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[ Technik ]

Aufgefaltet

Dach und Wand aus Dämmbeton bei einer Villa in Stuttgart

46_Daemmung-Artikel6Zwischen herrschaftlichen Villen steht in Stuttgart ein außergewöhnliches neues Gebäude. Um dem Wunsch des Bauherrn nach einem monolithischen Haus und den baurechtlichen Vorschriften zur Errichtung eines Satteldachs nachzukommen, setzte das Büro Matthias Bauer Associates (Stuttgart) auf einen Baukörper aus Dämmbeton mit einem triangulierten Dach aus dem gleichen Material. Durch die unterschiedliche Geometrie von Kehle und Grat gelang es dem Architekten, die Satteldach-Auflage zu erfüllen und dennoch eine spektakuläre räumliche Faltung des Innenraumes zu erreichen. Außen zieht sich ein bündig eingesetztes, rahmenloses Glasband um das Haus, das in den Dachflächen endet. Weiterhin sorgen etwa 30 Zentimeter große Löcher in den Außenwänden für Belichtung. Sie wurden nachträglich als Kernbohrung aus dem Dämmbeton herausgeschnitten. Durch Beimischung unterschiedlicher Zuschlagsstoffe wie Blähton oder Schaumglasschotter verfügt das dichte Gefüge des Dämmbetons über eine zufriedenstellende Druckfestigkeit bei einem U-Wert von lediglich 0,22 W/m²K.

Durch den einschaligen Wandaufbau von 45 und beim Dach 50 Zentimetern ergaben sich außen wie innen identische Oberflächen. Zwölf Zentimeter hohe sägeraue Bretter bildeten die Schalstruktur, die sich nun lebhaft an der Oberfläche abzeichnet. Für den gewünschten hellgrauen Farbton wurde dem Beton weißes Titandioxid und eine geringe Menge Weißzement zugesetzt. Nach Fertigstellung hydrophobierte man die Außenflächen. Statisch wurden die Dachflächen als steife Konstruktion angesetzt, die auf zwei Wandscheiben lasten. Diese verlaufen in der Mitte des Hauses und dienen gleichzeitig als Installationswände für Leitungen und Kamin. Das ermöglichte einen nahezu offenen Grundriss. Betonkernkühlung und Geothermie gewährleisten, unterstützt durch eine Gastherme, die energetische Versorgung des Gebäudes. www.beton.org

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