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[ Deutscher Architekturpreis ]

„Die Öffentlichkeit aufmerksam machen“

Der Karl Krämer Verlag hat den Preis seit 1971 unterstützt und begleitet. Verleger Karl Krämer zur Geschichte und Entwicklung.

Der Verleger Karl Krämer hat den Preis 40 Jahre lang unterstützt und begleitet.

Architekturpreise gibt es viele. Was ist das Besondere am Deutschen Architekturpreis?

Beim Deutschen Architekturpreis standen die Qualität der Architektur und die zukunftsweisende Bauaufgabe im Vordergrund. Bei vielen Preisen soll über die preisgekrönten Bauten ­eine bestimmte Produktanwendung oder Bauweise transportiert werden. Der Deutsche Architekturpreis blieb unabhängig von solchen kurzfristigen Interessen.

Der Karl Krämer Verlag war beim ­Deutschen Architekturpreis von Anfang an dabei. Wie kam es zur Begründung des ­damaligen Ruhrgas-Architekturpreises?

Die Ruhrgas AG hatte großes Interesse daran, das aufkommende Erdgas für Verbraucher attraktiv zu machen und das Image von Gas aufzupolieren. Planer und Architekten waren in der Position, ihren Bauherren diese Energie zu empfehlen.

Wie kam es zur Schirmherrschaft der Bundesarchitektenkammer ab 1977?

Nach den von 1971 bis 1975 noch unter dem Namen Ruhrgas-Architekturpreis ausgelobten Wettbewerben konnten wir die Ruhrgas AG ­davon überzeugen, dass der Preis an Ansehen gewinnt, wenn wir von der „Gasvorgabe“ abrücken und die gute Gesamtlösung in den ­Vordergrund stellen. Damit war der Weg frei, den Preis in „Deutscher Architekturpreis“ umzubenennen und die Bundesarchitektenkammer als Schirmherrin hinzuzuziehen.

Was war Ihre Motivation für die Beteiligung seitdem?

Der gebauten Umwelt eine Plattform zu geben und eine breite Öffentlichkeit auf gute Architektur aufmerksam zu machen. Die Interessen, Aussagen und Absichten der Architekten als Mediator mit denen der Industrie zu verbinden. Der kraemerverlag wollte Mittler und neutrale Stelle sein, die es einer breiten Architektenschaft ermöglichte, für den eigenen Berufsstand zu werben, was in den 1970er-Jahren nicht selbstverständlich war.

Welche inhaltlichen Aspekte waren Ihnen und dem Auslober bei der Auswahl der ­Jury besonders wichtig?

Die Jury sollte ausgewogen sein und den am Preisverfahren teilnehmenden Architekten garantieren, dass ihre Arbeiten kompetent und ebenbürtig beurteilt werden. Wichtig war uns auch immer der Blick von außen in Form eines ausländischen Jurymitglieds.

Wie weit ist der Preis im Laufe der Jahre und Jahrzehnte auf neue Zeiterscheinungen eingegangen; worin bestand unabhängig von diesen Erscheinungen die Kontinuität?

Die Kontinuität der Juryentscheidungen bestand darin, der gestalterischen Beliebigkeit keinen Raum gegeben zu haben und das Beispielhafte nicht nur in der architektonischen Qualität, sondern auch in der Bedeutung der Bauaufgabe gesehen zu haben.

Nach 40 Jahren ziehen Sie sich nun aus dem Preis zurück. Was wünschen Sie dem Preis für die Zukunft?

Nach gemeinsamer Absprache wurde die Ausrichtung des Deutschen Architekturpreises in die Hände des Bundesministeriums für Bauen, Verkehr und Stadtentwicklung gegeben und damit die Auslobung eines staatlichen Architekturpreises ermöglicht. Der E.ON Ruhrgas AG danken wir für das jahrzehntelange Engagement, das hauptsächlich vom jeweiligen Vorstandsvorsitzenden mitgetragen wurde.

Die Fragen stellte DAB-Chefredakteur Roland Stimpel.

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