Auto, mit dem sie dienstlich fahren. Der Slogan der GEZ für die neue Gebühr lautet: „Einfach für alle“.

 

2 Gedanken zu „Hauptsache, jeder zahlt

  1. Schade, dass die beiden Interviewer (Trommer und Franz) nicht die Gelegenheit nutzen, die teilweise widersprüchlichen Erläuterungen und Argumente in Form einer zielführenden Planungsstrategie zu formulieren, die den planungsbeteiligten Bauherrn, Architekten und Fachplanern eine Hilfe sein könnte, um von den unsäglichen Pauschalurteilen weg zu kommen und die für jedes Projekt unterschiedlich anstehenden Probleme in gegenseitigem Einverständnis kompromissbereit zu lösen, wie es die tägliche Praxis erfordert. Nur dann besteht die Möglichkeit, das immer wieder geforderte Vertrauen zwischen Bauherrn und Architekten zu erreichen.

    Antworten
  2. Ganz so einfach scheint das nicht.
    Die Mit­glie­der einer Bü­ro­ge­mein­schaft aus einzelnen Freiberuflern als selbstständige Unternehmer wer­den nach § 5 Abs. 3 RGebStV je­weils ein­zeln auf die Vor­aus­set­zun­gen als Rund­funk­teil­neh­mer ge­prüft; das bei einem Mit­glied vor­han­de­ne Rund­funk­emp­fangs­ge­rät wirkt nicht be­frei­end für die an­de­ren.
    Dem­ge­gen­über schlie­ßen sich jedoch bei einer Be­rufs­aus­übungs­ge­mein­schaft meh­re­re Mit­glie­der einer Be­rufs­grup­pe zu einer wirt­schaft­li­chen und or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ein­heit mit der Folge zu­sam­men, dass nicht die ein­zel­nen Mit­glie­der, son­dern die Ge­mein­schaft Rund­funk­teil­neh­me­rin ist.
    Nutzen mehrere Inhaber (z. B. Bürogemeinschaften, GmbHs) eine Betriebsstätte ohne erkennbare räumliche Trennung (z. B. mit gemeinsamen Empfang), so fällt der Rundfunkbeitrag nur für eine Betriebsstätte an. Die Inhaber haften hierfür gesamtschuldnerisch.

    Bürogemeinschaften werden wie Betriebsstätten behandelt,das heißt, es wird nach der Anzahl der dort tätigen „Mitarbeiter“ errechnet, wie hoch die Beiträge für die Gemeinschaft sind.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar