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Von einem pittoresken Büro, Baukultur bei Aldi und „Underground-Art“

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Pittoresker Bürobau

Ein hübsches Bürohaus für schlanke Unternehmen hat das Münchener Büro gerstmeir inić in einem Hinterhof realisiert. Es ist allerdings kein Neubau, sondern ein maßvoll verändertes Bestandsgebäude mit nur viereinhalb Metern Tiefe und elf Metern Länge. Die Architekten beschreiben das Ergebnis als „Gratwanderung zwischen Pittoreskem und charmelosem Hinterhofstyle“. Dass das charmelos ist, darf man beim Anblick der Fotos bestreiten. Nicht selbstverständlich im Bürobau ist auch die Dachterrasse, die einen Rundblick in den umgebenden Hof mit seinen höheren Blockrandbauten erlaubt.

Handbuch für ambitionierte Verkehrsplaner

Das traditionsreiche Handbuch der kommunalen Verkehrsplanung gibt es jetzt auch in einer komfortablen Online-Version. Das Buch ist das führende Grundlagen- und Anwendungswerk für eine Planung, die alle Stadt- und Verkehrsmittel-Benutzer gleichermaßen berücksichtigt und nicht zuletzt architektonische und städtebauliche Qualitäten berücksichtigt. „Dabei werden festgefahrene Wege der Planung verlassen und moderne Möglichkeiten nachvollziehbar beschrieben“, wirbt der Verlag. Die Online-Version bietet zum Abonnementpreis von 19,80 Euro pro Monat höhere Aktualität und bessere Such- und Sortierfunktionen. Die Beiträge können aber nicht kopiert oder ausgedruckt werden. In Papierform gibt es die rund 200 Beiträge auf 4.900 Seiten in vier Bänden komplett für 229 Euro – oder anfangs weniger mit kostenpflichtigen Ergänzungslieferungen.
www.vde-verlag.de, Suchwort „Verkehrsplanung“

Bodenschutz in Marktredwitz

Die Veranstalter der traditionellen Marktredwitzer Bodenschutztage suchen Beiträge zu ihrem nächsten Tagungsthema „Bodenschutz beim Planen und Bauen“, genauer die „Bewertung von Bodenfunktionen, Bodenkundliche Baubegleitung, Vermeidung und Verwertung von Bodenaushub, Flächenrecycling und Umgang mit (Boden-) Materialien“. Wer etwas vortragen will, kann bis 15. April Beiträge anmelden. Die Tagung selbst findet vom 12. bis 14. Oktober statt.
Mehr unter www.lfu.bayern.de/boden/bodenschutztage

Baukultur bei Aldi

06_Artikel_2Ein Aldi-Markt in Bielefeld hat sich in ein baukulturell ambitioniertes Konzept integrieren lassen. Der Laden im Erdgeschoss gibt sich vergleichsweise zurückhaltend, statt das Erscheinungsbild des neuen Büro- und Geschäftshauses zu dominieren. Das Bielefelder Büro Wannenmacher + Möller entwarf einen Bau, „der für unterschiedliche Nutzer zur Belebung und städtebaulichen Aufwertung dieses Stadtviertels beitragen will“. Das ist gelungen. Früher stand hier eins der üblichen Autohäuser, jetzt ein noch ziemlich unüblicher Discounter. Sichtbeton-Sockel und dunkel gebrannte Klinker stehen in apartem Kontrast.

Mit BKI-Programm elektronisch vermessen

Das BKI Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern bietet eine zeitsparende Methode zum Vermessen von Gebäuden und Bauteilen: das neue Programm BKI Fotoaufmaß – Version 6. Auf Basis von Übereck-Fotos und mit nur einem Referenzmaß kann ein Gebäude schnell und einfach vermessen werden. Nach Import des Digitalfotos in das Programm kann der Perspektiv- und Messdatenrahmen mit dem Referenzmaß eingetragen werden, etwa dem Fenstermaß einer Fassade. Das BKI Fotoaufmaß kann nun beliebige Flächen und Strecken dieser Fassade erfassen. Über abgeleitete Perspektiven lassen sich die weiteren Fassaden vermessen. Das Programm ermittelt und berücksichtigt automatisch perspektivische Verzerrungen. Die neue Version gibt es vier Wochen kostenlos zur Ansicht mit Rückgabegarantie. Beim Kauf kostet die Basisversion 599 Euro, die Komplettversion 799 Euro – jeweils plus Mehrwertsteuer. www.bki.de

Wettbewerb zum Holzbau

Im Wettbewerb „HolzbauPlus 2016“ prämiert das Bundes-Landwirtschaftsministerium das Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen. Es will die Aufmerksamkeit auf Gebäude mit einer „ganzheitlichen Materialwahl“ lenken. Dabei zählen Nachhaltigkeit, gute Bauphysik, Wohngesundheit und Ästhetik. Bei teilnehmenden Neubauten sollten maßgebliche Gebäudeteile, wie die Baukonstruktion oder vorgefertigte Bauelemente, aus Holz bestehen. Bei Sanierungsobjekten sind auch ­Massivbauten zulässig. Bei allen Gebäuden müssen in größerem Umfang weitere nachwachsende Baustoffe verwandt worden sein, etwa als Dämm-Material oder in Form biobasierter natürlicher Baustoffe beim Innenausbau. Zudem bewertet die Jury das energetische Gebäudekonzept. Es gibt insgesamt 48.000 Euro Preisgelder; Bewerbungen sind bis Ende August möglich. Einzureichende Projekte müssen ab September 2011 ­fertiggestellt worden sein. www.holzbauplus-wettbewerb.info

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Benrather Straße: Kunst von Thomas Stricker.

Düsseldorfer Untergrund-Kunst

Im wohlorganisierten Düsseldorf ist auch die Untergrund-Kunst keine subversive ­Sache, sondern Ergebnis eines ordentlichen Verfahrens inklusive Wettbewerben und Architekten-Künstler-Kooperation. Die sechs Bahnhöfe der neuen „Wehrhahn-Linie“ sind vom Büro netzwerkarchitekten aus Darmstadt entworfen worden. Ihr Motto ist das „unterirdische Kontinuum“. Fünf Künstler gestalteten die Stationen gemeinsam mit den Architekten. Das Erscheinungsbild der Stationen ist insgesamt so metallisch-cool und elegant, wie sich Düsseldorf am liebsten sieht.

Wunderbare Wein-Verbindung

In Rheinland-Pfalz haben Weinbauministerium und -verband gemeinsam mit der Architektenkammer erneut den Architekturpreis Wein ausgelobt. Laut Landes-Weinbauministerin Ulrike Höfken würdigt er „die wunderbare Verbindung von Wein und Architektur“. Die Bilder zeigen frühere Preisträger. Gesucht werden Bauten für Weingüter, Kellerwirtschaft, Gastronomie, aber auch Freianlagen von Winzerbetrieben. Projektvorschläge können bis zum 15. Juni eingereicht werden. „Die Größe des jeweiligen Projektes ist nicht entscheidend“, teilen die Auslober mit. www.weinundarchitektur.de

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KAMMERN AKTUELL

Haftung

Erste Reform in Sicht

Das Bauvertragsrecht, das auch Haftungsfragen der Architekten regelt, soll reformiert werden. Dazu konferierte jetzt Bundesjustizminister Heiko Maas mit Standesvertretern, darunter dem thüringischen Kammerpräsidenten Hans-Gerd Schmidt, der die zuständige Projektgruppe der Bundesarchitektenkammer leitet. Schmidt begrüßt die von Maas geplante Regelung zur Gesamtschuld, die die Lasten gerechter verteilen soll. Allerdings sei bislang nur ein erster Schritt geplant, die „große Lösung“ aber weiterhin fällig. Im konkreten Fall ist damit eine obligatorische Objektversicherung gemeint, die von allen am Bau Beteiligten abgeschlossen wird. Hierzu plant das Justizministerium ein Forschungsvorhaben. Das neue Gesetz soll noch vor der Bundestagswahl 2017 in Kraft treten.

Steuern auf Abschläge

Nicht bei offener Rechnung

Wer mit seinem Bauherrn Abschlagszahlungen vereinbart hat, muss diese nun doch erst dann versteuern, wenn er das Geld erhalten hat. Zuletzt hatte nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs vom 14.5.2014 das Gegenteil gedroht: Abschläge sollten schon versteuert werden, wenn die Leistung erbracht, aber die Rechnung noch nicht gestellt und das Honorar noch nicht vereinnahmt war. Das hätte viele Architekturbüros vor große Liquiditätsprobleme gestellt. Nach Interventionen der Architektenkammern und anderer Organisationen hat der Bundesfinanzminister jetzt bekannt gegeben, dass das Urteil nur in den wenigen Fällen angewendet werden soll, in denen Abschläge auf der Basis von Verträgen der HOAI von 1996 kassiert werden. Zu einem solchen Fall hatte der Bundesfinanzhof geurteilt. Für alle jüngeren Verträge mit Abschlagsregelungen hat sich die zwischendurch veröffentlichte Regelung für die Wirtschaftsjahre 2015 und 2016 (siehe DABonline.de/tag/Abschlag) erledigt.

EU-Kommission sägt weiter

Die EU-Kommission hält an ihrer Absicht fest, die HOAI abzuschaffen. Sie hat sich nicht von der Stellungnahme der Bundesregierung und dem großen Widerstand in Deutschland überzeugen lassen. Als NHächstes will die Kommission selbst eine „begründete Stellungnahme“ abgeben und wird dann wohl den Europäischen Gerichtshof anrufen. Barbara Ettinger-Brinckmann hofft als Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, dass „die Bundesregierung bei ihrer klaren Haltung bleibt und dem Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof standhält. Grund dafür gibt es, denn es ist schon fraglich, ob die Kommission überhaupt so tief in das Recht ihrer Mitgliedsstaaten eingreifen darf. Zudem gibt es gerade keine milderen Mittel, präventiv die Qualität von Planungsleistungen im Interesse des Verbraucher sicher zu stellen.“ Ettinger-Brinckmann warnt: „Dieses Verfahren der Kommission ist eher dazu geeignet, die Europa-Müdigkeit bei einer der tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft zu befördern.“ Und sie mahnt: „Mindestsätze dienen der Qualitätssicherung – und noch immer geht es beim Bauen um Leib und Leben der Nutzer“, so Ettinger-Brinckmann.

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